Dägerlen

Er brachte die Gemeinde dazu, das Trottoir gemeinsam zu bezahlen

Markus Kyburz ist noch bis Juni als Gemeindepräsident von Dägerlen im Amt. Dann gibt er den Stab an Gemeinderat Urs Roost weiter.

Stolz auf das gemeinschaftlich bezahlte Trottoir: Markus Kyburz vor dem Gemeindehaus in Rutschwil, in welchem er noch bis Juni als Gemeindepräsident ein und aus geht.

Stolz auf das gemeinschaftlich bezahlte Trottoir: Markus Kyburz vor dem Gemeindehaus in Rutschwil, in welchem er noch bis Juni als Gemeindepräsident ein und aus geht. Bild: Madeleine Schoder

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Im Juni, wenn er das Präsidium niederlegt, wird der Landwirt, dessen Hof an der Grenze von Rutschwil zu Hettlingen liegt, die Gemeinde mit den fünf Dörfern neun Jahre lang geführt haben. Markus Kyburz begründet seinen ausserterminlichen Rücktritt damit, dass er dies schon vor einem Jahr habe tun wollen.

Dass er sich im Frühjahr 2018 dann doch noch ein drittes Mal wählen liess, sei nur gewesen, weil sich auf der Kanzlei Unvorhergesehenes ereignet habe. «Wir hatten einen neuen Gemeindeschreiber, und dann verliess uns plötzlich der ebenfalls neue Finanzverwalter wieder.» Und das mitten im Januar, als alle Abschlüsse fällig waren. Da habe er als Gemeindepräsident mit zwei Springern in die Hosen steigen müssen. «Das war eine der prekärsten Situationen während meiner ganzen Präsidiumszeit», sagt er. «Da waren wir echt am Rotieren.» Inzwischen sei aber alles wieder im Lot. Und darum trete er jetzt zurück, sagt Kyburz.

Viele Eisen im Feuer

Im Gemeinderat sitzt der 61-Jährige seit 19 Jahren. Zehn Jahre lang führte er das Bauamt. Der vierfache Vater und Grossvater ist aber auch sonst ein viel beschäftigter Mann. Zurzeit organisiert er als OK-Präsident wieder die nationale Alpaka-Show, die Mitte März in Uster stattfindet. Markus und Ursula Kyburz betreiben selbst eine Alpaka-Zucht mit 70 Tieren. Die Hauptarbeit dafür leiste aber seine Frau, während er sich mit der Landwirtschaft beschäftige, präzisiert er.

Sein Leben schwanke zwischen Überlastung und ständig neuen Initiativen, sagt Kyburz. Vor Jahren sah er sich deshalb auch schon mit der Gefahr eines Burn-outs konfrontiert. Zurzeit begleite er ein privates Umbauprojekt, das von Sohn Thomas und Schwager Martin Berger realisiert wird. «Wir wollen einen neuen Maststall bauen und die Remise erweitern.»

Die grossen Stationen

Seine grösste Herausforderung als Präsident sei die neue Bau- und Zonenordnung gewesen, sagt Kyburz. Seine mutigste war die Trottoirgeschichte, als er die Gemeindeversammlung dafür gewinnen konnte, die Anstösserkosten für den neuen Gehweg in Rutschwil aus der Gemeindekasse zu bezahlen.

In den verbleibenden viereinhalb Monaten will Markus Kyburz die Altlastensanierung des Schiessstandes abschliessen, den neuen Finanzplan aufgleisen und das neue Leitbild für die Gemeinde auf den Weg bringen. Und dann? «Auch nach meiner Zeit als Gemeindepräsident werden mir die Ideen sicher nicht ausgehen.»

Erstellt: 13.02.2019, 10:58 Uhr

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