Rickenbach Sulz

Bankräuber fuchtelte mit Feuerzeug-Pistole

Vor einem Jahr wurde die Landbank in Rickenbach Sulz überfallen. Der Täter hatte Hilfe von zwei Familienmitgliedern. Alle drei stehen nächste Woche vor Gericht.

So ähnlich wie diese echte Pistole sah das Feuerzeug aus, mit dem der Räuber die Bank überfallen hat.

So ähnlich wie diese echte Pistole sah das Feuerzeug aus, mit dem der Räuber die Bank überfallen hat. Bild: Thomas Egli

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Kurz nach elf Uhr morgens am 7. Januar 2019 stürmte ein Mann mit schwarzer Mütze und Sonnenbrille in die Filiale der Zürcher Landbank in Rickenbach Sulz. Er bedrohte den anwesenden Bankangestellten mit etwas, das aussah wie eine Pistole, Marke Beretta, neun Millimeter, und wiederholte die Worte «schnell» und «Geld». Der Angestellte händigte dem Räuber knapp 20000 Franken aus, die dieser in einen Plastiksack steckte und damit die Bank verliess. Ein Helfer wartete in einem Auto auf ihn.

Schnell geschnappt

Weit kamen die beiden nicht. Sofort startete die Kantonspolizei eine Fahndung und setzte Patrouillen und sogar Suchhunde ein. Keine zwei Stunden später konnte sie die zwei Verdächtigen verhaften. Am kommenden Montag beginnt am Bezirksgericht Winterthur der Prozess gegen den Haupttäter, der wegen Raub und Mitführen einer Waffe angeklagt ist. Die Staatsanwaltschaft beantragt vier Jahre Gefängnis und einen Landesverweis von zehn Jahren. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, steht er mit zwei Helfern, einem Geschwisterpaar, vor Gericht. Alle drei sind um die dreissig Jahre alt und tragen denselben Nachnamen, ob und wie Bruder und Schwester mit dem Haupttäter verwandt sind, ist nicht ersichtlich.

«Er fuchtelte mit der vermeintlich schussbereiten
Pistole herum.»
Aus der Anklageschrift

Der Beschuldigte reiste an Weihnachten vor einem Jahr als Tourist aus Mazedonien in die Schweiz ein. Im Gepäck hatte er die Pistole, bei der es sich um ein Feuerzeug handelte. Ein echt aussehendes Imitat, bei dem sich der Schlagbolzen zurückziehen liess, was der Beschuldigte in der Bank auch getan hatte, um den Angestellten einzuschüchtern.

Bank beobachtet

An drei Tagen Anfang Januar kundschaftete der Beschuldigte die Landbank in Rickenbach aus. Mindestens zweimal liess er sich dabei von seinem Helfer fahren. In der Nacht vor dem Überfall chattete der Haupttäter mit der Schwester des Helfers und wollte 50 Franken von ihr, um dunkle, möglichst schwarze Kleidung beschaffen zu können. Die Schwester musste ihn am nächsten Morgen wecken, damit er sich im Zentrum Rosenberg eine schwarze Jacke kaufen konnte. Danach fuhr ihn der Bruder nach Rickenbach, wo sich der Haupttäter umzog und kurze Zeit später den Überfall verübte.

Für den Bruder, der eine Niederlassungsbewilligung C hat, fordert die Staatsanwaltschaft zwölf Monate Gefängnis und einen Landesverweis von fünf Jahren. Auch für die Schwester sind zwölf Monate Gefängnis gefordert, allerdings soll sie nur sechs davon absitzen müssen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Geschwister über die Pläne des Haupttäters Bescheid gewusst und ihm dabei geholfen hatten.

Geld geschützt

Der stellvertretende Leiter der Zürcher Landbank Roger Bernhard erklärte vor einem Jahr gegenüber dieser Zeitung, dass Bankangestellte von Experten der Polizei speziell geschult würden, wie man bei einem Überfall reagieren müsse. Wie im Film einfach sackweise Geld auf den Tresen stellen, ist nicht möglich. Der automatischen Kassentresor, eine Art spezieller Safe, schützt einen Grossteil des Bargeldvorrats. Mit dem erbeuteten Geld hatte der Räuber vorgehabt, Schulden zu begleichen.

Erstellt: 14.01.2020, 17:41 Uhr

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