Hettlingen

Ein Wendeplatz, der nicht allen gefällt

An einer Informationsveranstaltung zum neuen Buswendeplatz Föhrenstrasse in Hettlingen meldeten sich kritische Stimmen. Sie zweifelten die Notwendigkeit an.

Das bestehende Bushäuschen an der Rutschwilerstrasse wird zurückgebaut. Die Haltestelle Ost (rechts) wird in die Schlaufe integriert.

Das bestehende Bushäuschen an der Rutschwilerstrasse wird zurückgebaut. Die Haltestelle Ost (rechts) wird in die Schlaufe integriert. Bild: Marc Dahinden

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Vom Bahnhof Hettlingen mit der S-Bahn direkt zum Zürcher Hauptbahnhof, ohne umsteigen zu müssen; eine direkte Busverbindung nach Seuzach und eine Busverbindung vom Dorfzentrum zum Bahnhof. Das sind nur einige der Gewinne für die Hettlinger Bevölkerung, wenn der neue Fahrplan in diesem Dezember in Kraft tritt.Doch nicht alle scheinen sich darüber zu freuen. Das hat sich an einer Informationsveranstaltung vom Montagabend gezeigt. Denn damit die zusätzlichen Buslinien überhaupt in Betrieb genommen werden können, braucht es im Bereich Föhrenstrasse eine Wendeschlaufe für den Bus. Und diese ist nicht günstig: Von den 790 000 Franken Gesamtkosten hat die Gemeinde 373 000 Franken zu tragen.

Zusätzliche Kosten

In der Diskussion gab einer der rund 50 Anwesenden zu bedenken, dass weitere Kosten auf die Gemeinde zukämen, nämlich jene für den Unterhalt und die Erweiterung des ÖV-Angebots. In Hettlingen werden zu den Hauptverkehrszeiten doppelt so viele Busse verkehren wie heute. Am zusätzlichen Angebot müssen sich alle Gemeinden beteiligen. Wie viel das konkret sein wird, konnte Mark Stutz, Angebotsplaner bei der Postauto AG, allerdings nicht sagen.

Ein weiterer Veranstaltungsbesucher schlug vor, mit Provisorien zu arbeiten, bis in Hettlingen dereinst selbstfahrende Busse unterwegs seien. «Es wäre gut gewesen, wenn man sich zumindest Gedanken darüber gemacht hätte», sagte er. Gemeindepräsident Bruno Kräuchi konnte der Idee nicht viel abgewinnen. «Ich glaube nicht, dass solche Busse schon in zwei Jahren unterwegs sein werden», erwiderte er. Und ein Provisorium sei nicht möglich. Genauso wenig wie es sich rechtfertige, die Gelenkbusse durchs Quartier zu schicken, um zu wenden. Eine Möglichkeit, die sie abgeklärt, aber wieder verworfen hätten. Vor allem auch, weil der Platz eng sei und Kulturland hätte geopfert werden müssen.

Eine Votantin wies auf den Busbahnhof in Henggart hin, «den man nun auch nicht mehr braucht», wie sie sagte. Ob man denn garantieren könne, dass die Buswendeschlaufe länger verwendet würde? Mark Stutz von der Postauto AG erklärte, der Busbahnhof sei damals so gebaut worden, wie man es für richtiggehalten habe. «Es wurden aber auch nicht alle Eventualitäten durchgedacht.» Immerhin sei er zehn Jahre in Betrieb gewesen. Prognosen für Hettlingen machte Stutz keine.

«Schlüsselelement fehlt»

Was denn geschehe, wenn die Opposition gegen den Wendeplatz derart gross sei, dass er nicht gebaut werde, wollte jemand wissen. Stutz machte klar: «Es fiele ein Schlüsselelement weg.» Was so viel heisst wie: Der gesamte Fahrplan würde über den Haufen geworfen, der Seuzi-Bus wie auch die Verbindungen vom Dorf Hettlingen zum Bahnhof gäbe es nicht.

Neue Buswendeschlaufe Föhrenstrasse. Quelle: Gemeinde Hettlingen, Grafik: ak

Ein einziger Votant meldete sich zu Wort, der den neuen Fahrplan inklusive neuer Haltestelle als «starke Aufwertung für unsere Quartiere» lobte. Und auch Gemeindepräsident Kräuchi zeigte sich überzeugt: «Es ist eine zweckmässige Anlage ohne goldenen Rahmen.» Er bedauerte lediglich, dass die neuen Verbindungen nicht schon zum Weinländer Herbstfest im September stünden. Die Gemeinde führt das Winzerfest in diesem Jahr durch. Und Shuttlebusse würden die Gemeinde 10 000 Franken kosten.

Weitere Fragen aus der Versammlung betrafen einen Fussgängerstreifen im Bereich der Wendeschlaufe und einen Ticketautomaten. Beides wird es nicht geben. Letzterer sei ein Auslaufmodell, sagte Stutz. «Denn die meisten haben den Automaten heute im Hosensack.» Damit meinte er die SBB- oder ZVV-App auf den Smartphones der Fahrgäste.

Am 8. Dezember soll die Buswendeschlaufe fertiggestellt sein. Denn nur schon einen Tag später tritt der neue Fahrplan in Kraft. Das Projekt wird ab 29. Juni für 30 Tage auf der Verwaltung öffentlich aufliegen. Einwendungen sind während dieser Zeit möglich. Ist das Projekt einmal festgesetzt, sind Einsprachen an die Baudirektion zu richten.

Geplant ist eine Wendeschlaufe mit integrierter Haltestelle, einem Wartehäuschen und einem Velounterstand für 18 Velos, der später für ebenso viele Velos erweitert werden könnte. Mit der Buswendeschlaufe wird auch die gegenüberliegende Halte­stelle Föhrenstrasse West für 125 000 Franken saniert und leicht nach Westen verschoben. Der bestehende Unterstand wird demontiert. (Landbote)

Erstellt: 19.06.2018, 17:00 Uhr

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