Seuzach

Der Herr der Tenöre, Geiger und Flötisten

Seit 1993 bringt der Seuzacher Daniel Moos Klassik in die Gemeinde. Das nächste Neujahrskonzert gestalten acht Musiker und er selbst als Pianist. Es gibt wie immer populäre Werke, vorgetragen von internationalen Profikünstlern.

Für seine Konzerte ist Daniel Moos (re.) weltweit unterwegs. In Seuzach präsentiert er Ettore Kim (Bariton) und Erika Tanaka (Sopran).

Für seine Konzerte ist Daniel Moos (re.) weltweit unterwegs. In Seuzach präsentiert er Ettore Kim (Bariton) und Erika Tanaka (Sopran).

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Häufig erreicht man den Pianisten, Dirigenten und Produzenten Daniel Moos telefonisch an irgendeinem interessanten Ort in der Welt. Dieses Mal ist es in seinem Zuhause in Claro/Bellinzona, auf der Achse zwischen Mailand und Zürich sozusagen. Mit dem Elan und der wissensdurstigen Weltoffenheit, die vielen erfolgreichen Musikern zueigen ist, organisiert er seit 25 Jahren seine Firma «International Music Productions» (IMP).

«Ich habe die grossen Namen nie angerührt, weil das Risiko zu gross ist.»Daniel Moos, 
Konzertveranstalter

Zweimal jährlich bringt er in Seuzach, wo er aufgewachsen ist, Galakonzerte auf die Bühne; sie sind nur ein Puzzleteil seines Schaffens. Seuzach profitiere aber von den vielen Geschichten, die bei ihm liefen, sagt er — von seiner Welt.

Seit fünf Jahren hat er die Kontakte nach China vertieft und präsentiert immer häufiger Musiker aus Asien in seinen Programmen. Das Tempo und das Wachstum im Fernen Osten faszinieren ihn. «Wenn ich jünger wäre, würde ich wahrscheinlich dorthin gehen und die vielen Chancen nutzen.» Die Künstler, die er dort entdecke, hätten einen riesigen Hunger auf Auftritte und nähmen grosse Strapazen auf sich. Besonderen Respekt hat er für die chinesischen Frauen, die einerseits weiblich und zugewandt seien, andererseits mit grosser Tatkraft agieren würden.

Über eine Million Kilometer

Im Rahmen seiner Firmentätigkeit sei er schon über eine Million Kilometer selbst gefahren und habe mehr als 1500 Live-Events auf Bühnen gebracht, erzählt er. Dabei habe er nie eine Veranstaltung absagen müssen. Wie hat er das geschafft; sind nicht gerade Sänger anfällig für Ausfälle? «Ja, das ist gang und gäbe», berichtet er, «man muss ein Netzwerk von gleichwertigen Künstlern haben, auf die man gegebenenfalls zurückgreifen kann. Man kann bei einer Absage nicht einfach irgendjemand Neues ‘kaufen’.»

«Wenn ich jünger wäre, würde ich wahrscheinlich nach Asien gehen und die vielen Chancen dort nutzen.» Daniel Moos, 
Konzertveranstalter

Wenn die Zuhörer nicht mehr wegen der Musik kämen, sondern wegen eines Stars werde es schwierig. «Ich habe die grossen Namen nie angerührt, weil das Risiko zu gross ist.» Mit einem unpässlichen Künstler könne man seinen eigenen Namen als Veranstalter demolieren. «Was mich im Verlauf der Jahre auf den Boden geholt hat: Man sollte keine Projekte realisieren, wenn jemand unersetzlich ist.»

Kooperation mit Nicollier

Sein neuster Coup straft ihn fast Lügen, aber die Zusammenarbeit dürfte zu reizvoll gewesen sein. Es geht um «Schritte im Weltall» mit Claude Nicolier. Für einen grossen Kunden hat er dieses Multimedia-Erlebnis inszeniert. Ein zehnköpfiges «Weltraum-Ensemble» intonierte passende Musik zu Space Shuttle-Bildern und der Schweizer Astronaut sprach über seine Erlebnisse.

Solch einen spannenden Event würde man sicher auch in Seuzach gerne sehen. «Es ist natürlich eine sehr kostenaufwändige Produktion», erklärt Moos, «aber möglicherweise hätte ein grosses Winterthurer Unternehmen das Potenzial für die Finanzierung.»

Die Kunden seiner IMP kommen nämlich häufig aus Premium-Geschäftszweigen: Luxusmarken, Finanzdienstleister, Consultingfirmen, Privatkliniken, Galerien. Achtzig Prozent seiner Kunden seien börsenkotiert. Für sie hat Daniel Moos schon über 40 Solisten aus der ganzen Welt aufgeboten. Meist gibt es noch die passende, von ihm produzierte CD der Künstler als Give-away dazu.

Vorurteile abbauen

So dürfen an das Jubiläumskonzert der Seuzacher Konzertreihe wieder hohe künstlerische Erwartungen gestellt werden. Im Programm sind bekannte Werke von Vivaldi, Verdi, Rossini, Donizetti und Puccini, dazu Offenbach und Mozart. Neben drei Sängern wird erstmals der Soloflötist Stefano Maffizzoni zu hören sein, ausserdem ein hochkarätiges Streichquartett.

Daniel Moos’ Wunsch wäre, vielleicht nicht für die nächsten 25 Jahre, aber das kommende Konzert, noch mehr junge neu zugezogene Seuzacher zu begrüssen. «Sie sollen bei uns vorbeischauen und Vorteile gegenüber Klassik abbauen.»

Jubiläumskonzert Sonntag, 7. Januar, 17.30 Uhr. Zentrum Oberwis, Seuzach. Karten: Fr. 49/25 (Stud.). Tel. 052 320 47 47.

(Der Landbote)

Erstellt: 07.12.2017, 16:19 Uhr

Georgiana Bordeianu (Viola)

Claude Hauri (Cello)

Teira Yamashita (Violine)

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