Kyburg

Kirchgemeinde nimmt Fusionsgespräche auf

Die Reformierten haben entschieden: Sie wollen auf eine Fusion mit Illnau-Effretikon hinarbeiten.

Die Kyburger Kirche ist über den Ort hinaus bekannt. Foto: M. Dahinden

Die Kyburger Kirche ist über den Ort hinaus bekannt. Foto: M. Dahinden

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8000 Franken hat die Kirchgemeinde Kyburg in den letzten Jahren durchschnittlich aus dem Finanzausgleichstopf erhalten. Ab 2026 sollen es nur noch 3000 Franken sein – sofern der neue Finanzausgleich am 2. Juli in der Synode durchkommt. Und es sieht ganz danach aus («Landbote» vom 12. Juni).

Abstimmung Ende 2020

Das ist einer der Gründe, weshalb Hansruedi Dürst eine Einzelinitiative eingereicht hat. Dürst ist auch Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Mit seinem Vorstoss fordert er die Kirchenpflege dazu auf, Fusionsgespräche mit Illnau-Effretikon zu führen und einen Vertrag auszuarbeiten. Bis Ende 2020 soll die Kirchgemeinde darüber abstimmen können.

«Unsere vielen Mitglieder geben uns langfristig Sicherheit, dass wir die kirchlichen Aktivitäten aufrecht erhalten können.»


Der finanzielle Druck ist aber nicht der einzige Grund, weshalb Dürst die Initiative eingereicht hat. Es sei zunehmend schwierig geworden, Mitglieder für Kirchenpflege sowie RPK zu finden, sagte er am Mittwochabend vor 29 anwesenden Stimmberechtigten der Kirchgemeindeversammlung. Und auch eine 50-Prozent-Pfarrstelle sei nicht einfach zu besetzen. Mehr Stellenprozente hat die Kirchgemeinde künftig nicht mehr zugute.

In vielen persönlichen Gesprächen habe er zudem gespürt, «dass wir die Eigenständigkeit aufgeben möchten», sagte Dürst. Die Initiative haben 47 Personen mitunterzeichnet. Ausserdem sei die Kirchgemeinde Illnau-Effretikon mit ihren 5000 Mitgliedern gross genug. «Das gibt uns langfristig Sicherheit, dass wir die kirchlichen Aktivitäten aufrecht erhalten können.»

«Kein Fusionszwang»

Kirchenpflegepräsidentin Dunja Roshard entgegnete, dass das Reformprojekt der Landeskirche unter dem Namen Kirchgemeinde Plus nicht mit dem Zwang zur Fusion gleichzusetzen sei. «Es gibt verschiedene Wege.» So hätten andere etwa eine Pilgerkirche oder eine Spirit Church gegründet.

Letztere ist eine moderne Kirche mit einem ebensolchen Kirchenraum (Lounge statt Kirchenbänke). Ausserdem würde der Zusammenschluss mit Illnau-Effretikon lediglich 10 Pfarrstellenprozente mehr bringen, rechnete Roshard vor. «Wir wären auf das Wohlwollen unserer Nachbarn angewiesen.»

Es half nichts, die Versammlung stimmte mit 25 Ja und 3 Nein für die Initiative. Sie wählte anschliessend den Initianten Dürst und Henri Wolterstorff in die Kerngruppe Fusion, welche die Gespräche mit Illnau-Effretikon führen wird. Ein erstes wird nach den Sommerferien stattfinden. Die Rechnung 2018 kam einstimmig durch. (Der Landbote)

Erstellt: 13.06.2019, 15:26 Uhr

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