«Ich habe nicht damit gerechnet»

Der Wiesendanger Landwirt Martin Hübscher zieht für die SVP ins Kantonsparlament ein. Wie er seinen Wahl erlebt hat, erzählt der 46-Jährige im Gespräch.

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Herr Hübscher, mit der Ver­besserung von Listenplatz vier auf die Spitzenposition sind Sie der Wahlsieger des gestrigen Tages. Haben Sie mit einem solchen Resultat gerechnet?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin ohne grosse Erwartungshaltung in den Wahlkampf gestiegen, denn mein Ziel war es, den vierten Listenplatz zu halten. Ich habe eigentlich mit dem Ziel kandidiert, mich für die nächsten Kantonsratswahlen in Position zu bringen.

Worauf führen Sie den ­unerwarteten Erfolg zurück?
Das gute Wahlkomitee und die ­gute Vernetzung, die ich als langjähriger Präsident des Bezirks-Bauernverbandes geniesse, haben vermutlich dazu beigetragen. Letztlich ist es ein Teamerfolg.

Inwiefern spielt es Ihrer Meinung nach eine Rolle, dass Sie die ursprünglich bäuerliche Haltung der SVP vertreten?
Mein Thema ist seit eh und je die Landwirtschaft. Das bringe ich als Sachpolitik in die Partei ein. Ich setze mich für bäuerliche Familienbetriebe und den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, bei ihren Zulieferern und Abnehmern ein. Strategische Parteipolitik ist nicht mein Ding.

Diente Ihr erklärter Kampf gegen die Agrarpolitik 2014 bis 2017 auch als Wahlvehikel?
Das ist durchaus möglich. Die Agrarpolitik des Bundes habe ich im Wahlkampf auch thematisiert. Ich bin keineswegs gegen Entwicklung in der Landwirtschaft. Doch solche Rahmenbedingungen treiben den Verwaltungsaufwand für die Bauern unnötig auf die Spitze.

Nun haben Sie einen Sitz auf Kosten des grünen Landwirts Urs Hans gewonnen. Wie geht es Ihnen dabei?
Zuerst möchte ich sagen, dass für mich als Landwirt die Abwahl von Urs Hans ein Wermutstropfen ist. Unsere Branche sollte meiner Meinung nach in jeder Fraktion vertreten sein. Ich habe jedoch meinen Sitz nicht auf seine Kosten gewonnen. Das wäre genau genommen nur dann der Fall, wenn ich auf dem dritten Platz auf unserer Liste gelandet wäre und nicht auf Platz eins.

Aber Sie sind mit Ihrem Slogan «Lebensmittel aus einheimischer Produktion» wohl dem typisch grünen Anliegen in die Quere gekommen?
Als Bauern sind wir sowieso mit der Natur verbunden. Das ist automatisch etwas «grün».

Worauf werden Sie sich nun als Erstes konzentrieren?
Jetzt werde ich mich zunächst einmal in meinem Leben neu organisieren müssen. Ich habe ja keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen, da ich nicht mit meiner Wahl gerechnet habe. (landbote.ch)

Erstellt: 13.04.2015, 12:51 Uhr

Vertritt die SVP Winterthur-Land im Kantonsrat: Landwirt Martin Hübscher.

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