Dägerlen

«Du musst einen Schritt voraus sein»

Urs Roost wurde in stiller Wahl zum Gemeindepräsidenten von Dägerlen gewählt. Obwohl er seit neun Jahren Gemeinderat ist und seit langem in Oberwil lebt, fühlt er sich ab und zu noch als Neuzuzüger.  

 Urs Roost, ab Juli neuer Gemeindepräsident von Dägerlen, fährt jeweils mit dem Elektromobil zur Arbeit. Bild: Marc Dahinden

Urs Roost, ab Juli neuer Gemeindepräsident von Dägerlen, fährt jeweils mit dem Elektromobil zur Arbeit. Bild: Marc Dahinden

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Fast täglich fährt Urs Roost mit seinem dreirädrigen Elektromobil von Oberwil nach Winterthur. Seinen «Segelflieger ohne Flügel», wie er das umweltfreundliche Gefährt beschreibt, hat er vor zwei Jahren Occasion auf der Auktionsplattform Ricardo erworben. Es erinnert stark an Frau Iselis Auto, mit dem Birgit Steinegger seinerzeit in der SRF-Kultserie «Birgit total» herumdüste.

Mit seinem elektrischen Kleinwagen, der überall einen Parkplatz findet, fährt der 47-Jährige jeweils zur Arbeit. «Ausser es liegt Schnee auf der Strasse, dann nehme ich den Bus.» Und die bittere Bemerkung aus Sicht von Dägerlen folgt auf dem Fuss: «Leider ist die Gemeinde seit dem Fahrplanwechsel nicht mehr so gut an den Öffentlichen Verkehr angebunden.» Ausserhalb der Stosszeiten fährt das Postauto nur noch im Stundentakt.  

Seit 17 Jahren in Oberwil

Roost lebt sei 17 Jahren mit seiner Frau und vier Kindern, die bis auf den 16-jährigen Sohn mittlerweile erwachsen sind, in einem alten umgebauten Bauernhaus in Oberwil. Dort hat er selbst vieles renoviert. «Von hier würden wir nicht mehr wegziehen», sagt er. 

«Von hier würden wir nicht mehr wegziehen»

An vier Tagen in der Woche ist Roost in der Geschäftsleitung der Quellenhofstiftung als Betriebsleiter tätig. Den fünften Tag widmet er dem Gemeinderat von Dägerlen, in welchen er 2010 gewählt worden ist. Dort steht er den Ressorts Liegenschaft und Soziales vor. Dazu ist Roost Vizepräsident des Gemeinderates.

Am 1. Juli wird er das Gemeindepräsidium von Markus Kyburz übernehmen, der auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausscheidet. Roost wurde Anfang Woche in Stiller Wahl zum Präsidenten gewählt. Der Wechsel werde ihm mehr Arbeit bescheren, ist er überzeugt. Doch das schreckt ihn nicht ab. Von 2014 bis 2016 hat er neben Beruf und gemeinderätlicher Tätigkeit den Verband des Alterszentrums im Geeren präsidiert. 

Ressortwechsel

Als Gemeindepräsident wird er das arbeitsintensive Ressort Finanzen übernehmen. Das sei so üblich, sagt er. Seine jetzigen Ressorts werden vermutlich an den Neuen oder die neue Gemeinderätin übergehen, die sich am 24. März an der Urne zur Wahl stellen.

«In erster Linie soll es eine Gemeinde für alle sein»

Roosts Arbeitspensum für die Gemeinde wird sich als Präsident von 15 auf 30 Prozent verdoppeln. Ungefähr verzweifachen wird sich auch die jährliche Entschädigung für seine Tätigkeit im Gemeinderat, die heute bei rund 6000 Franken liegt. 

In welche Zukunft will er die 1000-Seelen-Gemeinde mit den fünf verstreuten Dörfern führen? Dies lege der Gemeinderat zurzeit gerade in der Überarbeitung des Leitbildes fest, sagt der designierte Gemeindepräsident. «In erster Linie soll es eine Gemeinde für alle sein», sagt er. «Wir werden daran arbeiten wie wir die Gemeinde gemeinsam modernisieren und weiterentwickeln können.» Immer noch seien Spuren eines Grabens zwischen den Einheimischen und den Neuzuzügern vorhanden. Nicht zuletzt bei ihm selbst, der sich manchmal spontan immer noch als Neuzuzüger bezeichnet. 

Freut er sich auf die Zeit als Präsident? Urs Roost überlegt kurz. Er habe nicht aktiv nach diesem Amt gesucht. «Ich habe schon etwas Respekt davor, als Gemeindepräsident musst du einen Schritt voraus sein.» Doch wie bei allem, das er anpackt, ist für ihn klar: «Ich werde mich voll dafür einsetzen.»

(Der Landbote)

Erstellt: 12.02.2019, 13:10 Uhr

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