Rheinau

Sie spielen nie zweimal das Gleiche

Die Blues-Funk-Formation Groovepack stattet dem Grooveclub einen Besuch ab.

Groovepack spielten als Vorband von Zucchero – und erhielten grossen Applaus. Foto: PD

Groovepack spielten als Vorband von Zucchero – und erhielten grossen Applaus. Foto: PD

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Seit 18 Jahren stehen Groovepack schon auf Schweizer Bühnen. Ihren «Namensvetter» Groove­club besuchen sie aber zum ersten Mal.

«Das Einzige, was ich vom Grooveclub weiss, ist, dass es ein lustiger Name ist», sagt Steff Müller, der Sänger der Band. «Das hat uns gereizt, auch weil es eine Gegend ist, wo wir noch nicht so oft waren.»

«Ich hatte meinen Leuten gesagt: Seid nicht enttäuscht vom Applaus – am Schluss gab es Standing Ovations!»

Seinen Fokus hat das Quintett aus Sissach im Baselland. Überregionale Bekanntheit brachte aber der Auftritt als Vorgruppe von Zucchero an der AVO Session 2008. «Ich werde oft gefragt, ob das nicht das Highlight war und danach nichts Vergleichbares mehr kam», so Müller.

Von neun Kameras seien sie gefilmt worden, die Aufzeichnung wurde inzwischen mehrfach ausgestrahlt. «Ich hatte meinen Leuten gesagt: Seid nicht enttäuscht, wenn die etwas nett applaudieren, die kommen wegen Zucchero – am Schluss gab es Standing Ovations für uns!»

Songs, nicht zu Tode geprobt

Die Gruppe hat so viel Routine aus über 150 Konzerten, dass sie nur noch zusammenkommt, um neue Stücke zu proben. Keyboarder Hene Wirz, Saxofonist Beat Riggenbach, Schlagzeuger Stephan Felber und Bassist Daniel Oswald sind schliesslich erfahrene Musiker, drei von ihnen unterrichten beruflich.

«Ich glaube, es ist auch ein grosser Vorteil, wenn man sich nicht wöchentlich trifft», sagt der Bandleader, der sich selbst als Zirkusdirektor bezeichnet, «man kann einen Song auch zu Tode proben.»

Er will kein Popmusiker sein

Ähnlich sparsam ist man mit Alben, nur drei sind in den fast zwei Jahrzehnten erschienen. «Das A und O eines Livekonzerts ist, was zwischen den Musikern und dem Publikum passiert», sagt Müller dazu, «Spontanität hat bei uns immer Platz.» Er hat die meisten Stücke mit Unterstützung seiner Mitmusiker geschrieben.

Wenn Groovepack zu fremden Songs greifen, dann würden sie deren Grundidee, zum Beispiel eine Hookline, aufnehmen und es auf ihren Stil umbauen. Das sei es auch, was ihre «Stammleute», die zu den Konzerten mitreisen, liebten: «Sie finden es spannend, wie Stücke anders klingen als beim letzten Mal.»

«Wir spielen, wie wir es cool finden, und das ist meistens Vollgas.»

Müller erinnert sich auch gerne an sein Konzert an den Musikfestwochen Winterthur, damals noch mit einer Amateurband. Heute verfolgt er selbst die Musik der Jungen, durch seinen Nachwuchs, 19 und 21 Jahre alt, und innerhalb seines eigenen Genres. Das Flo Bauer Blues Project gefällt ihm, aber auch Marc Sway findet er grossartig. «Ich bin froh, dass ich kein Popmusiker bin», sagt er jedoch, «der immer wieder das Gleiche spielen muss.»

Die Zeiten haben sich geändert seit seinen Anfängen, auch die Form der Ausbildung. «Heute gibt es Tutorials für Bluesmusiker im Internet, aber früher hat man so gelernt, von anderen.» Zweimal hielt sich Steff Müller deshalb in Chicago und einmal in New York auf. Besonders beeindruckt hat ihn der amerikanische Gitarrist und Sänger Jimmy Johnson. «Ich bin klar von allem fasziniert, was von der schwarzen Musik kommt, von Feeling-Musikern, die nicht Note für Note vom Blatt spielen.»

Geblieben ist ihm auch die Anekdote als Vorband des Pianisten Sunnyland Slim in Basel. Nachdem sie die Stimmung angeheizt und sich zurückgezogen hatten, kam Sunnyland hinter die Bühne: «Ihr könnt euch doch jetzt nicht hinsetzen», habe er gesagt, «ihr müsst mich begleiten.»

Das dreiteilige Set im Grooveclub wird aus bekannten Stücken bestehen, die fünf haben aber auch zwei neue Songs eingeübt. Ihr Versprechen: packender Funk, gefühlvoller Blues und mitreissender Soul. Oder wie Steff Müller es ausdrückt: «Wir spielen, wie wir es cool finden, und das ist meistens Vollgas.»

Groovepack Freitag, 30. August, Türöffnung und Bar/Essen ab 19 Uhr, Konzert 21 Uhr. Klosterplatz 2, Rheinau. Eintritt: 15 Franken.

Erstellt: 22.08.2019, 16:29 Uhr

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