Elgg

Rekord, auch dank Steuerhinterziehern

Die neue Gemeinde Elgg schliesst ihr erstes Fusionsjahr mit einem rekordhohen Plus von 6,6 Millionen Franken ab. Dazu beigetragen haben auch Personen, die sich selbst angezeigt haben.

Die Gemeinde Elgg hat 2018 soviel Gewinn gemacht wie noch nie zuvor.

Die Gemeinde Elgg hat 2018 soviel Gewinn gemacht wie noch nie zuvor. Bild: mad

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«Das wird in meiner Karriere als Finanzvorsteher wohl einmalig bleiben», sagte Andreas Kron an der Elgger Gemeindeversammlung von Mittwochabend.

Es habe sich im letzten Jahr zwar schon bald abgezeichnet, dass Elgg das geplante Plus von 2,5 Millionen Franken überschreiten werde, das Ergebnis von «sage und schreibe» 6,6 Millionen Franken übertreffe aber alle Erwartungen.

Viele Selbstanzeigen

2018 war das erste Jahr der fusionierten Gemeinden Elgg und Hofstetten, der Druck, eine gute Rechnung zu präsentieren, war deshalb nicht unerheblich. «Es trifft sich gut, dass wir diese Rekordrechnung in Hofstetten in der Höhe feiern können», sagte Gemeindepräsident Christoph Ziegler zu den 45 anwesenden Stimmberechtigten im Schulhaus Hofstetten, wo die Versammlung zur Abwechslung stattfand.

«Viele Leute wollten bezahlen, bevor es der Fiskus selbst merkt.»

Finanzvorsteher Kron führte anschliessend durch die Zahlen. 2,35 Millionen Franken trug der Fusionsbeitrag des Kantons zum Überschuss bei, diesen hatte man erwartet und als Plus eingerechnet. 2,2 Millionen Franken, die nicht vorherzusehen waren, kamen aus Steuereinnahmen zusammen. «Wir hatten relativ viele Nach- und Strafsteuern», erklärte Kron.

Mit dem automatischen Informationsaustausch werden umliegende Länder den hiesigen Steuerbehörden bald Daten über Konten von Inländern liefern können, die ihr Geld im Ausland angelegt haben. Das führte schweizweit in den letzten zwei Jahren zu einem hohen Anstieg der Selbstanzeigen.

Kron erzählte, dass die Nachsteuern der zehn Jahre zuvor einen einzelnen Ordner auf dem Steueramt füllten, die Nachsteuern von 2018 alleine füllten bereits zwei Drittel eines Ordners. «Viele Leute wollten bezahlen, bevor es der Fiskus selbst merkt.» In Zürich ist es im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen noch möglich, straffrei eine Selbstanzeige zu machen. Nur wenn es der Steuerkommissär selbst merkt, muss der Steuerhinterzieher eine Busse zahlen.

Die vielen Nachsteuern trugen jedoch nur einen Teil zu den zusätzlichen Einnahmen bei, die grösste Abweichung ergab sich bei den Grundstückgewinnsteuern. «Die Preise pro Quadratmeter haben in den letzten Jahren spürbar angezogen», sagte Kron.

«Ergebnis einrahmen»

Eine weitere Million Franken konnte Elgg zusätzlich verzeichnen, weil die Gemeinde 2018 nach der Auflösung des Zweckverbands mit Hagenbuch und Wiesendangen den Friedhof Elgg übernommen hatte. Dabei handle es sich lediglich um einen Buchgewinn, der auf dem Papier gut aussehe, aber kein flüssiges Geld sei, erklärte Kron.

Die letzten 1,2 Millionen Franken, die zum Rekordplus beitrugen, setzten sich aus verschiedenen Bereichen der Gemeinde zusammen. Die gesamten 6,6 Millionen Franken werden dem Eigenkapital zugerechnet, das sich auf 22,9 Millionen Franken erhöht.

«Eigentlich müsste man dieses Ergebnis einrahmen und unserem Finanzvorsteher übers Bett hängen», kommentierte der Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Die Anwesenden genehmigten es ohne Diskussion und Gegenstimmen. 

Das Projekt Mehrfachturnhalle, dessen Umsetzung die Elggerinnen im Frühling an der Urne gewünscht hatten, war kurz Thema an der Versammlung. Es handelte sich lediglich um die Vorankündigung, dass im Herbst über ein Projekt abgestimmt werden soll. «Wir haben deshalb auch die Abstimmung über unsere Schulraumerweiterung verschoben, die damit zusammenhängt», erklärte Primarschulpräsidentin Monika Brühwiler. Am 11. September sei ein Informationsanlass geplant. 

Neue Stelle bewilligt

Die Versammlung genehmigte zudem die Schaffung einer neuen Stelle Bereichsleiter Infrastruktur. Eine externe Überprüfung habe gezeigt, dass es sinnvoll sei, die Bereiche Bau und Werke zu trennen, sagte Ziegler.

Im Moment gebe man sehr viele Aufträge an auswärtige Fachpersonen. «Wir hatten etwas Respekt davor, ob wir jemanden finden, der diese neue Sache aufbauen kann. Aber es sieht gut aus», sagte Ziegler. Man habe interessante Bewerbungen erhalten und auch schon vielversprechende Gespräche geführt. 

(Der Landbote)

Erstellt: 13.06.2019, 17:58 Uhr

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