Turbenthal

Das Fluglärm-Podium weckt schon Emotionen, bevor es los geht

Gemeindepräsident Georg Brunner stört sich an der Kritik aus den Nachbargemeinden.

Fluglärm ist im Tösstal für viele ein Ärgernis.

Fluglärm ist im Tösstal für viele ein Ärgernis. Bild: Barbara Truninger

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Fluglärm ist im Tösstal ein brisantes Thema. Viele stören sich seit Jahren an den vielen Überflügen, insbesondere am späten Abend. Eine Gruppe will die Fluglärm-Diskussion nun ausweiten und den Zeitgeist der Klimabewegung nutzen.

Sie organisiert am 4. September eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: «Auswirkungen des Flugverkehrs auf Klima, Umwelt und Gesundheit». Getragen wird der Anlass von «Fair in Air», einer Kampagne, die aus dem Verein Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) hervorgegangen ist. Aber auch die SP, die FDP und die Turbenthaler Energiekommission unterstützen den prominent besetzten Anlass.

In der Grosshalle Turbenthal diskutieren ab 19.30 Uhr Ruedi Noser, FDP-Ständerat, Marcel Hänggi, Initiant der Gletscherinitiative, sowie Barbara Günthard-Maier, FDP-Stadträtin aus Winterthur.

Für Inputs vorgesehen sind zudem SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf, Grüne-Kantonsrat Urs Dietschi sowie Felix Caduff, er ist Präsident der örtlichen SP und koordiniert den Anlass. Moderiert wird der Abend von «Landbote»-Redaktor Jonas Gabrieli.

Terminkollision in Wildberg

Die bevorstehende Podiumsdiskussion löst jedoch nicht nur Vorfreude aus. Die SVP-Gemeindepräsidenten aus Wila und Wildberg reagieren auf Anfragen um Unterstützung mit Kritik, die sie unlängst im «Tössthaler» äusserten.

Der Anlass diene einzig dazu, das schlechte Gewissen zu beruhigen, liess sich Hans Peter Meier, Gemeindepräsident in Wila, zitieren. Und der Wildberger Gemeindepräsident Dölf Conrad wittert eine rot-grüne Wahlkampfveranstaltung. Vor allem aber ärgert er sich über das gewählte Datum: Am 4. September findet in Wildberg gleichzeitig eine Gemeindeversammlung zum Thema Einheitsgemeinde statt.

Conrad hofft, dass möglichst viele Wildbergerinnen und Wildberger teilnehmen werden und sich mit dem für die Gemeinde wichtigen Thema auseinandersetzen. Das Datum der Gemeindeversammlung habe man schon vor über einem Jahr festgelegt. Zudem sei das Podium nicht ausgewogen besetzt. So vertrete niemand die Sicht des Flughafens.

«Wir schliessen niemanden aus. Es würde uns freuen, wenn auch die SVP mitdiskutiert.»

«Ich bin auch für Klimaschutz und eine gerechte Verteilung des Fluglärms», sagt Conrad. Auch die Ausweitung des Themas auf die Klimadebatte finde er richtig. «Nur ist in diesem Fall die Organisation dilettantisch. So etwas darf man nicht mit dem Geld der Steuerzahler finanzieren.»

Felix Caduff von der SP-Turbenthal bedauert die Terminkollision mit Wildberg. Man habe den 4. September bereits im Jahr 2018 festgelegt, dies aus terminlichen Gründen einzelner Mitwirkenden. Zur übrigen Kritik sagt er, dass das Podium sehr breit abgestützt sei und nebst der FDP und der SP etwa auch Parteimitglieder der GLP oder der EVP involviert seien.

«Wir schliessen niemanden aus. Es würde mich freuen, wenn auch die SVP mitdiskutiert.» Für Caduff ist klar, dass die Themen Fluglärm und Klima zusammengehören. «Emissionen von Flugzeugen haben gravierende Auswirkungen», sagt er. Dennoch nähmen Flugbewegungen weiterhin ungebremst zu.

Auch Gemeindepräsident Georg Brunner, der an der Veranstaltung das Grusswort halten wird, lässt die Kritik aus Wildberg und Wila nicht gelten. «Es steht den beiden Gemeindepräsidenten gar nicht zu, über den Anlass in Turbenthal zu urteilen.»

Denn das diesjährige Fluglärm-Podium werde nicht wie in den Jahren zuvor von den Gemeinden veranstaltet. Die Kritik am ehrenamtlich organisierten Anlass hält Brunner zudem für nicht konstruktiv.

«Besser wäre es, an der inhaltlichen Diskussion teilzunehmen.» Fluglärm sei ein drängendes Problem, genauso wie der Klimawandel. «Wir alle spüren, dass es wärmer wird.» Das Podium in der Grosshalle sei sehr hochkarätig besetzt und könne zur Meinungsbildung beitragen. «Ich lade alle dazu ein, teilzunehmen und auch kritische Fragen zu stellen.»

Erstellt: 15.08.2019, 15:59 Uhr

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