Oberstammheim

Auch Hassliebe geht durch den Magen

Wein, Weib und Gesang mal auf die andere Art. Nina Dimitri und Silvana Gargiulo servieren in der Hirschenbühne ein schweizerisch-italienisches Abendessen. Die Hauptzutat ist gekonnte Komik.

Humor ist mehr als Beilage, wenn die beiden Kleinkünstlerinnen Nina Dimitri und Silvana Gargiulo zu Tisch laden.

Humor ist mehr als Beilage, wenn die beiden Kleinkünstlerinnen Nina Dimitri und Silvana Gargiulo zu Tisch laden. Bild: PD

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Italienische Küche passt immer, dachten sich wohl Nina Dimitri und Silvana Gargiulo, als sie ihr Stück «Buon Appetito» konzipierten. Besonders gut passt es natürlich in die – am 17. Januar bereits ausverkaufte – Hirschenbühne in Oberstammheim, wo der historische Gasthof vor der Vorstellung einen «Theaterteller» reicht.

Die Kleinkünstlerinnen servieren dann ein klassisches Menü in fünf Gängen, angereichert mit clowneskem Humor und Musik. Die wohlgenährte Köchin (Silvana Gargiulo) singt den Italo-Schlager «Felicità», wenn sie die Zutaten aufzählt – dass sie Essen glücklich macht, sieht man ihr an. Die resolute Restaurantbesitzerin (Nina Dimitri) hingegen, nimmt die Reservationen am Telefon an und überbucht schon mal den Raum, ohne Rücksicht auf die rotierend Frau in der kleinen Küche. Noch 25 Gäste? Kein Problem!

Die Dimitri Dynastie

Zwischendurch schwingt die Gerantin die Gitarre und unterhält die Gäste. Dass sie mehrsprachig ist, daraus macht sie keinen Hehl. So darf es auch ein Charango sein, den sie auf spanisch zum Besten gibt. «Mit fünf habe ich mich in die lateinamerikanische Musik verliebt», erzählt Nina Dimitri, «1971 kam eine bolivianische Folkloregruppe zu unserer Familie, da wollte ich schon als kleines Kind diese Musik lernen».

Ihre Familie ist natürlich die Künstlerdynastie Dimitri, mit ihrem 2016 verstorbenen Vater, dem Clown Jakob Dimitri. Drei seiner vier Kinder stehen weiter auf der Bühne. In neuer Besetzung gibt es auch die «Dimitrigenerations» mit Enkel Samuel und der gelernten Clownin Silvana Gargiulo. Sie, 1970 in Mailand geboren, hat ihre Ausbildung an der dortigen Schauspielschule im Kurs «Quelli di Grock» («Die von Grock») gemacht.

Ein konventionelles Menü

Das Duo Dimitri und Gargiulo bleibt in der Inszenierung des langjährigen Mitstreiters und Regisseurs Ueli Bichsel ganz konventionell: Es gibt Spaghetti Pomodoro, Tartuffo-Risotto und Fisch nach einem Rezept aus Neapel. Diese Speisen, die zwar alle kennen, sind jedoch eine gute Basis für sprachliche Missverständnisse – oder kleine Gemeinheiten zwischen den beiden Frauen.

«Jetzt bist du schon 100 Jahre da und kannst immer noch nicht Deutsch», sagt die Schweizer Chefin. «100 Jahre? Wie die Zeit vergeht», kontert die Köchin. Verlangt die Gastgeberin ein Kresseschaum-Sösschen, so befindet die Italienerin, es sähe aus wie Anti-Schuppen-Schampoo. «Das Stück ist sehr einfach, nicht kopflastig», sagt Nina Dimitri dazu. Ihre Musik und Fröhlichkeit funktionieren weiterhin als Erfolgsrezept.

Weiter im Konzept

Sie selbst liebe die italienische Küche, koche für sich selbst allerdings möglichst gesund mit Quinoa, Gemüse, viel Vollkorn und Früchten. Das telefonische Landbote-Interview führt die Tessinerin vom Centovalli aus, wo sie sich vors Haus begeben muss, um Empfang zu haben.

Bald wird sie aber wieder in der Deutschschweiz unterwegs sein. «Wir sind bereits an einem neuen Stück», erzählt sie, «wieder unter Ueli Bichsel und mit seiner Tochter Anna Frey, es wird im Mai Premiere haben.» Unter dem Probentitel «Das Desaster und die Erinnerungen» entsteht ein weiterer komödiantischer Auftritt, der ab 25. Mai in Millers Studio in Zürich über die Bühne gehen soll. Tickets sind noch nicht erhältlich. ()

Erstellt: 07.01.2019, 18:04 Uhr

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