Hettlingen

Angst vor der Verkehrsumleitung

Wird Hettlingen stark leiden, wenn die Kantonsstrasse zwischen Aesch und Henggart saniert wird? Ja findet eine Arbeitsgruppe. Eher kaum, meint die Gemeinde. Die Wahrheit liegt in der Mitte.

Während der Sanierung der Kantonsstrasse zwischen Aesch und Henggart wird der Verkehr über die Schaffhauserstrasse in Hettlingen umgeleitet. Foto: Marc Dahinden

Während der Sanierung der Kantonsstrasse zwischen Aesch und Henggart wird der Verkehr über die Schaffhauserstrasse in Hettlingen umgeleitet. Foto: Marc Dahinden

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Ab März wird die Kantonsstrasse zwischen dem Neftenbacher Ortsteil Aesch und Henggart saniert. Eine Arbeitsgruppe in Hettlingen, die sich unabhängig von diesem Ereignis für eine Tempo-30-Zone im Dorfkern von Hettlingen einsetzt, befürchtet Schlimmes, denn der Verkehr wird über Hettlingen umgeleitet. »Wir rechnen mit einer Verdoppelung des Verkehrsaufkommens auf 8000 Fahrzeuge täglich», sagt Hannes Barandun, der Teil der sechsköpfigen AG Dorfkern ist, in der neben ihm drei Frauen und zwei weitere Männer aus der Bevölkerung sitzen.

Die Zahl 8000 kann auch der Kanton bestätigen. Die Verdoppelung nicht. Thomas Maag, Mediensprecher des kantonalen Tiefbauamtes, sagt auf Anfrage: «Aktuell sind es rund 5000 Fahrzeuge pro Tag, während der Bauzeit rechnet das Verkehrsmodell mit rund 8000 Fahrzeugen pro Tag.»

Die AG Dorfkern befürchtet auf jeden Fall ein erhöhtes Unfallrisiko. Bei der Bus-Haltestelle würden pro Stunde sechs bis zehn Postautos anhalten, teilweise auf beiden Fahrspuren gleichzeitig. Die sechs Mitglieder fordern deshalb Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit während der Verkehrsumleitung.

Massnahmen gefordert

Die AG fordert eine temporäre Tempo-30-Strecke auf der Schaffhauserstrasse im Dorfzentrum, einen Begleitdienst für die Schulkinder, ausserdem Warntafeln mit Blinklichtern auf beiden Seiten der Bushaltestelle und ein Smiley-Messgerät vor der nördlichen Kurve. Ein Sponsor würde die Mietkosten bis maximal 5000 Franken übernehmen.

«Die Hettlinger werden den Mehrverkehr primär am Morgen spüren, weil dann auf der Umleitung der Berufsverkehr Richtung Winterthur spürbar ist.»

Die gleiche Kantonsstrasse wurde 2018 schon in einer ersten Etappe zwischen Aesch und Riet saniert. Auch damals wurde der Verkehr über Hettlingen umgeleitet. Der Gemeinderat Hettlingen habe seinerzeit einen temporären Fussgängerstreifen beantragt, der nun extra auch während der jetzigen Umleitung bestehen bleibe, sagt Gemeindeschreiber Matthias Kehrli. Er gehe aber dieses Mal von eher weniger Mehrverkehr als 2018 aus. Zu den Forderungen der AG Dorfkern könne man noch nichts sagen. Es sei ein Treffen geplant.

Laut Kanton lässt es sich leider nicht vermeiden, dass es in Hettlingen während den sechs Monaten Bauzeit zu Mehrverkehr kommt, sagt Maag. «Fast zwei Monate der Baustelle verlaufen aber in der verkehrsärmeren Schulferienzeit.» Nur ein Teil des Verkehrs Richtung Neftenbach/Winterthur werde die Umleitungsroute befahren (siehe Box).

Mehrverkehr am Morgen

Der übrige Verkehr wird Maag zufolge auf der Autobahn verbleiben oder die Baustelle anders umfahren. «Die Hettlinger werden den Mehrverkehr primär am Morgen spüren, weil dann auf der Umleitung der Berufsverkehr Richtung Winterthur spürbar ist.»

Verkehrsberuhigende Massnahmen sind laut Kanton während der Bauzeit keine vorgesehen, da es sich nicht um einen Schleichweg, sondern um die offizielle und signalisierte Umleitung handle. «Damit aber möglichst wenige LKWs auf der Umleitungsroute fahren, werden auf der Autobahn spezielle Wegweiser montiert, welche die LKWs Richtung Embrach auffordern, auf der Autobahn zu bleiben», so der Mediensprecher. Eine temporäre Tempo-30-Massnahme sei aktuell nicht vorgesehen, zumal die effektiv gefahrene Geschwindigkeit im Dorfzentrum kaum 50 km/h betrage. Die Situation werde aber beobachtet, verspricht der Kanton.

Erstellt: 12.02.2020, 17:57 Uhr

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