Dättlikon

Das Putzen der Auen verzögert sich

Eine Interpellation von SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr zur Sanierung der Töss-Auen wurde soeben abgeschrieben, weil sie zwei Jahre liegen geblieben war. Naturschützer fordern, dass der Kanton die Sanierung nicht weiter verzögere.

Die Jagdschiessanlage Au belastet seit Jahren die Töss-Auen. Die dringend nötige Sanierung geht Naturschützern nicht schnell genug.

Die Jagdschiessanlage Au belastet seit Jahren die Töss-Auen. Die dringend nötige Sanierung geht Naturschützern nicht schnell genug. Bild: Marc Dahinden

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Vor einer Woche wurde die Interpellation von SP-Nationalrätin (und Regierungsrätin) Jacqueline Fehr abgeschrieben. Darin stellte sie dem Bundesrat die Frage, ob er sich beim Kanton Zürich dafür einsetzen könne, die Schadstoffbelastung in den Töss-Auen möglichst bald zu reduzieren. Der Boden ist wegen der Schiessanlage Au seit Jahren belastet. Weil Fehr mit der Antwort des Bundesrates nicht zufrieden war, wurde die Diskussion über die Sanierung der Töss-Auen im Nationalrat zwei Jahre lang aufgeschoben. Jetzt ist die Interpellation verfallen.

Das ärgert den Verein Pro Töss-Auen, der sich für die Altlastensanierung einsetzt. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung vom letzten Donnerstag hat sich der Verein an den Dättliker Gemeinderat gewandt, mit einer Anfrage gemäss Paragraf 51 des Gemeindegesetzes. Er bezieht sich darin auf ein Schreiben der kantonalen Baudirektion vom Februar 2014. Diese hatte damals versprochen, eine Begleitgruppe aus Vertretern der Gemeinden Dättlikon, Embrach und Freienstein einzusetzen, um den vorläufigen Weiterbetrieb und die Sanierung der Jagdschiessanlage Au zu besprechen. Bis heute aber hat noch keine Sitzung stattgefunden, wie der Verein kritisiert. Er fragte deshalb den Gemeinderat, was dieser zu tun gedenke, da der Kanton offenkundig nicht handle.

Nicht ohne Polizei in die Auen

Gemeindepräsident Jürg Allenspach sagte in der Versammlung, der Gemeinderat habe im April 2014 der Schaffung einer Begleitgruppe zugestimmt und Sicherheitsvorsteher Riccardo Mezzena als Delegierten der Gemeinde Dättlikon bestimmt. Es stimme, dass bis heute keine Sitzung stattfand. Der Gemeinderat sei der Meinung, dass der Schiessbetrieb auf der Anlage Au einzustellen und das Gebiet zu sanieren sei. Diese Haltung hätten Dättlikon, Embrach und Freienstein dem zuständigen Regierungsrat Markus Kägi schon im Juni 2013 unmissverständlich mitgeteilt. «Wir werden nun gemeinsam mit Embrach und Freienstein dafür einstehen, dass die Sitzung mit der Begleitgruppe möglichst bald stattfindet», schloss Allenspach. Die Baudirektion teilt derweil auf Anfrage mit, eine Begleitgruppe sei nach wie vor geplant, sie werde einberufen, wenn die Vorabklärungen getroffen seien. «Dies dürfte noch dieses Jahr der Fall sein.»

Walter Lütolf, Vizepräsident des Vereins Pro Töss-Auen, sagte an der Versammlung, er empfehle jedem, sich die Schiessanlage einmal anzuschauen. «Ich selbst kann mich der Anlage nicht mehr ohne Polizeischutz nähern.»

Weit weniger emotional wurde das Haupttraktandum der GV behandelt: Die 31 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung 2014 einstimmig. Sie schliesst mit einem Defizit von 243?600 Franken. (Der Landbote)

Erstellt: 26.06.2015, 20:36 Uhr

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