Wiesendangen

Die kleine Hexe tanzt über die Bühne

130 Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Aha! Tanzstudios tanzen gemeinsam in der Welt der Hexen und der Magie. Die kleine Hexe möchte in Wiesendangen herausfinden, wie sie eine gute Hexe sein kann. Dass der Klassiker inzwischen auch ein Kinofilm ist, war Tanzlehrerin Conny Hautle neu.

Die kleine Hexe wird von der 14-jährigen Melina Keist gespielt. Mit ihr auf der Bühne stehen auch Schmetterlinge und Schneeflocken

Die kleine Hexe wird von der 14-jährigen Melina Keist gespielt. Mit ihr auf der Bühne stehen auch Schmetterlinge und Schneeflocken Bild: Marc Dahinden

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Die Geschichte der kleinen Hexe kennen viele Erwachsene aus Kindertagen. Ebenso ging es der Tanzlehrerin des Aha! Tanzstudios Cornelia Hautle. Als die39-Jährige zu Hause bei ihrer Schwester die «Schweizer Illustrierte» durchblätterte, stach ihr das Logo der kleinen Hexe auf einer Kreuzworträtselseite ins Auge. «Da wusste ich, das mache ich als Nächstes.»

Das Aha! Tanzstudio in Wiesendangen führt diesen Samstag und Sonntag in der Wisenthalle eine Musicalversion der «Kleinen Hexe» auf. Jedes Jahr ist eine andere Tanzlehrerin für eine grosse Produktion zuständig. Dieses Mal ist Cornelia Hautle am Zug. «Ich habe mich gefragt, ob ich erst mal alle Kinderbücher durchsehen soll.» Doch sie war eher der Meinung, das neue Stück müsse auf sie zukommen. Dass gerade ein Kinofilm in Planung war, wusste die Tanzlehrerin nicht. Eine ihrer Schülerinnen hatte ihr davon erzählt, doch sie war überzeugt, dass es zur kleinen Hexe sicher keinen Film gebe. «Ich liess mich eines Besseren belehren.»

Hochs und Tiefs

Nun sind die Proben weitestgehend abgeschlossen und die Projektleiterin ist erleichtert. «Ich bin mega stolz auf die Schülerinnen und Schüler.» In vier Monaten hat die Tanzlehrerin 16 Tänze choreografiert, die Musik ausgesucht, Bühnenbilder gestaltet, Kostüme genäht und Texte geschrieben. «Die Tänzerinnen und Tänzer haben bei dieser Produktion zum ersten Mal Text.» In den vorherigen Jahren seien es reine Tanzaufführungen gewesen. «Manche Übergänge wären ohne Text nicht möglich gewesen.»

Ihre Schülerinnen und Schüler, ein Junge ist dabei, sind zwischen drei- und 50-jährig. Die Zeit der Proben sei für alle intensiv gewesen. «Manchmal habe ich fast vergessen, Pausen einzubauen.» Die Kinder mussten die Tanzlehrerin jeweils daran erinnern, dass sie während einer fünfstündigen Probe auch mal aufs WC müssten. Besonders für die Darstellerin der kleinen Hexe, Milena Keist, seien die Proben oft zäh gewesen. Die 14-Jährige steht bei fast jeder Szene auf der Bühne. «Sie hat das super gemeistert.» Mit ihrer Wahl der kleinen Hexe sei Hautle mehr als zufrieden: «Ich kann mich auf sie verlassen.»

Nun waren auch noch die Weihnachtsferien zwischen den Proben und den Aufführungen, das hat der Tanzlehrerin Bauchschmerzen bereitet. «Ich hatte Angst, dass alle Abläufe vergessen gehen.» Die Ängste waren aber völlig unbegründet. «Sie wussten noch immer genau, was sie machen sollten.» Hautle ist begeistert von ihren Schützlingen und kommt aus dem Schwärmen fast nicht heraus: «Es waren wirklich immer lässige Proben.»

Natürlich habe es in den vier Monaten auch Krisen gegeben. «Ich ging zu meiner besten Freundin und sagte ihr, dass ich das dieses Mal bestimmt nicht schaffen werde.» Worauf diese nur nüchtern entgegnete, dass Hautle auch schon bei der letzten Produktion ihre Zweifel gehabt habe und dass es auch dieses Mal sicher gut kommen würde. «Nun ja, sie hatte recht», gibt Hautlelachend zu.

Eine Zeichnung fürs Plakat

Kindertanz, Ballett und Jazz tanzen die Schülerinnen auf der Bühne. «Bei mir ist Jazz immer etwas gemischt mit Streetdance, Hip-Hop und Modern.» Das Buch der kleinen Hexe eigne sich besonders gut als Musical, weil es viele kleine Rollen im Hintergrund gebe. «Die Kleinen spielen beispielsweise Frösche, Mäuse oder Schmetterlinge.» Das Stück hat Hautle selbst umgeschrieben: «Es ist eine Eigeninterpretation auf dem Grundgerüst des Buchs von Otfried Preussler.»

Um Aufsehen für das Musical zu erregen, dürfen Plakate nicht fehlen. «Wir haben lange überlegt, wie wir die Plakate gestalten sollen», sagt Hautle. Dann haben sie und ihre Lehrerkolleginnen den Jüngeren den Auftrag erteilt, die kleine Hexe selbst zu zeichnen. Die zwanzig Zeichnungen haben sie dann der Layouterin des Plakats überreicht und sie hat eines ausgewählt. «Die anderen Kinder waren zuerst schon etwas traurig, weil ihre Zeichnung nicht auch drauf ist.» Doch mit der ganzen Aufregung und Vorfreude auf die Aufführung sei auch diese Enttäuschung schnell vergessen.

Selbst ist Cornelia Hautle schon oft auf der Bühne gestanden. Bei grösseren nationalen und internationalen Produktionen war sie dabei. An «West Side Story» in Brugg oder an den «Tanz der Vampire» in Stuttgart erinnert sie sich gut. Nun ist sie aber schon seit neun Jahren ausschliesslich als Tanzlehrerin tätig. «Wenn man mal selber auf der Bühne stand, dann hat man einen hohen Anspruch an sich.» Da sie nun nicht mehr so viele Drehungen wie früher hinbekomme, überlasse sie das lieber ihren Schülerinnen und Schülern. Es sei aber nicht so, als würde sie der Bühnentanz nicht mehr reizen. «Es juckt mich noch jedes Mal unter den Fingern, wenn ich bei den Proben zusehe.»

Das Aha! Tanzstudioin Wiesendangen zeigt das Musical der «Kleinen Hexe» am Samstag, 12. Januar, um 17 Uhr und am Sonntag, 13. Januar, um 14 Uhr in der Wisenthalle an der Schulstrasse 27 in Wiesendangen.

Die Abendkasse öffnet jeweils 90 Minuten vor Beginn der Vorstellung.

Preise: Kinder bis 16 Jahre 13 Fr., Erwachsene 23 Fr.

Erstellt: 11.01.2019, 10:28 Uhr

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