Turbenthal

Unter Wasserbüffeln am Schauenberg 

Familie Fuster hält nebst Hühnern, Schweinen und Rindern auch rund 30 Wasserbüffel. Die Tiere sind friedlich und legen sich gerne in Tümpel.

Zutrauliche Tiere: Die Wasserbüffel suchen im Freilaufstall die Nähe von Martin Fuster. Foto: Marc Dahinden Wanderer Richtung Schauenberg werden von den Wasserbüffeln neugierig beäugt.Foto: Marc Dahinden Wasserbüffel und Rinder sind im gleichen Stall untergebracht.

Zutrauliche Tiere: Die Wasserbüffel suchen im Freilaufstall die Nähe von Martin Fuster. Foto: Marc Dahinden Wanderer Richtung Schauenberg werden von den Wasserbüffeln neugierig beäugt.Foto: Marc Dahinden Wasserbüffel und Rinder sind im gleichen Stall untergebracht. Bild: Marc Dahinden 

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Martin Fuster wird sofort neugierig umringt, als er in den Freilaufstall steigt. Die Wasserbüffel wollen genau wissen, was hier vor sich geht. Hektik bricht deswegen aber nicht aus. Büffel sind ruhige Wesen mit tiefer Stimme, sie bewegen sich eher langsam. Einer der pechschwarzen Büffel gibt freundlich schnaubende Laute von sich. Es klingt eher nach einem Grunzen denn nach einem Muhen.

Die Büffel im Girenbad ziehen mit ihren mächtigen, nach hinten gebogenen Hörnern die Aufmerksamkeit von zahlreichen Passanten auf sich, denn ihr Freilaufstall liegt direkt am beliebten Wanderweg Richtung Schauenberg. Wer sich allzu nahe an den Metallzaun stellt, wird von vielen schlabbernden rauen Zungen begrüsst.

Direktverkauf ankurbeln

Susanne und Martin Fuster haben den Hofbetrieb im Jahr 2014 von Martins Eltern übernommen. Sie führen den Hof damit in dritter Generation. Die beiden haben damals entschieden, von Milch- auf Fleischproduktion umzustellen. Ihr Hauptziel ist es, möglichst viel bereits auf dem Hof zu verarbeiten und direkt zu verkaufen, ohne Zwischenhändler. Die Wasserbüffel sind Teil dieser Strategie.

Als gelernter Metzger verarbeitet Martin Fuster das Fleisch teilweise selber. Auf dem Hof werden Büffelspezialitäten wie Salami, Schulterbraten oder Saftplätzli angeboten. Um möglichst das ganze Tier verwerten zu können, sind Mischpakete erhältlich.

Am Anfang sei er skeptisch gewesen, als ihm ein Geschäftspartner vorschlug, Wasserbüffel zu halten, sagt Martin Fuster. Das hat sich geändert, zumal die Haltung der zutraulichen Tiere vergleichsweise unkompliziert ist. Die Wasserbüffel sind im Stall mit Rindern untergebracht und verbringen die Zeit im Sommer mehrheitlich auf der Weide.

Auch das Futter musste Martin Fuster für sie kaum extra anpassen. Wasserbüffel erhalten im Stall wie die Rinder Silogras, Mais und eine Getreidemischung. Im Vergleich zu Kühen haben Büffel aber eine dickere Haut. Sie liegen daher gerne in einem natürlichen Tümpel, der sich etwas unterhalb des Stalls befindet. Dabei lassen sie sich auch von Minusgraden nicht abhalten. Als Martin Fuster mitten im Winter einmal vergass, die Stalltür zu schliessen, fand er die ausgerissenen Büffel alle im nahen Tümpel wieder.

Kein Mozzarella

Wasserbüffel sind in der Schweiz inzwischen ziemlich verbreitet, rund 2000 Wasserbüffel werden laut dem Branchenportal Landwirtschaft.ch hierzulande gehalten. Die meisten der aus Asien stammenden Tiere kamen ursprünglich aus Italien oder Rumänien in die Schweiz.

Die ersten Tiere wurden 1996 importiert. Schon länger sind sie vor allem in Italien für ihre Milch bekannt, aus der etwa Mozzarella hergestellt wird. Allerdings haben in jüngster Zeit diverse Medien darauf hingewiesen, dass ihre Haltung in Italien teilweise problematisch ist.

Einige Züchter würden männliche Büffel nach ihrer Geburt einfach verenden lassen, da sie nichts wert seien, berichtete die ARD. Alternativen gibt es in der Schweiz: So stellt die Züger Frischkäse AG in Oberbüren Büffelmozzarella her und bezieht dafür Milch aus der Region. Die steigende Nachfrage sei ein Grund, weshalb es mittlerweile leichter sei, in der Region Büffel zu kaufen, sagt Martin Fuster.

Fusters halten die Büffel auf ihrem Hof allerdings nicht für die Mozzarella-Produktion, sie lassen sie im Alter von zwei Jahren schlachten. «Die Leute suchen etwas Spezielles», ist Fuster überzeugt.

Das Büffelfleisch sei weniger fetthaltig als Rindfleisch und gehe im Geschmack in Richtung Wild. Martin Fuster will die Beziehung zu direkten Abnehmern möglichst weiter pflegen und ausbauen. «Wir planen einen jährlichen Tag der offenen Tür, damit die Leute sehen können, woher ihre Produkte kommen und wie es den Tieren geht.»

(Der Landbote)

Erstellt: 14.03.2019, 17:15 Uhr

Schweinezucht und Quitten

Um den Hof weiterzuentwickeln, hat die Familie Fuster kürzlich den Schweinestall tierfreundlicher ausgebaut. Zudem sind kleinere Umgebungsarbeiten geplant. So wollen sie etwa zwei neue Girenbader Quittenbäume setzen.

Vor einiger Zeit hat der Verein Fructus auf ihrem Hof diese neue Quittensorte entdeckt, die gegen Krankheiten besonders robust ist Darüber können sie sich auch detailliert in unserem Webspecial informieren.

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