Illnau-Effretikon

Das Ratspräsidium ist wieder in SP-Hand

Markus Annaheim wurde deutlich zum neuen Ratspräsidenten von Illnau-Effretikon gewählt. Damit ist das Präsidium nach vier Jahren wieder in SP-Hand.

Der frisch gewählte Ratspräsident Markus Annaheim (Mitte) mit seinen zwei Vize Katharina Morf (rechts) und Daniel Huber (links).

Der frisch gewählte Ratspräsident Markus Annaheim (Mitte) mit seinen zwei Vize Katharina Morf (rechts) und Daniel Huber (links).

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Markus Annaheim (SP) ist neuer höchster Illnau-Effretiker. Das Parlament hat ihn am Donnerstagabend mit 30 von 33 möglichen Stimmen erwartungsgemäss zum Ratspräsidenten gewählt.

Damit ist das Amt nach Brigitte Röösli (SP) im Jahr 2014 wieder in SP-Hand. Annaheim sitzt erst seit zwei Jahren im Grossen Gemeinderat. Er rutschte für den heutigen SP-Nationalrat Fabian Molina nach.

Der 43-jährige Hausmann und Kinesiologe ist im Limmattal aufgewachsen und mit seiner Familie vor knapp zehn Jahren nach Bisikon gezogen. Er habe die Stadt früher nur von den Zugfahrten nach Winterthur gekannt, sagte er in seiner Ansprache.

«Ich will hier nicht mehr weg.»Markus Allemann über Illnau-Effretikon als Heimat

«Das Bild hat sich gewandelt.» Illnau-Effretikon sei der Mikrokosmos der Schweiz. Es gebe städitsche und ländliche Gegenden und viel Natur. «Ich will hier nicht mehr weg.»

Er freue sich nun, den Gemeinderäten im kommenden Jahr den Rahmen zu bieten, damit sie die Stadt gestalten könnten. Denn das Parlament sei ein wichtiger Teil des Gestaltungsspielraumes, den man im politischen System der Schweiz habe.

Einige Proteststimmen

Neben Annaheim nehmen Katharina Morf (FDP) und Daniel Huber (SVP) als Vizepräsidenten auf dem «Bock», dem Sitz des Ratsbüros, Platz. Sie haben 23 und 28 Stimmen erhalten. Parteipolitische Proteststimmen sind bei solchen Wahlen üblich.

Die tiefe Stimmenzahl bei Morf erstaunt allerdings. Sie dürfte von SVP-Mitgliedern dafür abgestraft worden sein, dass sie bei der Budgetdebatte im Dezember für einen höheren Steuerfuss gestimmt hatte.

«Haben uns schwer getan»

Die konstituierende Sitzung ist ansonsten ruhig verlaufen. Zu Meinungsverschiedenheiten kam es im Vorfeld, wie René Truninger, Präsident der interfraktionellen Konferenz (IFK), verriet: «Wir haben uns schwergetan.» Schliesslich habe die SVP nachgegeben. Und: «Wir haben uns auf eine Lösung geeinigt.»

Die IFK handelt jeweils die Wahlvorschläge für das Ratspräsidium und die vorberatenden Kommissionen aus. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass die grösste Fraktion im Parlament als erste das Präsidium einer Kommission wählen darf.

«Wir müssen uns Gedanken machen, weshalb uns die Frauen im Rat fehlen»

Weil von der SVP in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) bereits erfahrene Politiker sitzen, hätte einer von ihnen, nämlich Daniel Huber, den Vorsitz der GPK übernehmen sollen. Und Paul Rohner (SVP) wäre als zweiter Vizepräsident auf dem «Bock» vorgesehen gewesen.

«Das stiess auf Widerstand», sagt Truninger einen Tag nach der Sitzung. Denn auch die SP erhob Anspruch auf das GPK-Präsidium. Sie hatte GPK-Mitglied David Gavin dafür vorgesehen. Schliesslich einigte sich die IFK auf folgende Lösung: Daniel Huber (SVP) wird zweiter Vizepräsident, Paul Rohner (SVP) Mitglied der GPK und David Gavin (SP) deren Präsident.

Diesem Vorschlag folgten die Parlamentarier dann auch grossmehrheitlich. Als Präsident der Rechnungsprüfungskommission ist Thomas Hildebrand (FDP) einstimmig gewählt worden. Ratssekretär bleibt Marco Steiner, das Amt der Ratsweibelin hat wie schon zuvor Nadine Fabregat inne.

Auch der verkleinerte Stadtrat hat sich neu konstituiert (siehe Kasten). Vor der Wahl des neuen Ratspräsidenten hatte Stadtpräsident Ueli Müller (SP) die neue Legislatur eröffnet und die Sitzung geleitet.

Er wies darauf hin, dass die Frauen im Rat weiterhin untervertreten seien. Das liege aber nicht an den Wählern, sondern an den fehlenden Kandidatinnen. «Wir müssen uns Gedanken machen, weshalb das so ist», sagte er. Eine Minute lang gedachten die Gemeinderäte ausserdem des kürzlich verstorbenen EVP-Mitglieds Daniel Hari.Nadja Ehrbar (Der Landbote)

Erstellt: 13.07.2018, 15:48 Uhr

Welche Funktion hat ein Ratspräsident?

Der Ratspräsident bzw. die Ratspräsidentin leitet die Verhandlungen des Ratsbüros von Illnau-Effretikon und vertritt den Rat in der Öffentlichkeit.

Beim Ratsbüro handelt es sich nicht um ein Büro im herkömmlichen Sinne, sondern sozusagen um die Geschäftsleitung des Parlamentes. Es ist für das Funktionieren des parlamentarischen Betriebes besorgt, bereitet die Parlamentssitzungen vor und prüft rechtliche Fragen im Zusammenhang mit den zu bearbeitenden Geschäften.

Der Ratspräsident leitet zudem die Sitzungen des Parlamentes und nimmt als «höchster Effretiker» auch repräsentative Aufgaben wahr.

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Kleine Rochade im Stadtrat

Auch der Stadtrat hat am Donnerstagabend erstmals in neuer Zusammensetzung getagt. Der frisch gewählte Erik Schmausser (GLP) hat das Ressort Tiefbau übernommen.

Marco Nuzzi (FDP) wechselt vom aufgelösten Ressort Jugend und Sport zum Hochbau. Samuel Wüst (SP), bis anhin Sozialvorstand , präsidiert das neu geschaffene Ressort Gesellschaft. Hier sind die Bereiche Soziales und Gesundheit zusammengefasst.

Ueli Müller (SP) bleibt Stadtpräsident. Ihre Funktionen behalten haben ausserdem Erika Klossner (FDP, Bildung), Philipp Wespi (FDP, Finanzen), Salome Wyss (SP, Sicherheit).

Klossner ist zudem erste Vizepräsidentin, sie präsidiert die Schulpflege. Zweiter Vizepräsident ist Wespi.

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