Neftenbach

Die schlechte Köchin und der Gastronom

Der Löwen ist in neuen Händen. Yordanka und Boris Jaschke haben das Restaurant mit dem Hotel übernommen. Die gebürtige Kubanerin kann zwar nicht gut kochen. Doch das spielt keine Rolle.

Yordanka und Boris Jaschke in einem der 14 Gästezimmer: Zurzeit ist nur das Hotel im Löwen offen, das Restaurant wird renoviert.

Yordanka und Boris Jaschke in einem der 14 Gästezimmer: Zurzeit ist nur das Hotel im Löwen offen, das Restaurant wird renoviert. Bild: Marc Dahinden

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Yordanka Jaschke macht es nichts aus, dass ihre beiden Söhnen Martin (11) und Camilo (10) sie im Buch «Mama kann nicht kochen» als Mutter, die weder gut noch gerne kocht, outen (der Landbote berichtete). Im Gegenteil, sie hatte die Buben ermuntert, ihre missratenen Kochkünste in einer Anekdotensammlung festzuhalten. Der Erfolg des Buches, das inzwischen in dritter Auflage vorliege, freue sie, sagt die 42-Jährige.

Wenn sie und ihr Mann Boris Jaschke das Restaurant Löwen in Neftenbach am 1. Dezember eröffnen, ist die Aufgabenteilung klar. «Ich werde sicher nicht am Kochherd stehen», meint sie lachend. Sie will sich als Gastgeberin in erster Linie der Dekoration und dem Service widmen.

«Die Kombination mit dem Hotelbetrieb war ausschlaggebend für unseren Entscheid, den Löwen zu pachten»

Die neuen Gastgeber des Löwen wohnen mit ihren beiden Kindern in Pfungen. Über gastronomische Erfahrung verfügen sie beide. Sie, weil sie vor Jahren in der Lounge im Restaurationsbetrieb QN in Effretikon und im Service eines Hotel-Restaurants gearbeitet hat. Er, weil er sein ganzes Berufsleben bisher in der Gastronomie verbrachte.

Im Service hat Yordanka Jaschke ihren Mann vor gut 20 Jahren auch kennen gelernt. Der ausgebildete Hotelfachmann war dort ein häufiger Gast. Es dauerte nicht lange, bis sich die beiden ineinander verliebten. 2008 machten sie aus ihrer Liebe Ernst und heirateten.

Boris Jaschke (43) war bis vor kurzem Geschäftsführer im Restaurant Les Halles in Zürich. Zuvor war der gebürtige Wilemer SG unter anderem fünf Jahre lang als Restaurantmanager bei einer spanischen Hotelgruppe in Glattbrugg tätig.

«Die Kombination mit dem Hotelbetrieb war ausschlaggebend für unseren Entscheid, den Löwen zu pachten», sagt er. «Nur das Restaurant allein wäre uns zu wenig gewesen.»

Die Jaschkes wollen ihr Familienprojekt zusammen mit sechs Angestellten in Angriff nehmen: mit einem Küchenchef, einem Koch, einer Küchenhilfe, einer Servicekraft, einer Gouvernante und einem Zimmermädchen.

Gemütlich und erschwinglich

Der Löwen soll künftig gutbürgerliche Schweizer Küche bieten, aber kein Gourmetlokal sein. «Qualität hat jedoch ihren Preis», sagt Jaschke, der nach Vorbild der Besitzer mit lokalen landwirtschaftlichen Betrieben zusammenarbeiten möchte.

Den neuen Gastgebern schwebt ein gemütliches Restaurant vor, «in dem man in mittlerer Preiskategorie gut essen, aber auch nur etwas trinken kann». Über Mittag sollen Menüs um 20 Franken angeboten werden. Montags bis samstags soll das Restaurant von 7 bis 14 Uhr und 17 bis 24 Uhr geöffnet sein und sonntags geschlossen haben.

Das Ehepaar Jaschke scheint das zu sein, was die Besitzer sich als Nachfolge gewünscht haben. Christine und Huck Herter haben auf ihr Inserat im Sommer mehrere valable Bewerbungen erhalten. Aber keine habe so gut gepasst wie diese, sagt Huck Herter.

Das Ehepaar Herter hat den Gasthof bis 2011 selbst geführt und seitdem nur noch das Hotel mit 14 Gästezimmern betrieben. Von Februar 2015 bis Ende Oktober waren Momo Kesen und Esther Rüesch auf dem Restaurant, das stets gut gelaufen sei, davor Reto und Jacqueline Bundi.

Zurzeit ist nur das gut ausgelastete Hotel offen. Das Restaurant wird renoviert. Unter anderem wird die Wand zwischen Stübli und Restaurant entfernt. Antrinkete ist am Samstag, 1. Dezember, um 16 Uhr.

www.loewen-neftenbach.ch

(Landbote)

Erstellt: 15.11.2018, 10:39 Uhr

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