Elgg

Kein Tempo 30 aber beruhigter Verkehr

Lange wurde diskutiert, nun liegen Pläne auf. In Neu-Elgg wird der Verkehr beruhigt. Eine Interessengemeinschaft hatte sich ursprünglich für Tempo 30 eingesetzt. Dieser Wunsch wird nicht erfüllt.

In Neu-Elgg will die Gemeinde den Verkehr verlangsamen, zum 
Beispiel entlang der Hertenstrasse. Foto: Madeleine Schoder

In Neu-Elgg will die Gemeinde den Verkehr verlangsamen, zum Beispiel entlang der Hertenstrasse. Foto: Madeleine Schoder

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Es wird keine Tempo-30-Tafeln in Neu-Elgg geben. Vorerst. Der Gemeinderat will den Verkehr erst einmal mit Verengungen und eingezeichneten Rechtsvortritten abbremsen und so die Sicherheit für Schulkinder erhöhen. Derzeit liegen die Pläne öffentlich auf. «Wir müssen in Neu-Elgg etwas machen, davon ist der Gemeinderat überzeugt», sagt Präsident Christoph Ziegler.

Wie viele Massnahmen jedoch notwendig sind, darüber gibt es verschiedene Auffassungen. Im August des letzten Jahres hatte eine Interessengemeinschaft (IG) über Nacht Tafeln aufgestellt, die zum freiwilligen Tempo-30-Fahren auffordern. Sie verwiesen auf viele gefährliche Situationen zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und vor allem mit Schulkindern in Neu-Elgg.

Drei Varianten studiert

Der Gemeinderat nahm das Anliegen ernst und liess eine Studie erstellen. Diese zeigte am Ende drei Varianten auf: Zwei davon enthielten die Einführung von Tempo 30, eine mit mehr und eine andere mit weniger Verbauungen. Die dritte Variante sah nur verkehrsberuhigende Massnahmen ohne offizielle Temporeduktion vor. Für diese hat sich die Behörde nun entschieden und ein Projekt ausarbeiten lassen.

«Es wäre sehr aufwendig gewesen und hätte mehrere hunderttausend Franken gekostet»

An verschiedenen Punkten, vor allem entlang der Berg- und der Hertenstrasse, wird die Durchfahrt künstlich eingeengt, sodass die Fahrzeuge abbremsen und ausweichen müssen. Weiter werden die Rechtsvortritte markiert. «Wir haben vor allem dort Massnahmen geplant, wo wir davon ausgehen, dass es etwas nützt», sagt Ziegler. Zum Beispiel beim Kindergarten oder auf geraden Strassenabschnitten, wo zu schnelles Fahren überhaupt möglich sei.

Spätere Messungen

Auf Tempo 30 hat der Gemeinderat vorerst verzichtet – auch aus Kostengründen. «Es wäre sehr aufwendig gewesen und hätte mehrere hunderttausend Franken gekostet», sagt Ziegler. Und vielleicht seien die jetzt geplanten Massnahmen schon zielführend, die geschätzt etwa 70000 Franken kosten würden.

Nach gut einem Jahr will der Gemeinderat erneut die Geschwindigkeiten in Neu-Elgg messen lassen. Sollten diese dann immer noch zu hoch sein, könnte er immer noch Tempo 30 einführen. Das sei dann relativ einfach möglich, weil es dann schon Verbauungen gebe, welche die Geschwindigkeit reduzierten.

Es brauchte dann nur noch die Einfallstore mit den entsprechenden Tafeln, um die Geschwindigkeit noch ganz auf die gewünschten 30 zu reduzieren. «Damit würden wir aber vor die Gemeindeversammlung gehen, auch wenn die Investition in der Kompetenz des Gemeinderats liegen würde.»

«Gut, dass etwas passiert»

Die IG hat die Pläne laut Mitglied Peter Fricker noch nicht studiert und könne sich darum noch nicht konkret dazu äussern. Sie hatte jedoch eine andere Varianten vorgeschlagen. «Wir finden es aber gut, dass jetzt etwas passiert», sagt Fricker.

Dass in Neu-Elgg nun nicht offiziell Tempo 30 eingeführt wird, sei auch eine Chance. Denn es hätte das Risiko bestanden, dass Tempo 30 von der Gemeindeversammlung abgelehnt worden wäre. «Dann wäre das Thema ganz vom Tisch gewesen.» Nun bestünde die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt Tempo 30 anzusteuern, wenn die geplanten Massnahmen den Zweck nicht erfüllen sollten.

Erstellt: 10.10.2019, 17:34 Uhr

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