Hagenbuch

Spaziergänge zwischen Feld und Himmel

Mehrere Tausend Zuschauer konnten am Flugfest spektakuläre Manöver beobachten. Piloten flogen Loopings, eine Frau spazierte in der Luft auf Flügeln eines Doppeldeckers.

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Danielle Del Buono ist ganz entspannt. Die Engländerin steht Minuten vor dem Abflug vor einem Doppeldecker und erklärt gerne, was es bedeutet, «Wingwalker» zu sein. Eine besondere Herausforderung sei der Wind, sagt sie. «Es ist ziemlich anstrengend, sich während des Flugs auf dem Flügel zu bewegen.» In der Luft muss sie sich ganz auf den Piloten verlassen können. Was ihr nicht allzu schwer fallen dürfte, denn am Steuerknüppel sitzt ihr Mann, Emiliano Del Buono. Die beiden sind aus Sion angeflogen und absolute Profis. Sie zeigen ihre Show überall in Europa, wie sie sagen.

Nun also am Flugfest in Hagenbuch. Mit knatterndem Motor rollt der Doppeldecker am Sonntagnachmittag über das Feld und hebt langsam ab. Danielle Del Buono winkt dem Publikum fröhlich zu und steigt schon bald aus dem Cockpit und klettert auf die Flügel hinaus, um in allen möglichen und unmöglichen Positionen am Publikum vorbeizubrausen. Teilweise nur wenige Meter über dem Boden. «Verrückt», kommentiert der Sprecher über eine Lautsprecheranlage. Anders kann man es nicht beschreiben.

Flugzeug Marke Eigenbau

Die «Wingwalker» sind keineswegs die einzigen, die in Hagenbuch Flugfans begeistern. Wohl über 60 Piloten sind mit ihren Maschinen angeflogen. Einige mit selbst gebauten oder weiterentwickelten Unikaten. Einer von ihnen ist Samuel Gautschi. Der gelernte Mechaniker hat mit seinem Vater Hansueli in unzähligen Arbeitsstunden einen «Hatz»-Doppeldecker gebaut. Das Modell wurde in den 1960er Jahren in den USA entworfen wurde und fliegt auch Marke Eigenbau einwandfrei, wie Gautschi später demonstriert. Pirouetten und Loopings sind für den Hobbypiloten kein Problem. Das Flugfest in Hagenbuch sei für sie etwas sehr Spezielles, sagen die beiden nach ihrem Flug und loben vor allem die freundliche Atmosphäre.

Auch Matthias Glutz aus Langenthal gefällt es hier. Er steht vor seiner roten Pitts-S1T, einer kleinen, wendigen Maschine, die für Kunstflüge bekannt ist. «Das ist ein richtiges Fliegererlebnis», sagt der 55-jährige Architekt. Der Anflug auf das zur Landepiste umfunktionierte Feld sei eine schöne Herausforderung. Er habe im Vorfeld abgeklärt, wo die Wiese uneben sein könnte und ob sie noch nass sei, um den Bremsweg berechnen zu können.

Zufriedene Veranstalter

Nicht nur die Piloten sind begeistert vom Anlass. Auch die Organisatoren ziehen am Sonntagnachmittag eine positive erste Bilanz. «Wir sind zu 100 Prozent zufrieden», sagt Tobias Kappeler, OK-Präsident. «Nur den Regen in der Woche vor dem Flugfest hätte es nicht gebraucht.» Die Flugpiste sei zwischenzeitlich etwas weich geworden. Dennoch war dann am Wochenende uneingeschränkter Flugbetrieb möglich. Kappeler schätzt, dass rund 5000 Zuschauer das Flugfest besuchten. Unter ihnen Bruno und Silvia Schmid aus Schaffhausen. Sie haben schon öfter Flugshows besucht. Diese hier sei aber besonders gross.

Auch nach ihrem Flug mit dem Doppeldecker ist Danielle Del Buono völlig entspannt. Die Kletterei auf den Flügeln scheint für die «Wingwalkerin» tatsächlich so etwas wie ein Spaziergang zu sein. Jedenfalls antwortet sie auf die Frage, wie der Flug denn gewesen sei: «Sehr schön! Ich habe aus der Luft gesehen, wie mir die Leute im Publikum zugewinkt haben. Alle hier sind wirklich sehr freundlich.» (Der Landbote)

Erstellt: 13.08.2017, 18:09 Uhr

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