Herbstjagd

«Niemand ist in Gefahr»

In vielen Wäldern der Region finden dieser Tage Treibjagden statt. Obmann Max Wiesendanger erklärt warum.

Max Wiesendanger ist Obmann der Jagdgesellschaft Rickenbach. Foto: mad

Max Wiesendanger ist Obmann der Jagdgesellschaft Rickenbach. Foto: mad

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Die Jagdgesellschaften empfehlen, die Wälder zu meiden, wenn Treibjadgen stattfinden. Ist man als Spaziergänger in Gefahr?
Natürlich wird geschossen. Aber niemand ist in Gefahr. Die Sicherheit hat oberste Priorität und wir sind entsprechend ausgebildet und organisiert. Wir wollen, dass die Leute informiert sind und wissen, dass im Wald gejagt wird.

Mit wie vielen Leuten sind Sie im Wald?
Das ist reglementiert. Normalerweise sind es höchstens zwölf Jäger und sechs Treiber. Und wir haben einige Jagdhunde dabei.

Wie informieren die Jäger jene, die den Wald ahnungslos betreten?
Wir stellen an den Strassen Warndreiecke auf, die auf die Jagd hinweisen. Zudem sprechen wir die Menschen an, weisen auf unsere Arbeit hin und zeigen auf, in welcher Richtung man am besten weitergeht, um dem Jagdgeschehen auszuweichen.

«Das Wild kommt in einigen Gebieten kaum mehr aus dem Dickicht.»

Treibjagden sind bei Tierschützern umstritten.
Das ist so. Wir veranstalten auch keine Treibjagd, sondern so genannte Drückjagden. Die Jäger müssen mindestens einen Drittel ihrer Linie offen lassen, damit das Wild eine Chance hat zu entkommen. Das ist bei echten Treibjagden nicht der Fall.

Warum veranstalten die Jagdgesellschaften dies Jagdform überhaupt noch?
Wir haben vom Kanton vorgegebene Abschussquoten. Die Wälder sind durch die Stürme und die heutige Bewirtschaftung zunehmend dichter. Ausserdem sind fast Tag und Nacht Landwirte, Sportler, Hündeler oder Spaziergänger im Wald. Das Wild kommt in einigen Gebieten kaum mehr aus dem Dickicht und ist so schwieriger zu schiessen. Die Schäden an Kulturen nehmen zu. Deshalb ist diese Jagdform für uns nach wie vor sinnvoll.

Welche Tiere stehen im Fokus dieser Jagd?
Rehwild, Füchse und Wildschweine. Letztere haben sich in der Region extrem vermehrt. Das Fleisch der Rehe und Schweine wird komplett verwertet.

Erstellt: 01.11.2019, 16:23 Uhr

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