Wiesendangen

Streuner Filou ist der erste Bewohner der neuen Tierstation

Der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung hat die Tierstation für Katzen und Kleintiere verspätet eröffnet.

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Filou ist schüchtern, obwohl er als Streuner einst die Strassen von Winterthur unsicher machte. Heute sitzt er in der Höhle eines Kratzbaums und blickt schläfrig in die Welt. Der weisse Kater mit den Tigerflecken ist der erste Bewohner der Tierstation in Gundetswil, die nun eröffnet wurde.

Eigentlich wollte der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung die Station bereits im vergangenen Sommer als Notunterkunft für Findelkatzen nutzen. «Wir mussten allerdings noch einige Auflagen des Kantonalen Veterinäramts erfüllen, bevor wir die Betriebsbewilligung bekommen haben», sagt Maja Rhyner, Präsidentin des Vereins.

Filou will alleine sein

Filou lebt derzeit allein in einem Raum, in dem bis zu sechs Katzen wohnen könnten. «Er würde keine andere Katzen akzeptieren, darum ist es gut, dass er hier alleine ist», sagt Johanna Willi. Die Tierpflegerin ist seit September 2019 fest beim Tierschutzverein angestellt und kümmert sich um die Igelstation sowie neuerdings um Katzen und Kleintiere. Kratzbäume, Unterschlüpfe, Katzentoiletten und Spielzeuge sind im Raum verteilt. Zwei Klappen bieten Zugang zum Aussengehege. «Ich sehe selten, dass sich Filou bewegt», sagt Willi. «Sein Futternapf ist aber immer leer.»

So sieht das neue «Büsizimmer» aus. Bild: mas

Filou lebte als Streuner in einem Winterthurer Quartier und wurde dort auch von Anwohnern gefüttert. Als der circa 8-jährige Kater aber begann, die Hauskatzen im in «seinen Strassen» zu attackieren, brachte ihn eine Anwohnerin in die Station. Er darf die neue Infrastruktur nun ganz alleine testen.

Hat gute Aussichten auf ein neues Zuhause: Filou. Bild: mas

«Und er hat sogar schon Aussicht auf ein neues Zuhause», sagt Willi. Ein älterer Herr interessiere sich sehr für ihn. «Und die Chemie zwischen den beiden stimmt.» Das habe sich bei Besuchen des potenziellen Herrchens gezeigt. Denn Filou ist zwar schüchtern, fasse er aber Vertrauen, entwickle er sich zum «Kampfschmuser». Zwei weitere Katzen sind bereits angemeldet. Ihre Besitzer sind verstorben oder mussten ins Heim.

Gerichtsentscheid hängig

Bereits im Sommer 2018 ist die Igelstation in den alten Bauernhof im Grundstein 1 in Gundetswil gezogen. Dereinst soll hier aber ein komplettes Tierschutzheim geben. Doch Anwohner befürchten Lärm von bellenden Hunden und haben Rekurse eingereicht. Allerdings ist die Aufnahmen von Hunden eine Auflage, die der Verein für die Umnutzung der Liegenschaft erfüllen muss. Derzeit ist der Fall beim Verwaltungsgericht hängig. «Wir hatten Ende 2019 mit einem Entscheid gerechnet, aber wir warten noch immer», sagt Rhyner.

Um trotz Rekursen schon Katzen aufnehmen zu können, hat der Verein die ehemalige Garage gegenüber des Bauernhauses in eine provisorische Notfallstation umgebaut. 300000 Franken hat er dafür aufgewendet, rund 10 Prozent sind Spenden. Entstanden sind zwei getrennte Katzenzimmer für je sechs Samtpfoten mit Aussengehege. Im oberen Stock gibt es zudem ein eigenes Gehege für Gäste in Quarantäne. Weiter könnten Kleintiere unterkommen. In Regalen stapeln sich Frotteetücher, Decken und Näpfe. An einer Wand lagert ein Vorrat Katzenfutter – Sachspenden von Helfern.

Jedem Kätzchen sein Töpfchen: Das Tierheim ist bereit für viele Gäste. Bild: mas

«Wir nehmen hier nur Notfälle auf», betont Rhyner. «Man kann bei uns nicht einfach ein Haustier abgeben, das man nicht mehr haben will.» Der Tierschutzverein wolle weder Alters- noch Krankenheim für Tiere werden. Es gehe immer darum, Katzen und Co. wieder zu vermitteln.

Erstellt: 13.02.2020, 17:56 Uhr

Tierpflegerin Johanna Willi kümmert sich um die Katzen in der Notfallstation – derzeit um Kater Filou. (Bild: mas)

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