Elgg/Hofstetten

Das neue Elgg hat die Zahlen beieinander

Die neue Gemeinde Elgg zeigt sich bereit für den Start am 1. Januar. Zwei Anläufe habe man für die Budgets gebraucht, aber nun sei man zufrieden, hiess es am Donnerstag. Elgg kann seinen Steuerfuss beibehalten.

Ab dem 1. Januar ist die Fusion offiziell. Elgg kann seinen Steuerfuss auch mit Hofstetten halten.

Ab dem 1. Januar ist die Fusion offiziell. Elgg kann seinen Steuerfuss auch mit Hofstetten halten. Bild: Madeleine Schoder

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Der Star des Abends war die Fernbedienung des Beamers. Kein einziger Redner, und es waren einige, konnte sie unter seine Kontrolle bringen. Der Elgger Gemeindepräsident Christoph Ziegler eröffnete den Informationsabend zum Stand der Fusion von Elgg und Hofstetten, die ab dem 1. Januar offiziell ist. Von 330 Massnahmen habe man bereits 260 erledigt und 20 weitere fertig ausgearbeitet. Nicht auf alle Aufgaben haben die Gemeinden Einfluss.

«Der Kantonsrat ist ein ganzes Jahr in Verzug»

So muss der Kantonsrat den Zusammenschluss etwa noch genehmigen. Dabei handle es sich um eine reine Formalität, aber: «Er ist ein ganzes Jahr in Verzug», sagte Ziegler und bewegte die Fernbedienung zu schnell, was die Folien vorspringen liess. «Hast du Hunger?», rief ihm Roger Gerber zu.

Er ist Noch-Gemeindepräsident von Hofstetten und baldiger Gemeinderat von Elgg und spielte damit auf den versprochenen Apéro zum Schluss der Veranstaltung an. Ziegler legte das Gerät daraufhin mit spitzen Fingern aufs Rednerpult: «Ich fass es jetzt nicht mehr an.» Der Beschluss des Kantonsrats zur Fusion wird im November erwartet.

Danach betrat Gerber die Bühne und bat die rund 60 Personen im Publikum: «Bitte nicht mit harten Gegenständen werfen, wenn die Folien zu schnell blättern.» Die Hofstetter Verwaltung werde aufgelöst, informierte er die Anwesenden. Gemeindeschreiber Beat Maugweiler verliert seinen bisherigen Job, konnte aber im Elgger Steueramt angestellt werden.

«Bitte nicht mit harten Gegenständen werfen, wenn die Folien zu schnell blättern.»

Generell übernehmen die Hofstetter das Elgger System, was sich in den meisten Fällen positiv, in einigen negativ auswirkt. So werden die Marken für die Abfallsäcke 20 Rappen günstiger, dafür verliert der Weiler Huggenberg seinen Entsorgungsplatz und Dickbuch seine PET-Sammelstelle.

Schule hat ein Platzproblem

Nebst den Politischen Gemeinden schliessen sich auch die beiden Primarschulgemeinden zusammen. Schulpfleger Armin Bähler zeigte auf, was das für die Schülerzahlen bedeutet. Bis 2023 erwartet man, dass die Zahl der Kindergartenkinder von heute 107 bis auf rund 125 ansteigt.

«Das wissen wir sehr genau, diese Kinder sind heute schon auf der Welt», sagte Bähler. In den Primarschulen ist die Entwicklung ähnlich, dort steigen die Zahlen von 305 Schüler auf 344. Heute habe man 11 Klassen bis 2023 brauche man vermutlich 15.

«Auch ohne Hofstetten bräuchten wir mehr Platz», sagte Bähler. Elgg verfügt über 12 Klassenzimmer. Bis 2032 sieht eine Prognose bis zu 393 Schüler vor. «Eine Erweiterung müssen wir also bereits mit einer weiteren Erweiterung planen», sagte Bähler.

Sehr eng werde es in der Turn- und Schwimmhalle und auch die Kindertagesstätte brauche mehr Raum. Über die nächsten fünf Jahre rechnet die Primarschulgemeinde mit Investitionen von rund 11 Millionen Franken.

«War zuerst nicht zufrieden»

Das gewichtigste Thema des Abends waren die Steuerfüsse der neuen Gemeinden. Ist es möglich, Hofstetten mit 135 Steuerprozenten in Elgg mit 121 zu integrieren, ohne die Steuern anheben zu müssen? Ja, ist es. «Mit dem ersten Entwurf der neuen Budgets waren wir nicht zufrieden, also sind verschiedene Stellen nochmals über die Bücher», sagte Finanzberater Alfred Gerber.

Die neue Gemeinde Elgg plant mit einem Gesamtsteuerfuss von 121 Prozent. Rechnungsprüfer aus beiden Gemeinden kontrollieren zurzeit die Budgets, am 13. Dezember kommen sie vor die Gemeindeversammlung. Das erste Jahr soll die Politische Gemeinde mit einem spektakulären Plus von 2,5 Millionen Franken abschliessen. Gerber kündigte gross ein Aber an, bewegte die Fernbedienung – und der Beamer wurde schwarz.

Riesiges Plus mit einem Aber

Nach gutem Zureden spielte die Technik wieder mit und Gerber relativierte den berechneten Gewinn: 2,35 Millionen Franken davon sind Fusionsbeiträge des Kantons, die dieser einmalig 2018 ausbezahlt. Bereits ab 2019 sehen die prognostizierten Budgets moderate Defizite vor.

Die Primarschulgemeinde erhält ebenfalls 135 000 Franken, was für ein knappes Plus von 70 000 Franken reicht. Er rechne damit, dass der Gesamtsteuerfuss von 121 Prozent in den nächsten fünf Jahren gehalten werden könne, sagte Gerber. Aber es könne gut sein, dass es zu einem Austausch unter den Gütern komme. So haben die Politische Gemeinde mit 56 Steuerprozenten und die Sekundarschulgemeinde mit 22 tendenziell positive Prognosen, die Primarschulgemeinde mit 43 eher schlechtere.

(Der Landbote)

Erstellt: 27.10.2017, 17:38 Uhr

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