Pfungen

Schulsanierung zwingt zu Sparmassnahmen

Der Platz für die Pfungener Schülerinnen und Schüler wird immer knapper. Die geplanten Gegenmassnahmen zwingen die Gemeinde zu drastischen Sparüberlegungen.

Das Sekundarschulhaus Seebel soll saniert und erweitert werden.

Das Sekundarschulhaus Seebel soll saniert und erweitert werden. Bild: Madeleine Schoder

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Der Singsaal der Sekundarschule Seebel ist voll an diesem Donnerstagabend – so voll wie sonst die Schulzimmer, um die es bei dieser Informationsveranstaltung des Gemeinderates geht. Zuerst wird über ein geplantes Pflegewohnheim informiert. Dann aber dreht sich einerseits alles um die Knappheit des Schulraumes in Pfungen und andererseits um die Knappheit der finanziellen Mittel zur Lösung dieses Problems.

Eine zusätzliche Sekundarklasse und zwei zusätzliche Primarklassen – so viel mehr Schülerinnen und Schüler soll Pfungen in den nächsten Jahren gemäss der Prognose, auf die sich der Gemeinderat stützt, unterbringen können. Ein drastischeres Szenario, das von einem Wachstum um bis zu acht Klassen insgesamt ausging, wurde als unrealistisch eingestuft. Doch auch der aktuell angenommene Zuwachs bei der Schülerschaft ruft nach mehr Platz. Für den Kindergarten wurde diesen Sommer bereits ein Provisorium errichtet, um die notfallmässig vergrösserten Klassen unterzubringen. Das Primarschulhaus ist ebenfalls um eine Klasse überlastet. Lernlandschaften der Sekundarschule, die während Phasen mit weniger hohen Schülerzahlen errichtet worden waren, hatten zu Klassenzimmern zurückgebildet werden müssen.

Zwei neue Gebäude bis 2024

Eine «sanfte Sanierung» soll nun dem bereits 1975 erbauten Sekundarschulhaus Seebel noch einmal 15 bis 20 Jahre Leben verleihen und damit einen teuren Gesamtneubau vertagen. Stattdessen sollen auf dem Areal der Sek, allerdings vor allem zur Entlastung der angrenzenden Primarschule Breiteacker, ein zusätzliches Nebengebäude und eine Doppelturnhalle erbaut werden. Wie genau das Schulgebäude ausgestattet sein und wie viele Klassenzimmer es beinhalten soll, lasse sich noch nicht sagen, so Silvio Zahnd, Vorsteher der Schulraumplanung. Dies werde in der nächsten Zeit mit der Schulpflege zusammen erarbeitet.

Bereits im November soll der Gemeinderat einen Kredit von schätzungsweise 20 Millionen Franken verabschieden, sodass die Vorlage im kommenden Februar dem Volk vorgelegt werden könne. Eine Fertigstellung der Sanierungen und Umbauten ist für spätestens 2024 geplant. Ob der Schulraum bis dahin ausreicht oder ob ein weiteres Provisorium nötig wird, lässt sich nicht definitiv sagen. «So wie es jetzt aussieht, sollte es aber reichen», sagt Zahnd.

Einschränkungen sind nötig

Klar ist: Nimmt das Volk die Bauinvestitionen an, wird ein Sparprogramm zur Abfederung der Kosten unumgänglich sein. Pfungen ist bereits mit 14 Millionen verschuldet, ab übernächstem Jahr soll dieser Betrag abgebaut werden. Der Steuerfuss wurde in den letzten vier Jahren bereits zweimal angehoben, von 107 auf 112 und schliesslich auf 117. Eine weitere Erhöhung sei nicht ausgeschlossen, so Stefan Jucker, Präsident der Hochbau- und Planungskommission. Ohne Einschränkungen gehe es vorerst aber nicht. «Wir dürfen uns nicht zu Tode sparen», erklärt er, fügt aber an: «Es hat noch Potenzial.» Man plane jährliche Einsparungen im sechsstelligen Bereich – «näher bei 100000 als bei einer Million». Woher genau das Geld kommen soll, das steht noch nicht fest, wie an diesem Abend mehrmals betont wird. An Ideen mangelt es allerdings nicht.

Sicher wolle man externe Dienstleister enger führen und sich überlegen, ob man bei der ­Warenbeschaffung eine Einkaufsgemeinschaft mit anderen Gemeinden bilden könne. LED-Lampen sollen den Strom­verbrauch senken, auch eine Einschränkung der Strassenbeleuchtung steht zur Debatte. Die Frequenzen der Strassenreinigung und des Strassenunterhalts könnten verringert werden.

Sparen beim Schulmaterial

Auch die Mitgliedschaften beim House of Winterthur, dem Technorama oder dem Stadttheater würden überprüft. Ortseigene Institutionen wie das Schützenhaus, das Ortsmuseum, die Kinderkrippe und die Vereine müssen ebenfalls mit Einbussen rechnen. Beim Schulmaterial könnten bis zu 30 Prozent eingespart werden. «Auch wir sind gefordert, einen Beitrag zu leisten, und müssen den Gürtel ­enger schnallen», erklärt Schulpräsident Pascal Reith. Auf Nach­frage gibt er an, die Unterrichtsqualität sei nicht gefährdet. «Es wurde in den letzten Jahren immer mehr budgetiert als gebraucht.»

Wo genau wie viel gespart werden soll, ist noch offen. «Es handelt sich dabei um einen laufenden Prozess», sagt Stefan Jucker. Erste Massnahmen seien bereits getroffen, weitere würden in den nächsten Gemeinderatssitzungen diskutiert. Und schliesslich hänge die tatsächliche Dringlichkeit weiterer Sparmassnahmen noch davon ab, ob die Bürger im nächsten Februar Ja sagen werden zu den geplanten Baumassnahmen.

Erstellt: 21.09.2019, 09:01 Uhr

Almacasa kommt nach Pfungen

Die Firma Almacasa, die im Kanton Zürich bereits drei Alterspflegeheime betreibt, plant eine Niederlassung für ungefähr 30 Bewohner an der Bahnhofstrasse 7. Die Einrichtung soll mehr auf Wohnkomfort als auf ein klinisches Setting setzen. Die Kosten für die Bewohner sollen allerdings nicht höher liegen als bei anderen Pflegeheimen. Die Nachricht wurde von den Anwesenden mehrheitlich positiv aufgefasst. «Ich möchte natürlich lieber zu Hause wohnen. Aber als Notlösung finde ich es eine gute Idee», sagte die Pfungenerin Margrit Nachbur. Die aktuell an der Adresse befindlichen Sozialwohnungen sind gemäss Gemeindepräsident Max Rütimann bereits umverteilt worden. (jok)

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