Flaach

Ein ehrenamtlicher Allrounder für Flaach

Ehrenamt versus Profis: Eine Kulturkommission muss sich gegen viele Anbieter durchsetzen. Der Flaachemer Kuko-Präsident Stefan Leeger setzt auf Gemeindeanlässe.

Gemeinderat Stefan Leeger gilt in Flaach zwar als Zugezogener, setzt sich aber seit Jahren für die Kultur ein.

Gemeinderat Stefan Leeger gilt in Flaach zwar als Zugezogener, setzt sich aber seit Jahren für die Kultur ein. Bild: Madeleine Schoder

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Man wächst an seinen Aufgaben. Das würden wohl auch die Mitglieder der Kulturkommission (Kuko) Flaach unterschreiben. Aus dem Verkehrs- und Verschönerungsverein der Gemeinde, der wie an so vielen Orten Ende der 1960er-Jahre entstanden war, entwickelte sich eine Kulturkommission – erst autonom, dann an den Gemeinderat angebunden.

Ruth Schlüer war da treibende Kraft und acht Jahre Mitglied, einige Jahre auch Präsidentin. Vor fünf Jahren übernahm Stefan Leeger die Leitung, als er in den Gemeinderat kam. In die Kulturkommission trat er schon 2010 ein und gestaltet seitdem als professioneller Grafiker die Drucksachen und das Webdesign.«Es freut einen schon, wenn man gefragt wird», begründet er seine Motivation, sich ehren­amtlich für das gesellschaftliche Leben in Flaach einzusetzen. Aber es sei auch Neugier im Spiel gewesen – insbesondere, als er das Ressort Hochbau im Gemeinderat übernahm.

Zur fünfköpfigen Kommission gehört auch ­seine Frau Monika Nievergelt Leeger, Kommissionsfachfrau und Kulinarik-Verantwortliche. Sie bringt als Catering-Betrei­berin das nötige Rüstzeug mit, um die Anlässe gastronomisch zu betreuen. «Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Ehepaar gemeinsam in einer Kulturkommission amtet», sagt sie erklärend, «aber der Gemeinderat hat dem wissentlich zugestimmt.»

Jeder hat seine Aufgabe

Es wäre sonst vielleicht auch ­etwas knapp geworden für ein funktionierendes Gremium. Freiwillige lassen sich für längerfris­tige Engagements bekannter­mas­sen immer schwieriger finden. Deshalb ist es schön, dass sich auch noch Jün­gere einbringen: He­lene Staub, die beruflich als Coach sowie als Gemeindeschreiberin für die Finanzen der Kuko verantwortlich zeichnet. Daneben Julian Stelzer, der als Möbeldesigner ein Händchen für die Dekoration und die Logistik hat. Dankbar ist man auch für den Einsatz von Andrea Kutil, die als Projektleiterin Marketing die neuen Medien bespielt und PR-Kon­takte einbringt. Die Runde trifft sich vier- bis fünfmal im Jahr.

Dafür ist ihr Programm sehr vielfältig und nah an den Flaachemern; angefangen mit dem tra­ditionellen Ostereierfärben, über die Unterstützung des jeweiligen Vereins, der die 1.-August-Feier ausrichtet, bis zur Organisation der Adventsfenster. Als die Kuko im Mai einmal eine Lesung mit der Bloggerin Yonni Meyer («Pony M.») ausrichtete, lag der Anteil auswärtiger Besucher hingegen bei 80 bis 90 Prozent, schätzt Stefan Leeger.

Platzhirsch am Ort

«Wir müssen keinen Gewinn erzie­len und kostendeckend wirtschaften», erklärt er, «deshalb sind einige Veranstaltungen gratis; für andere erheben wir einen Unkostenbeitrag.» Mit rund 40 Teilnehmern im Schnitt pro Anlass sei man zufrieden. Von der Gemeinde erhält die Kuko 3000 Franken im Jahr, die vor ­allem für Kommunikation und die nicht-profitablen Familienanlässe eingesetzt werden.

Damit grenzt sich die Gruppe auch vom Taff (Theater Alti Fabrik Flaach» ab, das eine domi­nante Stellung im Ort beanspruche. «Kulturzuständigkeit wird teilweise eifersüchtig bewacht», umschreibt Stefan Leeger die «Platzhirsch»-Situation. Beide Veranstalter müssen den Saal von der Gemeinde anmieten; dem Taff gehört hingegen das technische Equipment, das sie beim Aufbau der Räumlichkeiten eingebracht haben.

Weinwanderung im Herbst

So konzentriert sich die Kuko auf Aktivitäten, die Flaach als aktive Gemeinde präsentieren sollen. Der nächste Anlass ist «Handwerk im Dorf» (10. September). In diesem Jahr öffnet Kilchs­perger Weine seine Türen zu einer Führung und Degustation. Wer will, kann auch den Umweg über eine schöne Weinwanderung nehmen. Ideen, die aus persönlichem Interesse resultieren, gäbe es viele. Bei Leeger wären es 16-mm-Filmabende auf Grossleinwand, bei seiner Frau ein argentinischer Abend mit Tango. Wer sich selbst ein Bild machen will, was läuft, kann dies über die soeben aufgeschaltete Webseite tun. Gäste sind in Flaach jederzeit willkommen. (Landbote)

Erstellt: 13.07.2017, 15:16 Uhr

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