Rheinau

Noch mehr Musik für die Insel

Mit neuen Veranstaltungsorten wird das Kulturangebot vielfältiger. Damit das jeder merkt, hat sich der Verein Rheinauer Konzerte formiert, der auch das Aufführungsproblem der Musikinsel-Künstler löst.

Der neu formierte Vorstand des Vereins Rheinauer Konzerte: (v. l.) Kerstin Knebel (Aktuarin), Ellinor von Kauffungen (Präsidentin), Bruno Hefti  (Finanzen), Monika von Känel (Klosterkirche), Andreas Maisch (Organist/künstlerischer Leiter).

Der neu formierte Vorstand des Vereins Rheinauer Konzerte: (v. l.) Kerstin Knebel (Aktuarin), Ellinor von Kauffungen (Präsidentin), Bruno Hefti (Finanzen), Monika von Känel (Klosterkirche), Andreas Maisch (Organist/künstlerischer Leiter). Bild: PD

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Beim Durchblättern des neuen Programms der Rheinauer Klosterkonzerte fällt auf: Es ist farbiger geworden; auch die Website kommt frisch und übersichtlich daher. Hinter den Kulissen hat sich der Verein Rheinauer Konzerte formiert, um die Klosterkonzerte breiter aufgestellt in die Zukunft zu führen. Wurde die Reihe zuvor vom Ortsverein organisiert, so übergab dieser Ellinor von Kauffungen als erster Vereinspräsidentin die Verantwortung – und auch eine Mitgift von rund 14 000 Franken, die noch zweckgebunden in der Kasse ruhte.

Ansprechpartner für Musiker

Daher trägt die von Juni bis September laufende Saison und auch das Programm 2019 zwar noch die Handschrift von Angela Gsponer und ihrem Mann, die die Veranstaltungen seit 2015 gemanagt haben. Damals öffnete die renovierte Klosterkirche ihre Pforten und die unter Heidi Wild konzipierte Konzertreihe konnte wieder aufgenommen werden. Rheinau ist jedoch eine begehrte Veranstaltungslocation und so versteht sich die Gruppe «als Dachverein für mehr Öffentlichkeit», wie Ellinor von Kauffungen sagt. Mit Newslettern und der neuen Website übernehme man eine Scharnierfunktion. Die Kommunikation verweist nämlich auch auf den Orgelkreis, die aus den Meisterkursen hervorgehenden Sommerserenaden oder den Groove Club in der Klosterscheune.

Der Verein, welcher gut 20 Mitglieder zählt, könnte auf 50 anwachsen, schätzt von Kauffungen. Für den Beitrag (40 Fr. Einzel/70 Fr. Paar) erhält man Ermässigungen und zum Beispiel eine Orgelführung. «Wir sehen uns auch als Ansprechpartner für Leute, die auf der Musikinsel üben und Aufführungsorte suchen», sagt die Vereinspräsidentin weiter. Die Nachfrage, die die Musikinsel selbst – ohne öffentlichen Konzertsaal – nicht befriedigen kann, bedient nun der Verein Rheinauer Konzerte. Mit dem Kaisersaal und der Scheune am Klosterplatz sowie der Magdalenenkapelle an der Spitze der Insel stehen Orte auch für kleinere Anlässe zur Verfügung. «In der Spitzkirche spielen demnächst zwei Harfenistinnen; auch für Kammermusik, die die ganze Kirche nicht füllen würde, ist das ein fantastischer Raum», erklärt sie. Ferner ist die Bergkirche im Oberdorf als Konzertort im Gespräch.

Denn die katholische Klosterkirche birgt Restriktionen: Da sie in ihrer Funktion für die sonntäglichen Gottesdienste erhalten bleiben soll, dürfen nicht mehr als sechs Konzerte pro Jahr durchgeführt werden. Eines davon ist mit einem Orgelkonzert des Gemeindeorganisten Andreas Maisch gesetzt.

Restriktionen in der Kirche

Für die anderen gilt, dass nur klassische oder sakrale Musik erklingen darf. Ein besonderes Anliegen ist Ellinor von Kauffungen, mehr Abwechslung ins Programm zu bringen. «Die klassischen Chorwerke wie die bachsche h-Moll-Messe oder die grosse Messe in c-Moll von Mozart werden immer wieder geboten, weil sie natürlich zum Repertoire der Laienchöre gehören, die hier auftreten möchten.» Denn auch das ist eine Besonderheit, bisher traten die Musiker an die Organisatoren heran und fragten, ob sie in der Klosterkirche spielen dürften. Die Verantwortung, auch für das Finanzielle, obliegt den Künstlern. Ein aktives Programmmanagement ist daher ein Zukunftswunsch des neuen Teams. Nicht zuletzt gibt es nun auch einen künstlerischen Leiter in der Person von Andreas Maisch.

Professioneller Ticketverkauf

Einen aufwendigen Punkt, den Ticketverkauf, lagert der Verein nach Möglichkeit an Ticketino aus, wobei Formationen, die ihre Karten in Eigenregie verkaufen möchten, dies weiterhin tun. Bei so viel professionellem Anspruch drängt sich die Frage auf, ob man nicht dereinst auch mit dem Museum Rheinau zusammenspannen wird. «Dessen Vereinspräsident, Daniel Grob, ist mein Nachbar», sagt Ellinor von Kauffungen dazu, «er ist sehr rührig und wir hätten schon Lust, Veranstaltungen zu verknüpfen.» (Landbote)

Erstellt: 15.05.2018, 08:47 Uhr

Rheinauer Konzerte

Den Auftakt zu den diesjährigen Rheinauer Konzerten macht an den beiden Sonntagen 20. Mai um 17 Uhr und 10. Juni um 11 Uhr das Harfenduo Arpe Diem mit Karin Livas und Veronika Ehrensperger, das in der Spitzkirche eine Stunde lang seine beidenHarfen zum Klingen bringt. Es ist ein ungezwungenes «Open Doors»-Konzert zum Reinhören, Kommen und Gehen, wann und wies beliebt. Eintritt frei.

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