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Solist mit seltenem Instrument

Gedichte aus Winterthur und kühle Klänge: Am Sonntag spielt Jan Freicher in der Kirche Dättlikon sein Vibrafon. Pfarrerin Franziska Hürlimann wird Texte von Ruth Näf Bernhard lesen.

Ein bisschen wie ein Xylophon, aber mit Metallstäben versezt und entsprechend kühler im Klang: Das Vibraphon. Jan Freicher gibt am Sonntag ein Konzert in Dättlikon.
Ein bisschen wie ein Xylophon, aber mit Metallstäben versezt und entsprechend kühler im Klang: Das Vibraphon. Jan Freicher gibt am Sonntag ein Konzert in Dättlikon.
Brajan Osiecki

Dass Jan Freicher in der reformierten Kirche Dättlikon aufspielt, lässt noch nicht aufhorchen. Immerhin ist er da Organist. Am Sonntag aber bringt er sein geliebtes Vibrafon mit und gibt eigene Kompositionen zum Besten. «Easy Listening», eingängige Musik, wie der gebürtige Pole sagt. Im Süden Polens hat er Jazz-Vibrafon studiert, in Danzig unterrichtet er das eher seltene Instrument heute an der Musikhochschule, der State Academy of Music.Er pendelt zwischen seinem Dozentendasein in Danzig und der Anstellung in Dättlikon, zwischen Polen und der Schweiz, genauer Baden, wo seine Frau wohnt. Bald will er vorerst ganz hierherziehen.

Das metallene Xylofon

Musikalisch mag er sich nicht festlegen: Freicher ist Pianist, ­Organist und eben Vibrafonist – ein Perkussionsinstrument, das dem Xylofon gleicht, dessen Stäbe aber nicht aus Holz, sondern aus Metall gefertigt sind. Der Klang ist entsprechend kälter. «Die Leute interessieren sich für mein Instrument und stellen viele Fragen», sagt Freicher, «sie mögen den Klang.» Die kleine Kirche in Dättlikon biete den idealen Klangraum, eine angenehme Akustik für das Vibrafon. Am ­Vibrafon mag Freicher, dass es ihm andere klangliche Möglichkeiten eröffnet als Klavier und Orgel: «Artikulation und Ausdruck sind bei Schlaginstrumenten ganz anders als bei Tasteninstrumenten», sagt er.

«Die Leute ­interessieren sich für mein Instrument und stellen viele Fragen, sie mögen den Klang.»

Jan Freicher, Jazz-Vibrafonist

Freicher wird am Sonntag auch E-Piano und Orgel spielen, hauptsächlich Eigenkompositionen, die er zwischen Jazz und Klassik ansiedelt. Er schreibt Kammermusik, Kompositionen für Orchester, Theater und Filmmusik sowie Solostücke für das Vibrafon. «Natürlich habe ich mich in meiner Ausbildung auch mit sakraler Musik befasst. Heute ist mir der Jazz aber näher», so Freicher, der auch bekannte Melodien aus den Musicals «Cats» und «Les Miserables» arrangiert und für sein Konzert am Sonntag einstudiert hat. Pfarrerin Franziska Hürlimann wird Gedichte von Ruth Näf Bernhard, der Pfarrerin in der Stadtkirche Winterthur, lesen.

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