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Liebeslieder von nebenan

Rolf W. Kunz komponiert. Er setzt sich an sein Klavier und schreibt auf, was ihm auf der Seele liegt: Oft sind dies Liebeslieder, gegossen in aufwendige Arrangements, für die er sich dann mit renommierten Musikern zusammentut. So auch für sein achtes Album.

Rolf W. Kunz in seinem Arbeitszimmer daheim in Bauma. Foto: Madeleine Schoder
Rolf W. Kunz in seinem Arbeitszimmer daheim in Bauma. Foto: Madeleine Schoder

Rolf W. Kunz ballt die Fäuste: «Das ist...», er sucht Worte für das, was er hört, «paam», sagt er und strahlt. Ein sonniger Sonntag im Februar im Tonstudio von Alex Eugster, Sänger und Musikproduzent, einer der drei Brüder aus dem gleichnamigen Trio.

Eugster verfolgt am Bildschirm die Spur eines Tangos aus Kunz’ Feder: Im Nebenzimmer steht der deutsche Geiger Adam Taubitz, dessen Finger rasant übers Griffbrett seines Instrumentes gleiten. Ein, zweimal noch die heikleren Stellen, dann ist ein weiteres Stück auf Rolf Kunz’ achtem Album im Kasten. «Fantastisch», sagt dieser.

Kunz, 70-jährig, lebt in einem Haus in Bauma, wo er auch arbeitet: Er ist Komponist wie sein Onkel Erwin Ernst Kunz, sein Mentor und Lehrer, der 2014 verstorben ist und mit namhaften Musikern zusammengearbeitet hat: als Dirigent, als Orchesterarrangeur oder als Kontrabassist und Tubist des Zürcher Tonhalle-Orchesters.

«Der Onkel, der hatte ein absolutes Gehör», er sei sein grosses Vorbild, seine Leitfigur. Wenn es um Kollegen und Weggefährten geht, dann geizt Kunz nicht mit Lob.

Virtuose am Werk

Sich selbst will er weniger wichtig nehmen: «Ich bin ein einfacher Melodienschreiber», sagt er, er produziert leichte klassische Unterhaltungsmusik für Piano und Orchester, wobei sich um die Orchesterarrangements in den jüngeren Werken ein Kollege kümmert.

«Ich bin ein einfacher Melodienschreiber»

Rolf Kunz

Kunz schreibt neben seinen lieblichen Kompositionen auch Boogie-Woogies und Swing, Bossa nova oder auch Rumba. Seine Melodien werden zusehends komplexer, anspruchsvoller.

Für die Vertonung dann findet er Profis aus seinem grossen musikalischen Umfeld wie Adam Taubitz, der sich inzwischen vornehmlich dem Jazz verschrieben, sich aber auch in der Klassik über die Zusammenarbeit einen Namen gemacht hat. «Ein glänzender Geiger, keine Frage», sagt Kunz, dessen eingängige Motive wie auch die Läufe hoch in höchste Höhen auf Anhieb nach einer beeindruckenden Ausgangslage für die Produktion klingen, die hier am Werden ist: «Seeds of Love» heisst das Stück.

Tempo ist Taubitz’ Sache, hat er sich doch einen Weltrekord als schnellster Interpret von Nikolai Rimski-Korsakows Virtuosenstück «Hummelflug» erspielt. Rolf Kunz’ achtes Album wird voraussichtlich 2020 erscheinen.

www.rolfwkunz.com

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