Bauma

Wieder ein Rückschlag im Sunnebad

Rudolf Ott sucht für das Sunnebad in Sternenberg einen neuen Gastwirt. Es ist ein weiterer Rückschlag für das Ausflugsziel, das eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Alles ist im Sunnebad bereit für Gäste, es fehlt «nur» ein herzlicher Gastgeber, der die Küche leitet.

Alles ist im Sunnebad bereit für Gäste, es fehlt «nur» ein herzlicher Gastgeber, der die Küche leitet. Bild: Madeleine Schoder

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Erst vor einem Jahr feierte das Gasthaus Sunnebad in Sternenberg nach längerem Leerstand Wiedereröffnung.

Seit einiger Zeit hat das Restaurant schon wieder geschlossen. Es öffnet nur noch für Gäste auf Voranmeldung. Der Grund: Oliver Künzli wirtet nicht mehr im Sunnebad.

«Es hat nicht funktioniert.»Rudolf Ott, 
Besitzer Sunnebad

Dabei war der Start vor einem Jahr vielversprechend. Besitzer Rudolf Ott lernte den Gastronomen Oliver Künzli über einen Freund kennen. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzept, das teils auf den christlichen Glauben und vor allem auf Entschleunigung setzte. Das Sunnebad sollte in Sternenberg wieder zu einem Treffpunkt werden.

Nun sagt Rudolf Ott: «Es hat nicht funktioniert.» Nach dem Fehlstart wolle er aber nach vorne blicken. Er sucht einen neuen Küchenchef, damit das Restaurant wieder öffnen kann.

Seminargäste, Hotelgäste oder Gruppen seien durch die Veränderung nicht betroffen und weiterhin jederzeit willkommen.

Das Kreuz soll bleiben

Auch das Konzept des Sunnebads will Rudolf Ott nicht grundsätzlich ändern. «Die christliche Prägung soll weiterhin Platz haben.» Das prominente Kreuz vor dem Gebäude will er deshalb nicht entfernen lassen, obschon man ihm das auch schon geraten habe. Wichtig ist ihm, dass es ein toleranter Begegnungsort wird, der allen offen steht.

Rudolf Ott, der in Pfäffikon eine Firma führt, will das Sunnebad wohl eher nicht verpachten. Der kurzfristige kommerzielle Erfolg des Gasthauses hat bei ihm nicht oberste Priorität. «Es muss einfach passen», sagt er.

Gekauft hat Ott das historische Kur- und Badehaus an erhöhter Lage im Jahr 2014. Ott ist in der Nähe aufgewachsen und wohnt heute im benachbarten Steinenbachtal, wo er unter anderem schottische Hochlandrinder hält.

Nach dem Kauf liess Ott das Sunnebad sanieren. Es verfügt über 40 Betten in 25 Zimmern. Auch drei Seminarräume, Gruppenräume und ein grosser Saal können gemietet werden. Auf der Südterrasse ist zudem ein Garten mit Brunnen und einem Pavillon entstanden.

Mehrere Besitzerwechsel

Trotz der aussergewöhnlich schönen Lage in Sternenberg kam es im 1848 erbauten Gebäude in den vergangenen Jahren zu mehreren Rückschlägen.

Die Wiedereröffnung verzögerte sich zweimal. Zuerst war Rudolf Ott stärker in seinem Geschäft eingebunden als er das erwartet hatte. Dann leckte in der Küche kurz vor der geplanten Eröffnung Mitte August 2017 auch noch eine Wasserleitung.

«Das Sunnebad ist wohl der schönste Ort im Zürcher Oberland. Es stimmt einfach alles hier.»

Manche Sternenberger hoffen aber schon weit länger, dass im Sunnebad wieder mehr Leben einkehrt. Denn das Gebäude war in der Gegend eine Institution. Ab 1967 wurde es von der christlichen Chrischona-Mission als Begegnungszentrum genutzt.

2010 versuchte Pächter Joachim Ernst den Ort als Familienhotel zu etablieren, was allerdings nicht gelang. Als auch ein Projekt für ein neues Pflegezentrum und Verhandlungen mit dem unlängst verstorbenen Pfarrer Ernst Sieber scheiterten, kaufte Rudolf Ott das Haus.

Nach dem Fehlstart will Rudolf Ott nun in aller Ruhe eine neue Lösung finden. Das Gebäude wieder zu verkaufen, ist für ihn jedenfalls kein Thema. «Das Sunnebad ist wohl der schönste Ort im Zürcher Oberland. Es stimmt einfach alles hier.» Es fehle derzeit nur ein herzlicher Gastgeber, der die Küche leitet.

In Sternenberg gibt es zwei weitere Gasthäuser. Die ehemalige SP-Kantonsrätin Sabine Sieber Hirschi führt ganz in der Nähe den alten Steinshof, wo Gäste auf Voranmeldung empfangen werden und ebenfalls Seminare möglich sind. Sie hat mehrmals gesagt, dass sie sich freuen würde, wenn im Sunnebad wieder mehr los wäre. Zudem soll auch der Sternen bald wieder aufgebaut werden.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.07.2018, 15:58 Uhr

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Wiederaufbau Sternen

Der Spatenstich für den Wiederaufbau des Restaurants Sternen in Sternenberg ist kommenden Frühling geplant, wie Wirtin Marianne Brühwiler sagt. Das aus dem Film Sternenberg mit Schauspieler Mathias Gnädinger bekannte Gasthaus war im Dezember 2016 bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Marianne Brühwiler gab nach dem verheerenden Brand jedoch nicht auf und konnte bald ein Provisorium eröffnen und dort wie gewohnt Gäste bewirten. Inzwischen sind die Planungen für einen Wiederaufbau weit fortgeschritten.

Der geplante Neubau soll zwar aus Kostengründen etwas kleiner werden als der Originalbau, er soll diesem aber möglichst ähnlich sehen. Geplant ist etwa ein Kreuzfirst und eine geschwungene Giebelfassade über dem Haupteingang.

Die Wände sollen mit Schindeln abgedeckt werden. Selbst einen Kachelofen wird es wieder geben, wie der «Tössthaler» unlängst berichtete. Brühwiler fand ein geeignetes Teil in Sternenberg, das perfekt zum Sternen passen könnte. Auf den Kacheln hat es sogar ein feines Sternenmuster.

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