Strafbefehl

Wenn das Veterinäramt eine Notschlachtung anordnet

Ein Landwirt aus der Region wurde wegen Tierquälerei verurteilt, jetzt wird sein Betrieb überwacht. Das gibt es im Kanton mehrmals pro Jahr.

Ein Landwirt aus der Region wurde wegen Tierquälerei angeklagt.

Ein Landwirt aus der Region wurde wegen Tierquälerei angeklagt. Bild: pixabay (Symbolbild)

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Dass die Kuh leiden musste, hätte wohl auch ein Laie erkannt. Handballengross war die offene und nasse Masse, die sich über dem linken Auge angesammelt hatte – ein Abszess, der sich über acht Monate entwickelt hatte. Das Verhalten des Tieres: apathisch und von der Herde ausgesondert.

Diesen Zustand trafen Mitarbeiter des kantonalen Veterinäramts vor wenigen Monaten auf einem Bauernhof in der Region Winterthur an. Sie kamen zu einer Überraschungskontrolle, angeregt durch eine Meldung aus der Bevölkerung. Den Fachpersonen blieb keine Wahl – das offenkundig stark leidende Tier wurde noch am selben Tag notgeschlachtet.

Homöopathisch behandelt

Der Landwirt wurde nun von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Tierquälerei und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Er muss 800 Franken Busse und 1000 Franken Gerichtskosten bezahlen, eine Geldstrafe von weiteren 3000 Franken würde erst fällig, wenn er sich in den nächsten zwei Jahren erneut etwas zuschulden kommen lässt. Der Mann hatte den Abszess zwar behandelt, allerdings in viel zu grossen Abständen und mit den falschen Mitteln – unter anderem mit Homöopathie.

Das Veterinäramt entdeckte weitere Mängel auf dem Betrieb: So waren drei Liegeboxen für die Kühe nicht tierschutzkonform ausgerüstet, die Tiere drohten sich bei jedem Hinlegen zu verletzen.

Dass ein Tier als Sofortmassnahme getötet oder die Schlachtung angeordnet werden muss, kommt laut dem Veterinäramt «einige Male» pro Jahr vor. Es sind Tiere, die «stark vernachlässigt wurden und stark leiden», sagt Sprecherin Mona Neidhart von der kantonalen Gesundheitsdirektion. In solchen Fällen weitet das Amt die Kontrolle aus. Auch der Hof in der Region wird nun überwacht, und es werden mehrere unangemeldete Nachkontrollen durchgeführt. Es gebe verschiedene Betriebe, die regelmässig kontrolliert werden müssen. Dies, weil die Gefahr zu gross ist, dass sich die Verhältnisse sonst verschlimmern.

Verbot ist selten

«Grundsätzlich werden Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Zürich alle vier Jahre kontrolliert, wobei zehn Prozent der Kontrollen unangemeldet stattfinden müssen», sagt Neidhart. «Bei anhaltenden Mängeln werden die notwendigen Massnahmen verfügt. Dies können bauliche Anpassungen sein, das Umstallen von Tieren oder das Schaffen von dauerhaftem Witterungsschutz.»

Wenn sich herausstellt, dass jemand nicht gewillt oder unfähig ist, Tiere langfristig korrekt zu halten, werde ein umfassendes oder teilweises Tierhalteverbot ausgesprochen, sagt Neidhart. «Das ist eine sehr starke Massnahme, und sie wird nur in ganz schlimmen Fällen verfügt.»

Erstellt: 13.02.2019, 20:48 Uhr

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