Elgg

«Beim ersten Hören muss man irritiert sein»

Die A-Cappella-Formation Rock4 kommt wieder. Luc Devens verrät, warum er auf der Bühne manchmal niederländisch spricht.

Rock4 alias Luc Devens, Luc Nelissen, Lucas Blommers und Miklòs Németh (v.l.) singen Beatles. Foto: PD

Rock4 alias Luc Devens, Luc Nelissen, Lucas Blommers und Miklòs Németh (v.l.) singen Beatles. Foto: PD

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Mit einem Beatles-Abend sind Sie bei Kultur in Elgg zu Gast. Haben Sie die Songs der Fab Four ausgewählt, weil sie so populär sind?
Luc Devens: Nein, wir fragen uns, was möchten wir selbst gerne singen und spielen, was wäre eine Herausforderung. Dies ist unsere zehnte Bühnenproduktion seit 2001. Wir waren auch schon zwei-, dreimal in Elgg. Zuvor präsentierten wir Queen und Sting und Police.

Der Programmschwerpunkt liegt auf «Abbey Road».
Es ist das letzte von den Beatles gemeinsam aufgenommene Album, persönlich finde ich es das schönste. Es sind 17 total verschiedene Stücke, die dann doch ein Konzeptalbum bilden. Jeder von uns hat seinen Moment, bei dem er sich zeigen kann. Gegenüber der Queen-Show, wo es immer um Mercury geht, wird hier eine Geschichte vom ersten bis zum letzten Lied erzählt.

Das letzte Album der Beatles in voller Länge.

Sie sind 47, «Abbey Road» entstand drei Jahre vor Ihrer Geburt. Wann haben Sie selbst die Beatles entdeckt?
Mein Vater hatte die Platte, die habe ich irgendwann in seiner Sammlung entdeckt. Sie hat mich fasziniert. Gute Musik muss einen überraschen. Wenn man beim ersten Hören etwas irritiert ist, dann ist es gut. Als wir als Band in London waren, haben wir die Abbey Road Studios gesehen und sind natürlich auch über den berühmten Zebrastreifen gelaufen.

«Gute Musik muss einen überraschen.» 

«Abbey Road» ist rund 47 Minuten lang. Was singen Sie noch in Elgg?
Vor der Pause bringen wir ein gemischtes Programm mit «Blackbird», «Eleonor Rigby», «A Day in the Life», aber auch Solo-Titel von einzelnen Beatles wie «Live and Let Die» von Paul Mc Cartney. Wir singen nicht nur die Hits, sondern versuchen, die Tiefe der Gruppe zu zeigen. Es ist ein Abend für Musikliebhaber.

Was machen Sie, damit Ihr Programm, das nur von den vier Stimmen getragen wird, nicht langweilig wird?
Man muss Kontraste einbauen, jedes Lied muss anders klingen. Gitarre, Schlagzeug und Bass bringen auch nicht immer das gleiche Ergebnis. Mit unseren unterschiedlichen Stimmen geht das von alleine. Der Tenor klingt ganz anders als ich, der auf Pop und Rock spezialisiert bin. Wir haben einen Bariton, der als Perkussionist rhythmisch sehr stark ist und einen Bass. Ausserdem sind wir Holländer: Wir sind ziemlich locker und reden etwas Blödsinn zwischendurch.

Wie unterscheidet sich das Schweizer Publikum vom holländischen?
Die Schweizer sind super, ein sehr dankbares Publikum. Holland ist zwar sehr offen, andererseits muss man da echt um die Aufmerksamkeit kämpfen. Dort ist wichtig, die Leute direkt anzusprechen, in einem anderen Land kann das zu direkt sein. Wir haben viel Selbstironie. Wir möchten das Publikum und uns selbst manchmal verarschen. Man darf es nicht zu serös nehmen, das ist der Holländer in uns.

Verstehen Sie denn Schwyzerdütsch?
Nicht so gut, wenn es so richtig losgeht. Dafür sprechen wir im Maastrichter Dialekt miteinander, wenn auf der Bühne gerade etwas schief läuft, zum Beispiel technisch. Das Publikum bemerkt das meist gar nicht – wenn doch, dann schalten wir auf holländisches Deutsch um, das lustig klingt.

«Die Schweizer sind so brav, dass wir die Drogen wieder mit nach Hause nehmen.»

So wie bei Rudi Carrell?
Genau. Dann reden wir über Fussball, Skifahren und Roger Federer. Oder über Schweizer Käse, der im Vergleich zum holländischen natürlich nicht so gut ist. Ausserdem bringen wir Drogen mit, die wir in der Show zum halben Preis anbieten. Die Schweizer sind aber so brav, dass wir die Drogen wieder mit nach Hause nehmen.

Da haben Sie etwas für die lange Rückreise.
Ja, wir fahren sieben Stunden mit unserem Bus nach Elgg. Was da alles passiert, weiss man ja auch nie.

Sie arbeiten sicher schon an der 11. Produktion.
Rock4 macht zwar den Grossteil unseres Job als Musiker aus, wir haben aber alle auch noch Soloprojekte, meines heisst Ludovique. Man lernt von den anderen Sachen und nimmt es mit in die Gruppe, als neue Inspiration. Aber das neue Programm, an dem ich arbeite, heisst «Back to Basic». Es erzählt die persönliche Geschichte, wie wir angefangen haben bis hin zu den grossen Theatershows. Wir wollen auch das Publikum stärker einbeziehen, sie sollen singen.

Ich glaube, das wird schwierig in der Schweiz.
Nein, nein, seine eigene Stimme findet man immer schrecklich. Das ist nie schön, aber einzigartig.

Rock4: Abbey Road Freitag, 30. August, 20 Uhr. Werkgebäude, Oberhofstr. 6, Elgg. Tickets: Fr. 35/30 (erm.). www.kulturinelgg.ch

Erstellt: 22.08.2019, 16:20 Uhr

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