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Gemeinde präsentiert das Lebenswerk ihres Förderers

Im Kultursaal Elgg gibt es neuerdings eine Ausstellung zum Lebenswerk des Diessenhofer Künstlers Carl Roesch zu sehen. Von einfachen Landschaftsbildern bis hin zu abstrakten Mosaikwerken ist dabei alles vorhanden.

Er war stets am Puls der Moderne: Der 1979 verstorbene Künstler Carl Roesch, dessen Lebenswerk im Elgger Kultursaal zu sehen ist.
Er war stets am Puls der Moderne: Der 1979 verstorbene Künstler Carl Roesch, dessen Lebenswerk im Elgger Kultursaal zu sehen ist.
Johanna Bossart

Rund 40 Personen haben sich am Donnerstagabend im Kultursaal des Elgger Bärenhofs versammelt. Grund für die Versammlung war die Vernissage zur Ausstellung des Lebenswerks von Carl Roesch.

Der Diessenhofer kreierte zu Lebzeiten eine eindrucksvolle Sammlung an Kunstwerken jeglicher Art – von der Darstellung des damaligen Arbeitsalltags bis hin zum Avantgardismus.

Anlass für die Ausstellung gab der kürzlich erfolgte Tod von Urs Roesch. Der Neffe des Diessenhofer Künstlers erbte nach dessen Tod im Jahr 1979 seinen gesamten Nachlass und gründete darauf die Carl-und-Margrit-Roesch-Stiftung. «Vor seinem Tod nahm Urs Roesch Kontakt zur Elgger Genossenschaft für Wohnen, Arbeit und Kultur (WAK) auf», erinnert sich Diessenhofens Stadtpräsident Markus Birk, der der Vernissage beiwohnte.

Elgger Kultur gefördert

Urs Roesch sei daraufhin mehrmals nach Elgg gereist, um die örtliche Kultur zu fördern. Nach seinem Tod nahm die WAK Kontakt zur Roesch-Stiftung auf – was schliesslich zur aktuellen Ausstellung führte. Ein Mitglied dieser Stiftung ist die Kuratorin Helga Sandl. Gemeinsam mit der Journalistin Tildy Hanhart war sie im Vorfeld für die Auswahl der Kunstwerke zuständig.

Die meisten der ausgewählten Werke bezogen die Kunstwissenschaftlerinnen aus dem Kunstmuseum Thurgau und der Stadtgemeinde Diessenhofen. Der Stadtgemeinde hat Roesch laut Sandl rund 170 seiner Hauptwerke vermacht. Weiter wurden sie auch bei Roeschs Familienangehörigen und weiteren Privatpersonen fündig. Bei der Auswahl habe man vor allem auf eine gewisse Vielfalt geachtet. So enthielt die Ausstellung nebst klassischen Ölgemälden auch Plattenmosaik, Fotografien und sogar eine Porträtbüste von Carl Roesch als Bronzeguss.

«Roesch ist mit seiner Kunst immer am Puls der Zeit geblieben.»

Kuratorin Helga Sandl

Zudem unterteilten die Kuratorinnen ihre Sammlung in drei zeitliche Epochen. Der dreiteilige Raum hat sich gemäss Sandl angeboten. Der erste Teil zeigtRoeschs Frühwerke, die sich hauptsächlich auf die Darstellung des damaligen Handwerkeralltags konzentrierten und dadurch auch die Mystik der Natur beschreiben. Von der anfänglichen Gegenständlichkeit seiner Arbeit wandte sich Roesch dann aber immer mehr ab. Sie wich ins Abstrakte reichenden Kunstwerken, in denen der Diessenhofer gekonnt Mittel der Reduktion und Vereinfachung einsetzte. Sein Vorbild in dieser Phase seines Schaffens war laut eigenen Angaben Pablo Picasso. «Roesch ist mit seiner Kunst immer am Puls der Zeit geblieben», sagt Sandl. Zur Gegenständlichkeit sei er aber stets zurückgekehrt, da er sonst seine künstlerische Seele verloren hätte. Im letzten Teil seines Werks seien diese Formen dann auch wieder dominant gewesen.

Gastgeber der Ausstellung ist Michel Cuendet, der in Elgg seit kurzem sein eigenes Kunstatelier betreibt. «Ich denke, er hat hier etwas Wichtiges geschaffen», meint Elggs Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Sein Dank galt aber auch der WAK, die den 2015 erbauten Kultursaal für die Ausstellung zur Verfügung stellte.

Carl Roesch – Am Puls der Moderne: Kultursaal Bärenhof, Obergasse 3, Elgg. Bis am 24. Juni 2018. Öffnungszeiten: Sa, So 10 bis 17 Uhr (geschlossen während der Heu­ferien vom 26. 5. bis 10. 6. 2018).

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