Wiesendangen

Gericht lehnt Rekurse gegen Tierheim ab

Der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung kommt dem Bau eines Tierheims in Gundetswil ein grosses Stück näher. Das Baurekursgericht des Kantons hat Beschwerden von Anwohnern abgewiesen. Es stellt aber zusätzliche Auflagen.

Das Baurekursgericht hat zu Gunsten des Tierheims in GUndetswil entschieden. Die Beschwerde der Anwohner wurde abgewiesen.

Das Baurekursgericht hat zu Gunsten des Tierheims in GUndetswil entschieden. Die Beschwerde der Anwohner wurde abgewiesen. Bild: Marc Dahinden

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In einem ehemaligen Bauernhaus will sich der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung um notleidende Tiere kümmern. Doch die Umbaupläne sind seit längerem blockiert. Denn der Weiler liegt leicht erhöht über dem Wiesendanger Dorf Gundetswil, das zu einem grossen Teil aus Einfamilienhäusern besteht. Mehrere Anwohner befürchten, dass sie durch Hundegebell aus dem Tierheim gestört werden könnten. Sie haben deshalb gegen die erteilte Baubewilligung Rekurs eingelegt.

Das Baurekursgericht des Kantons weist die Rekurse in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil nun aber zurück. Die Richter kommen zum Schluss, dass dem Bau des Tierheims «keine überwiegenden Interessen» entgegen stehen. Allerdings müssten wie ohnehin vorgesehen diverse Massnahmen getroffen werden, um den Lärm möglichst in Grenzen zu halten.

Zusätzlich reduziert das Baurekursgericht die maximal erlaubte Anzahl Hunde im Tierheim von 25 auf 16.

Ein Hund bellt probehalber

Das Gericht beurteilte die Situation vor Ort. Die Gegend sei ruhig, heisst es im Urteil. Zu hören sei Verkehrslärm, «manchmal Flugzeuge und Traktoren». Die Richter stimmen den Rekurrierenden denn auch zu, dass Hundegebell in diesem Umgebungslärm nicht einfach untergeht. Ein Hundeführer habe mit seinem Polizeihund eindrücklich demonstriert, dass ein beim Tierheim bellender Hund in der Siedlung gut zu hören sei.

Hier soll das Tierheim entstehen.

Ein Akustiker stellte zudem fest, dass 25 Hunde vermutlich etwa doppelt so laut wahrgenommen würden wie ein einzelner bellender Hund. Noch stärker, als auf die Lautstärke, wirke sich die Anzahl der Hunde aber auf die Dauer und die Häufigkeit des Gebells aus. Denn je mehr Hunde, desto eher beginnt eines der Tiere zu bellen und steckt damit auch die anderen an. Mit Sichtschutzwänden will man solche Kettenreaktionen möglichst verhindern. Zudem soll der Freilauf von Hunden zeitlich getrennt erfolgen. Hinzu kommen etwa schallgedämpfte Hundeboxen, Hecken oder Auflagen an das Personal. So muss sich während 24 Stunden mindestens eine verantwortliche Person im Heim aufhalten. Mit der Reduktion der Anzahl Hunde und den definierten Auflagen werde dem Vorsorgeprinzip genügend Rechnung getragen.

Hoffen auf die Nachbarn

Für den Tierschutzverein Winterthur und Umgebung ist das Urteil des Baurekursgerichts eine «Genugtuung», wie Aktuar Thuri Bänziger sagt. Schadenfreude komme aber keineswegs auf: «Wir sind nach wie vor sehr an einer guten Nachbarschaft interessiert und wollen alles dafür tun, dass es keine Probleme gibt.» Er hoffe, dass mit dem Urteil alle Parteien leben könnten. Seitens des Vereins werde man sich an die Auflagen halten. Ziel des Vereins sei es ohnehin nicht, so viele Hunde wie möglich aufzunehmen. Aber es gehöre zu den Aufgaben des Tierschutzvereins, notleidende Haustiere aufzunehmen, diese gesund zu pflegen und dann weiter zu vermitteln.

Bald wird das zumindest teilweise wieder möglich sein: Mitte Juni soll das Provisorium fertig sein, das direkt auf der anderen Strassenseite des Bauernhofs liegt. In einer ehemaligen Garage will der Verein Katzen und Nagetiere aufnehmen. Bereits gestartet ist die Igelstation.

Zuerst braucht es Geld

Bis die definitive Notfallstation im ehemaligen Bauernhof eingerichtet werden kann, ist es noch ein weiter Weg. Wird das Urteil nicht an die nächsthöhere Instanz weitergezogen, beginnt die Spendensammlung. Erst wenn die Finanzierung gesichert ist, startet der Umbau. Gerechnet wird mit Kosten von über zwei Millionen Franken. (Landbote)

Erstellt: 16.04.2019, 17:49 Uhr

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