Illnau-Effretikon

Sterben mit Paukenschlag

Alle zwei Jahre verwandelt das Stadttheater Bisikon die Tabakschür in ein Theater. Ab dem 14. Juni zeigen die Schauspieler dort ein Stück, nach dem sie lange suchen mussten.

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Diesen Sommer ist es wieder so weit: Die Tabakschür von Bisikon wird leer geräumt und zum Theater umgebaut. «Je näher es kommt, desto grösser ist die Vorfreude», sagt Angela Lembo. Seit 2013 ist sie Präsidentin des Vereins Stadttheater Bisikon, vorher hatte sie bereits als Darstellerin mitgespielt. Seit 38 Jahren tritt der Verein im Zweijahresrhythmus auf – dieses Jahr achtmal ab dem 14. Juni.

Im letzten Sommer haben Lembo und drei weitere Vereinsmitglieder mit der Suche nach dem passenden Stück begonnen. Das Theater bestellt jeweils 20 Stücke beim Breuninger-Theaterverlag zum Lesen, normalerweise suchen sie daraus ihr nächstes Spiel aus. «Im ersten Paket hat uns nichts gefallen.» So mussten weitere 20 Lustspiele her – wieder ohne Erfolg. «Dann habe ich mich selber auf der Internetseite des Verlags umgesehen», sagt Lembo. Dort ist sie schliesslich auf «Wie wär's mit Tee» von Enrico Maurer gestossen.

Als Paar auf der Bühne

«Das passt gut zu unseren Schauspielern», sagt die Vereinspräsidentin. Auch sie wird in einer kleinen Rolle auf der Bühne stehen. Die sieben anderen Darstellerinnen und Darsteller waren mit einer Ausnahme alle schon einmal in der Tabakschür zu sehen.

Der Neue ist Roy Lembo, der Mann von Angela Lembo. Er spielt eine der beiden Hauptrollen. «In seiner Freizeit ist er als Sänger und Songwriter unterwegs, also etwas vertraut mit der Bühne», sagt Lembo über ihren Gatten. Sie und ihr Mann kommen nur für einen kurzen Dialog zusammen im Stück vor. Dennoch geniesse sie die Proben mit ihm: «Es ist schön, ein gemeinsames Hobby zu haben.»

«Böhm will einen Tod mit Paukenschlag»Angela Lembo über die Hauptfigur

Roy Lembo schlüpft in die Rolle von Henry Böhm, der genug hat von seinem Leben als einsamer Filmstar. Doch sein Tod soll nicht ungehört bleiben: «Böhm will einen Tod mit Paukenschlag», sagt die Vereinspräsidentin. Dazu engagiert er eine Killeragentur und lädt sogar eine Journalistin ein, die seinen Abgang festhalten soll. «Doch am Ende wird alles recht kompliziert», sagt Lembo. Wieder einmal kommen Gefühle zwischen Mann und Frau dem geplanten Vorhaben in die Quere.

«In dieser Zeit muss man von keinem aus Bisikon etwas wollen.»Angela Lembo, Vereinspräsidentin Stadttheater Bisikon

Regie führt Alexander Stutz, der gerade seine Ausbildung zum Regisseur abschliesst. «Durch ihn können wir viel profitieren», sagt Lembo. Schliesslich seien sie alle Laienschauspieler, doch Stutz hole aus jedem das Beste heraus: «Er weiss manchmal, wie sich unsere Rolle anfühlt, bevor wir es selbst wissen.» So gebe er Inputs, die umsetzbar seien.

Pausen müssen sein

Über zwei Wochen wird Bisikon zum Theaterdorf: «Dann hilft jeder mit. In dieser Zeit muss man von keinem aus Bisikon etwas wollen», sagt Lembo. Manche helfen beim Aufstellen der Festbänke, andere bringen Kuchen oder arbeiten im Service. Von den Einnahmen der Aufführungen hat schliesslich ganz Bisikon etwas. Damit wird schon seit Vereinsgründung der Bisiker Naturschwimmteich finanziert.

Um das «Dorffest», wie Lembo die Theaterwochen selbst bezeichnet, geniessen zu können, muss das Stück genügend Möglichkeiten für Pausen bieten. «Deswegen führen wir immer einen Dreiakter auf.» So ist nach jedem Teil eine Pause zum Essen, Trinken und Austauschen vorgesehen.

Stadttheater Bisikon: Ab dem 14. Juni zeigt das Theater Bisikon das Drama «Wie wär's mit Tee» vonEnrico Maurer. Die acht Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr in der Tabakschür. Tickets und Infos: www.stadttheater.bisikon.ch

Erstellt: 06.06.2019, 11:52 Uhr

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