Dinhard

Eschliker bekämpfen Trottoir mit Petition

Am Dienstagabend haben einige Einwohner des Weilers Eschlikon dem Gemeindepräsidenten zwei Petitionen übergeben. Begleitet wurden diese von Vorwürfen an die Behörde.

Bewohner von Eschlikon reichten am Dienstag vor dem Gemeindehaus in Dinhard zwei Petitionen ein.

Bewohner von Eschlikon reichten am Dienstag vor dem Gemeindehaus in Dinhard zwei Petitionen ein.

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Zehn Personen, zwei Kinder und zwei Hunde versammelten sich am Dienstagabend vor dem Gemeindehaus von Dinhard. Sie alle waren aus dem Weiler Eschlikon angereist, um Präsident Peter Matzinger (SVP) zwei Petitionen zu überreichen.

Mit einer wehren sie sich gegen das geplante Trottoir, das entlang der Seuzacherstrasse durchs Dorf führen soll. Mit der anderen fordern sie eine Tempo-30-Zone. Beide Forderungen waren von rund 75 Prozent der 120 Stimmberechtigten in Eschlikon unterzeichnet.

«Die Behörde sollte unsere Bedürfnisse jetzt mal ernst nehmen.»

Die zwei Forderungen waren nicht überraschend, hatten sich die Eschlikerinnen und Eschliker doch schon an einem Infoabend im August kritisch über die Pläne des Kantons geäussert.

Matzinger hatte dennoch keine Freude an der Übergabe, weil diese von Vorwürfen an den Gemeinderat begleitet war. Die Gemeinde behandle den Ortsteil Eschlikon «stiefmütterlich», sagte Initiantin Mirjam Zimmermann. «Die Behörde sollte unsere Bedürfnisse jetzt mal ernst nehmen.»

Die Eschliker wollten kein Trottoir, stellte sie klar. Sie könnten nicht verstehen, warum die Gemeinde diese Idee nach über zehn Jahren erneut angestossen habe. «Das hat mir jedenfalls das Amt für Verkehr gesagt», sagte Zimmermann.

Tempo 30 und eine Strassenbeleuchtung

Weiter übten die Eschliker Kritik an der Informationspolitik: «Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass über das Projekt informiert wird.» Die Betroffenen hätten gerne vorab von den Plänen gewusst.

Die Einwohnerinnen und Einwohner würden sich wünschen, dass der Verkehr an den Dorfeingängen ausgebremst werde. Zudem hätten sie weitere Ideen, die Sicherheit zu erhöhen. Zum Beispiel schlagen sie eine Beleuchtung der Haldenstrasse vor, auf der einige Eschliker zum Bahnhof und zurück ins Dorf laufen.

«Eine Einwohnerin geht nicht mit dem Zug zur Arbeit, weil sie Angst hat, im Dunkeln auf dieser Strasse zu laufen», sagte Zimmermann. «Wir sind nun aktiv geworden.» Der Gemeinderat werde ab jetzt hoffentlich mehr für Eschlikon tun.

«Schuld nicht dem Gemeinderat geben»

Matzinger liess diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen und gab deutliche Antworten. «Eins möchte ich hier klarstellen: Der Gemeindrat hat das Trottoirprojekt nicht angestossen.» Die Strasse gehöre dem Kanton und dieser sei für Projekte zuständig. Auch den Infoabend verantwortete der Kanton und nicht der Gemeinderat. «Ich finde es nicht schön, wenn man jetzt uns die Schuld gibt.»

Und die Eschliker, die das Gefühl hätten, die Gemeinde mache zu wenig für ihren Ortsteil, lud Matzinger an die nächste Budgetversammlung ein: «Dort können Sie dann sehen, wie viele Millionen wir in Eschlikons Infrastruktur investieren.»

Es gebe auch dunkle Fusswege in anderen Ortsteilen, auf denen mehr Leute unterwegs seien. Da müsse man immer den Blick auf alle Ortsteile richten, um dann zu entscheiden, wo man was investieren könne und wolle.

Unterstützung nicht zugesichert

Die Eschliker fragten den Gemeinderat noch für die Unterstützung der Tempo-30-Zone an. Matzinger kam diesem Wunsch aber nicht nach: «Das kann ich hier nicht zusichern.» Er allein sei nicht der Gemeinderat, und ausserdem sei auch für die Tempo-Beschränkungen der Kanton zuständig. «Und auf Kantonsstrassen habe ich noch nicht viele 30er-Zonen gesehen.»

Obwohl beide Seiten betonten, dass die Übergabe der gesammelten Unterschriften nicht der richtige Moment für Diskussionen ist, flammten diese kurz auf. Man einigte sich schliesslich darauf, dass man noch weitere Gespräche führen werde.

Zimmermann beteuerte am Schluss, dass der Kanton ihr gesagt habe, die Trottoir-Idee komme vom Gemeinderat. «Ich wollte mich nämlich absichern, dass wir die Petition an der richtigen Stelle einreichen.»

Wohl ein Missverständnis

Bei der Frage, wer die Studie für das Trottoir angestossen hat, geht das kantonale Amt für Verkehr von einem Missverständnis aus, wie Mediensprecher Markus Gerber auf Anfrage sagt. Der zuständige Ingenieur habe schon im Anschluss an den Infoabend im August erklärt, dass eine Person aus der Gemeindeverwaltung das Projekt wieder angestossen habe. «Möglicherweise hat dies bei Frau Zimmermann zur irrigen Meinung geführt, es handle sich um eine Person aus dem Gemeinderat, was natürlich nicht korrekt ist», sagt Gerber. Dass die Petition bei der Gemeinde eingereicht werden müsse, sei korrekt.

Erstellt: 09.10.2019, 11:41 Uhr

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