Weisslingen

72 Stunden Zeit für 72 Sekunden Film

Der Kitesurfer Andrea Luca Ammann aus Weisslingen hat eine zweite Leidenschaft, das Filmen. Zum Thema Liebe hat er 72 Stunden lang gedreht.

Der Kurzfilm Sophia stand zur Wahl beim Zürcher Film Festival.


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Andrea Ammann, Sie haben für einen Sommerwettbewerb beim Zürcher Film Festival den Kurzfilm «Sophia» eingereicht. Bis vorgestern durfte das Publikum online abstimmen. Für einen Sieg hat es nicht gereicht. Enttäuscht?
Andrea Luca Ammann: Ja, natürlich. Da sich das Ergebnis aber bereits im Laufe des Donnerstags abzeichnete, ist die Enttäuschung nicht riesig. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass der Sieg mehr davon abhing, wie viele Leute man mobilisieren konnte und weniger, wie gut der Film wirklich war. Was Qualität und Story betrifft, müssen wir uns aber nicht verstecken.

Sie hatten nur 72 Stunden Zeit, um sich eine Geschichte auszudenken und die Szenen für einen 72-Sekunden-Film zu drehen. Wie haben Sie das alles zusammenbekommen?
Gedanken haben wir uns vorher keine zur Story gemacht. Das hätte auch nichts gebracht, da wir nicht wussten, was das Thema sein würde. Wir wussten einzig, dass ich eine Szene am Albani-Fest drehen wollte. Auch die Schauspieler habe ich vorher nicht angefragt. Da sich nicht jeder für jedes Thema eignet. Zum Glück konnte ich auf meinen Bekanntenkreis zurückgreifen.

«Ich möchte unbedingt wieder einmal an einem Filmwettbewerb teilnehmen.»

Ihre Filmcrew bestand aus sechs Leuten, darunter zwei Schauspieler, ein Kameramann, der auch Regie geführt und den Film geschnitten hat, und Sie. Sie haben die Geschichte erfunden, Regie geführt, gefilmt und die Musik komponiert. Wer von Ihnen macht das professionell?
Niemand. Zumindest noch nicht. Byron Trieb, der unter anderem die Kameraführung übernommen hat, kannte ich schon aus der Gymi-Zeit. Wir haben vor gut zwei Jahren einmal ein Party-Aftermovie produziert. Einen Kurzfilm zu einem solchen Thema jedoch noch nie. Er macht das als Hobby, aber auf einem sehr hohen Niveau.

Haben Sie ein Drehbuch geschrieben?
Dafür hatten wir eigentlich fast keine Zeit. Denn am Mittag haben wir das Thema «Sommer Love» bekommen und am Abend bereits die ersten Szenen gedreht. Ich hatte aber ein klares Drehbuch im Kopf.

Ihre zweite grosse Leidenschaft ist das Kitesurfen. In diesem Jahr sind Sie im Snowkiten in der Kategorie Freestyle nach 2016 erneut Europameister geworden. Womit möchten Sie Geld verdienen?
Ich war letztes Jahr verletzt, so dass ich meine Erwartungen bezüglich Wettkämpfe etwas hinunterschrauben musste. Ich konzentriere mich derzeit mehr darauf, Fotos und Videos für die Sponsoren zu produzieren. Und es wäre schön, wenn ich neben dem Sport mit dem Filmemachen Fuss fassen könnte. Mit jedem Projekt entwickle ich mich weiter und kann meine Kreativität auf sehr vielseitige Weise ausleben.

Luca Ammann ist auch ein Leidenschaftlicher Kitesurfer. Bild: Lukas Pitsch/ProImagehub

Wie sind Sie zum Filmen und Fotografieren gekommen?
Schon seit jeher hat mich das Fotografieren und Filmen fasziniert. Mit selbst produzierten Videos vom Kite-Sport habe ich Erfahrungen gesammelt. Danach habe ich mehr und mehr gemerkt, dass mir auch Projekte ausserhalb des Sports enorm Freude bereiten.

Während des Zürcher Film Festivals Ende September könnten Sie nochmals einen Film einreichen. Werden Sie das tun?
Ich möchte unbedingt wieder einmal an einem Filmwettbewerb teilnehmen. Ob es jedoch bereits im September wieder für das Zürcher Film Festival ist, weiss ich noch nicht.

(Der Landbote)

Erstellt: 06.07.2018, 18:24 Uhr

Der Weisslinger Andrea Luca Ammann.

Der Film

Eine Sommerliebe

ZFF 72 heisst der Sommer-Filmwettbewerb, den das Zürcher Filmfestival organisiert hat. Interessierte konnten zum Thema «Sommer Love» einen Beitrag einreichen.

Die Filmcrews hatten dann 72 Stunden Zeit, um einen Film von maximal 72 Sekunden Länge zu produzieren. In einem 72 Stunden dauernden Online-Voting hat das Publikum dann bis Donnerstagabend seinen Favoriten in der Kategorie «Viewers Award» gewählt. Gewonnen hat mit 3614 Punkten der Film «Endless Summer» von Vinay Kalia.

Jener des Weisslingers Andrea Luca Ammann erhielt 668 Punkte. Sein Film «Sophia» thematisiert das Spannungsfeld zwischen dem innigen Herzwunsch eines jungen Mannes nach einer romantischen Liebesbeziehung, der aber in seiner digitalen Traumwelt von Onlinespielen gefangen ist. Dadurch verpasst er das reale Leben und wacht aus seinem unerfüllten Tagtraum erschreckt wieder auf.

Alle Kurzfilme unter:72.zff.com

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