Aadorf

Nach Todesdrohungen geht in Aadorf die «grosse Unsicherheit» zu Ende

Nach einer Serie von Todesdrohungen gelang den Thurgauer Ermittlern der Durchbruch. Mindestens ein Jugendlicher muss sich nun einem Strafverfahren stellen.

An der Sekundarschule in Aadorf waren Schüler von Todesdrohungen betroffen. Die Täterschaft konnte nun ermittelt werden.

An der Sekundarschule in Aadorf waren Schüler von Todesdrohungen betroffen. Die Täterschaft konnte nun ermittelt werden.

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Die Nachrichten lösten Angst aus, und sie kamen immer wieder. Digital oder im Briefcouvert. Zwei Monate lang erhielten Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Aadorf Todesdrohungen. Nun gelang es den Ermittlern, die unheimliche Serie zu stoppen.

Wie das Aadorfer Schulpräsidium in einem Communiqué bekannt gab, haben Jugendanwaltschaft und Kantonspolizei eine ursprünglich verdächtigte Person entlasten und die mutmassliche Täterschaft ermitteln können. Die Thurgauer Jugendanwaltschaft hat nun ein Strafverfahren eröffnet. Sie gibt nicht bekannt, ob es sich um einen oder mehrere Beschuldigte handelt und beruft sich dabei auf den erhöhten Persönlichkeitsschutz, der im schweizerischen Jugendstrafrecht gilt.

Der Fall löste grossen medialen Wirbel aus. Einzelnen Schülerinnen und Schülern war ein exaktes Todesdatum angedroht worden und eventuell gab es auch Nachahmungstäter. Die Schule schreibt in ihrer Mitteilung: «Es ist herausfordernd, die Beweggründe zu verstehen und dieses Verhalten nachzuvollziehen. Aus heutiger Sicht wird das Verhalten als Hilferuf interpretiert.»

Nachrichten analysiert

Auch für die Thurgauer Ermittlungsbehörden war der Fall kein alltäglicher. Mehrere Mitglieder der Jugendanwaltschaft, zahlreiche Kantonspolizisten sowie Sozialarbeitende waren in den vergangenen Wochen mit dem Dossier beschäftigt, sie befragten Lehrer, Schüler und Eltern und die Kantonspolizei analysierte die Drohnachrichten.

Barbara Reifler, Leiterin der Thurgauer Jugendanwaltschaft, spricht denn auch von einem speziellen Fall: «Über eine Dauer von zwei Monaten wurden immer wieder Todesdrohungen versandt, eine grosse Anzahl Personen lebte in dieser Zeit in grosser Unsicherheit.» Entsprechend froh sei sie, dass es nun einen Ermittlungserfolg gegeben habe.

Hohes Interesse

Speziell sei auch das Umfeld Schule: «Es ist eine besondere Herausforderung, in einem Schulumfeld mit Hunderten Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonal zu ermitteln.» Auch das öffentliche Interesse stellte die Ermittler vor Probleme: «Das Medienaufkommen war anfangs riesig, die Schüler mussten im Umgang mit den Medien sensibilisiert werden.»

Weil das Jugendstrafrecht den Ausschluss der Öffentlichkeit vorsieht, lässt Reifler auch im Gespräch bewusst offen, ob es sich um einen oder mehrere Beschuldigte handelt. Der oder die Beschuldigten seien «aus dem Umfeld der Sek Aadorf».

Schule sucht Lösung

Laut Reifler versucht die Jugendanwaltschaft immer auch, die Motive eines Täters zu verstehen: «Wir schauen differenziert hin und klären unter anderem die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten ab, um ein Verständnis für die Situation zu gewinnen und weitere Taten zu verhindern.»

Der oder die Beschuldigten müssen nun auch mit schulischen Konsequenzen rechnen. Laut der Schule wird nun eine «passende Lösung gesucht, um die Schulabschlüsse zu gewährleisten». Grundsätzlich denkbar ist eine Versetzung in eine andere Schule, eine Auszeit oder ein vorübergehender Schulausschluss. (Der Landbote)

Erstellt: 17.04.2019, 14:00 Uhr

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