Wildtiere

«Ein bisschen schwierig, so lange ruhig zu sitzen»

Gleich mehrere Jagdgesellschaften bieten Wildtierbeobachtungen an. Warten und ruhig sein – das ist besonders anspruchsvoll.

Kürzlich eingeweiht: Die «Tierli-Kanzel» der Jagdgesellschaft Waltalingen-Guntalingen/Hard.

Kürzlich eingeweiht: Die «Tierli-Kanzel» der Jagdgesellschaft Waltalingen-Guntalingen/Hard. Bild: Oskar Reutimann

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Im Herbst kommt die Initiative «Wildhüter statt Jäger» an die Urne. Zwar lehnte sie der Kantonsrat im März mit 165 zu 0 Stimmen bei vier Enthaltungen überdeutlich ab. Doch fast täglich erscheinen jägerkritische Leserbriefe in den Zeitungen – das Thema Jagd polarisiert.Beschaulich ist hingegen das, was die Jagdgesellschaft Waltalingen-Guntalingen/Hard im Stam­mer­tal schon seit Jahren anbietet: Abende mit Wildtierbeobachtungen vom Hochsitz aus. Angesprochen werden sollen Vereine, Schulklassen und Naturinter­essierte. Es bestehe ein «grosser Bedarf», sagt der Obmann des Jagdreviers, Oskar Reutimann.

Auch in Winterthur

Die Gäste werden von den Jägern auf die Hochsitze verteilt und damit praktisch in die Wildnis ausgesetzt. Dann heisst es warten, schauen, hinhören oder riechen – mit allen Sinnen sollen die Naturgäste etwas erleben. Rehe, Hasen, Füchse, Wildsauen, Vögel, Mäuse, Spinnen oder halt «nur» den Sonnenuntergang: Als stille Beobachter mit Feldstecher erhalten sie vorher Tipps von den Jägern. Etwa, welche Tiere welche Laute machen. Nach dem Eindunkeln werden die Gäste wieder eingesammelt. Am Lagerfeuer bei einem kleinen Imbiss erzählen dann die Gruppen von ihren Beobachtungen und Erlebnissen.

Der letzte solche Anlass fand im Stammertal Anfang Mai statt. Weitere Anlässe sollen folgen – auch in den Revieren Neftenbach, Dorf, Winterthur-Eschenberg, Winterthur-Beerenberg, Winterthur-Mörsburg, Marthalen-Rheinau und Buch am Irchel.

«Es läuft gar nichts»

Von der Wildtierbeobachtung am Abend des 2. Mai im Stammertal hat Oskar Reutimann Erlebnisse von Gästen in schriftlicher Form erhalten. Jemand erzählt: «Nun sitze ich ganz allein auf meinem Hochsitz, und es läuft gar nichts. Bin ich da nicht gerade kurz mal eingenickt? Doch plötzlich steht ein Reh direkt vor mir.» Oder: «Es war schön, ganz ruhig dazusitzen und einfach zu beobachten.» Und ein Kind schreibt: «Es war auch ein bisschen schwierig, so lange ruhig zu sitzen und auf die Tiere zu warten.» Oder: «Wir haben so viele verschiedene Geräusche ­gehört, weil wir so ruhig und ­aufmerksam gewesen sind.» Und: «Der Graureiher, der in der Abenddämmerung über den Wald geflogen ist, hat mir sehr gefallen.» (Landbote)

Erstellt: 17.05.2018, 16:48 Uhr

Junge Füchse tummeln sich auf einer Strasse. (Bild: Oskar Reutimann)

Strassenverkehr

Junge Füchse spielen gerne auf dem noch warmen Asphalt

An einem Abend vor gut einem Jahr zwischen Henggart und Aesch: Mehrere junge Füchse springen scheinbar verspielt auf der Hauptstrasse umher. Nur durch ziemlich starkes Bremsen geraten die Tiere nicht unter die Autoräder. Auch dieses Jahr sind in der Region aktuell wieder Jungfüchse in Strassennähe unterwegs. «Oft werden junge Füchse von Abfall an die Strasse gelockt», sagt Jagdobmann Oskar Reutimann aus dem Stam­mer­tal. Seine Jagdgesellschaft hat für sensible Stellen extra Tafeln mit der Aufschrift «Achtung junge Füchse» angefertigt, um die Verkehrsteilnehmer zu warnen. Doch nicht nur wegen der Futtersuche im Abfall halten sich junge Füchse in Strassennähe auf: Liegen Fuchsbauten zu nahe an einer Strasse, spielen die Welpen in der Dämmerung und während der Nacht gerne auf dem noch warmen Asphalt. «Für unsere Milizjägerinnen und -jäger in den Gemeinden ist es unerträglich, zu wissen, dass junges Fuchsleben diesen Gefahren ausgesetzt ist», sagt Reutimann. Aber nicht nur der Autoverkehr ist ein Problem: «Eine Kollision mit einem Motorrad oder E-Bike kann schwere Verletzungen bei Mensch und Tier verursachen.» Wenn es trotzdem zu einer Kollision kommt: Unfallort sichern und die Polizei via 117 anrufen. Diese bietet den zuständigen Jagdaufseher auf. (mab)

Infobox

Wildtierbeobachtungenbieten diefolgenden Jagdgesellschaften an(mit Kontaktangabe):


  • Neftenbach: erhard.heiniger@hispeed.ch

  • Dorf: reto.muggler@win.ch

  • Marthalen-Rheinau: mathias.richter@gmail.com

  • Buch am Irchel: damian.lanter@hispeed.ch

  • Waltalingen-Guntalingen/Hard: oskar.reutimann@bluewin.ch



In Winterthur:

  • Eschenberg: dachs@harry-kohler.ch

  • Beerenberg: e.klinger@bluewin.ch

  • Mörsburg: kbosshard@bluemail.ch

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