Elgg

Im Namen der Schweiz auf der ganzen Welt unterwegs

Botschafter Philipp Stalder besuchte Elgg anlässlich der Partnerschaft mit dem ghanaischen Dorf Mafi Kumase. Der Diplomat spricht sechs Fremdsprachen, nun soll eine weitere dazu kommen

Botschafter Philipp Stalder ist momentan in Ghana stationiert.

Botschafter Philipp Stalder ist momentan in Ghana stationiert. Bild: PD

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Herr Stalder, seit zwei Monaten sind Sie Schweizer Botschafter in Ghana, zuvor waren Sie in Aserbaidschan stationiert. Wie unterscheiden sich die beiden Destinationen?
Philipp Stalder: Die aserbaidschanische Hauptstadt Baku wirkt auf mich urbaner als Accra, die Hauptstadt Ghanas. Natürlich gibt es auch in dieser Stadt Stau, dennoch habe ich das Gefühl, Accra ist weniger grossstädtisch. Auch die Vegetation der beiden Länder ist unterschiedlich. In Aserbaidschan kann es schon mal kalt werden, es gibt dort auch hohe Berge. In Ghana ist es das ganze Jahr über eher tropisch. Im Garten der Botschaft wachsen Palmen und die Berge sind kaum höher als 800 Meter.

Das aserbaidschanische Klima ist also näher an dem, was Sie sich aus unseren Breitengraden gewohnt sind?
Das ist sicher so. Da ich aber vorher in Griechenland, Vietnam und Südkorea gearbeitet habe, komme ich mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit gut zurecht.

«Meine Töchter sehen es als Privileg, sich als Schweizerinnen zu fühlen und dennoch im Ausland gross zu werden.»

In ihren Ferien machen Sie jedoch oft Urlaub in der Schweiz. Kürzlich haben Sie die Gemeinde Elgg besucht. Was bringt den Schweizer Botschafter von Ghana nach Elgg?
Anlass dafür war das Jubiläum der 30-jährigen Gemeindepartnerschaft von Elgg mit dem ghanaischen Dorf Mafi Kumase. Die Zürcher Gemeinde unterstützt ein örtliches Wasserprojekt. Da ich unweit von Elgg aufgewachsen bin, wollte ich aus erster Hand mehr darüber erfahren.

Hat Ihr Besuch Auswirkungen?
Im November findet ein Jubiläumsfest in Mafi Kumase statt, das ich gerne besuchen werde. Da es sich um ein Projekt handelt, welches nicht von der Botschaft initiiert oder begleitet wurde, bleiben wir eher im Hintergrund, möchten jedoch mit unserer Präsenz unsere Wertschätzung und Anerkennung für das Engagement der beiden Gemeinden zum Ausdruck bringen.

Beim Termin in Elgg ist Ihnen ein Malheur passiert, Sie sind nicht aufgetaucht. Haben Sie sich bei Ihrer Arbeit im Ausland die Schweizer Pünktlichkeit abtrainiert?
(Lacht) Ich bin nach wie vor ein sehr pünktlicher Mensch. Das war ein Missgeschick, so etwas ist mir noch nie passiert. Glücklicherweise konnten wir den Termin noch in der selben Woche nachholen.

Ihre Arbeit als Botschafter ist mit vielen Reisen und Ortswechseln verbunden. Wie geht Ihre Familie damit um?
Meine drei Töchter im Teenager Alter und meine Frau ziehen jeweils mit mir mit. Beim Wechsel von Aserbaidschan nach Ghana haben sich meine Töchter gar gewünscht, dass wir nochmals einen Posten im Ausland machen. Sie sehen es als Privileg, sich als Schweizerinnen zu fühlen und dennoch im Ausland gross zu werden.

Sie bereiten sich intensiv auf neue Orte vor. Für Ihre Stelle in Athen haben sie Griechisch gelernt, ausserdem sprechen Sie fünf weitere Fremdsprachen. Haben Sie auch eine neue ghanaische Sprache gelernt?
Da Englisch eine der offiziellen Landesprachen ist, sollte ich mit der Verständigung keine grossen Probleme haben. Allerdings habe ich tatsächlich vor, nach meinen Ferien einige Brocken Twi, die am weitesten verbreiteten lokale Sprache in Ghana, zu lernen. Dadurch bekommt man einen anderen Zugang zu den Menschen, man erfährt mehr über sie und ihre kulturellen Besonderheiten.

Erstellt: 23.07.2019, 17:16 Uhr

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