Seuzach

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Nächsten Freitag verbreiten gleich zwei Chöre ihren Groove in der katholischen Kirche. Die Midlife Cryers aus Seuzach und der Popchor Untersee treten erstmals gemeinsam auf.

Rund 80 Stimmen ertönen, wenn die Midlife Cryers aus Seuzach und der Popchor Untersee zum Auftritt in der katholischen Kirche Seuzach zusammenkommen.

Rund 80 Stimmen ertönen, wenn die Midlife Cryers aus Seuzach und der Popchor Untersee zum Auftritt in der katholischen Kirche Seuzach zusammenkommen. Bild: Johanna Bossart

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Die katholische Kirche Seuzach liegt beinahe im Dunkeln, das Innere der Kirche ist ebenfalls so spärlich beleuchtet, dass der Gesang des kleinen A-cappella-Chors aus dem Nichts zu kommen scheint. Der Projektchor, dem ambitionierte Sängerinnen und Sänger der Midlife Cryers angehören, probt unter der Leitung von Wolfgang Feucht den Song «Viva la Vida» (Coldplay). Auch Dirk Werner, der Chorleiter des Popchors Untersee, singt mit. Seine Sänger treffen an diesem Abend gerade ein, um das Konzert zusammen mit den Seuzachern vorzubereiten.Der Popchor Untersee zählt rund 30 Aktivmitglieder, die Midlife Cryers deren 50. «Heute findet unsere erste gemeinsame Probe statt», sagt Andrea Epper, Präsidentin des Popchors Untersee. «Wir freuen uns sehr auf dieses Projekt.» Epper ist gespannt auf das Zusammentreffen der beiden Chöre, anderthalb Wochen vor dem Auftritt. Die Chorleiter kennen sich hingegen seit ihrer Studienzeit in Trossingen (Deutschland), beide wohnen mittlerweile in Konstanz. «Wir haben den Kon­takt nie abreissen lassen.»

Aus Dirk Werners Feder stammen die Arrangements «Super Trouper» (Abba) und «Haus am See» (Peter Fox), die die Chöre gemeinsam singen werden. «Text ist das Alleinstellungsmerkmal von Chormusik», sagt er. Das klinge selbstverständlich, eröffne jedoch die Möglichkeit, dem Zuhörer eine Geschichte direkt zu erzählen.

Alle Texte auswendig lernen

Schon ein paar Tage zuvor waren die Midlife Cryers in der Riet­acker­turnhalle Seuzach zu einem Sing­sonntag zusammengekommen, um an ihrem Auftritt zu arbeiten. Ihr Mittagssandwich verdienen sich die Singenden, indem sie erneut an einer Passage des Songs «Africa» (Toto) feilen. «Ganz einfach ists ja nicht», sagt der Chorleiter Wolfgang Feucht. «Aber dieser Song ist eines der Lieblingsstücke des Chors.» Bei diesem Arrangement ersetzt der Chor die Keyboardbegleitung des Originals. Das verlange den Sängern rhythmisch einiges ab. Für die Sängerinnen Barbara Frei und Simone Scheier bedeutet es hingegen eine Herausforderung, alle Texte für das Konzert auswendig zu lernen, auch wenn das Repertoire sukzessive aufgebaut wurde.

Hohe Priorität im Leben

«Es ist wichtig, die obere Grenze eines Chors auszuloten», sagt Chorleiter Feucht und lobt die Fortschritte seiner Sängerinnen und Sänger. Jeder Chor müsse sich musikalischen Herausforderungen stellen, um weitere Mitglieder mit Gesangserfahrung anzu­sprechen. Nachwuchspro­bleme haben die Midlife Cryers zwar keine, trotzdem schafft der Verein Angebote, um attraktiv zu bleiben. So führten sie beispielsweise Anfang Jahr Singworkshops für Männer durch – unter dem Titel «Frühling für die Männerstimme».

Das Fach Chorleitung war ein Studienschwerpunkt Feuchts während der Ausbildung an den Musikhochschulen Trossingen und Örebro (Schweden). Ihn fasziniere die Energie, die entstehe, und die Verbundenheit mit den Sängern. «Der Chor ist mir wichtig», sagt Wolfgang Feucht. Das Miteinander der Sänger zeige sich nicht nur bei Auftritten oder in der Probe, sondern auch im Alltag, «die Chormitglieder tragen sich durch schwierige Zeiten». Für viele Chormitglieder habe der Chor eine hohe Priorität im Leben.

«Der Mittwoch der Probe ist mir heilig», bestätigt Annemarie Brunner, «denn Singen befreit.» Sie schätzt den guten Zusammenhalt der Mitglieder. Christa Eisenring sieht im Chor eine tolle Abwechslung, in Zeiten von Handy und Computer «ein Aufsteller». (Landbote)

Erstellt: 02.11.2017, 16:02 Uhr

Konzert

Popchor Untersee, Midlife Cryers und Christopher Reinbold (Piano) Freitag, 10. November, katholische Kirche St. Martin, Reutlingerstrasse 52, Seuzach.

Braten und Risotto ab 18 Uhr. Türöffnung 19.30 Uhr, Konzert­beginn 20 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

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