Aadorf

«Wir wurden von Arbeitswilligen regelrecht überrannt»

Am Samstag findet in Aadorf das erste Repair Café statt. Kaputte Gegenstände werden dort von Freiwilligen repariert. Initiant Kurt Egger und sein Team sind gerüstet.

Ob Toaster, Velo oder Jeans – im Repair Café wird vieles geflickt, was sonst im Abfall landet.

Ob Toaster, Velo oder Jeans – im Repair Café wird vieles geflickt, was sonst im Abfall landet. Bild: mas/Archiv

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Vor einiger Zeit suchten Sie für die Repair Cafés im Hinterthurgau noch Freiwillige, die kaputte Sachen flicken. Gibt es am Samstag genügend Handwerker für den Anlass in Aadorf?
Ja, wir sind bereit. Für alle Sparten – also Holz, Metall, Elektronik, Schmuck, Velos oder Textilien – haben wir Profis vor Ort, die etwas reparieren können. Wir wurden nach unserem Aufruf in den Medien regelrecht von Arbeitswilligen überrannt. Es meldeten sich über 50 Personen an. Wir führen nun sogar eine Warteliste.

Was für Leute sind das?
Vor allem Pensionierte, die gut ausgerüstet sind und Lust haben, ihr Handwerk noch nützlich anzuwenden. Viele haben zu Hause voll eingerichtete Werkstätten und bringen ein ganzes Arsenal an Werkzeugen mit. Alle freuen sich auf ihren Einsatz, jetzt brauchen wir nur noch Gegenstände, die geflickt werden sollen.

Bringen Sie selbst auch etwas ins Repair Café?
Mein Frau wird ein Bügeleisen bringen. Weil wir nicht wissen, ob und wie viele Leute kommen, um etwas reparieren zu lassen, haben wir Organisatoren geschaut, dass es sicher mal ein paar Sachen von uns gibt. Die Erfahrung aus anderen Repair Cafés hat gezeigt, dass es oft eine Anlaufzeit braucht, bis das Angebot bekannt ist.

Was sagen die Aadorfer Gewerbler zu dem Angebot?
Die meisten finden es toll. Wir wollen das Gewerbe nicht konkurrenzieren. Wir flicken einen Gegenstand in etwa 30 Minuten. Wenn das nicht reicht oder Ersatzteile fehlen, schicken wir die Leute ins Fachgeschäft. Die lokalen Gewerbler dürfen ihre Informationen auch bei uns auflegen.

In Aadorf ist der Auftakt, weitere Repair Cafés in Münchwilen und Eschlikon folgen. Sie haben das Angebot im Hinterthurgau zusammen mit Andrea Suter und Erich Stör auf die Beine gestellt. Warum?
Heute wird schnell etwas weggeworfen und billig ersetzt, anstatt es zu reparieren. Das stört mich. Als Kantonsrat und Präsident der Grünen ist mir die Nachhaltigkeit ein Anliegen. Das Repair Café ist jedoch politisch neutral. Es geht um einen Service für alle, die einen Gegenstand noch weiterhin nutzen möchten und diesen vielleicht mit wenig Hilfe bei uns flicken lassen.

Und verdient jemand daran?
Nein, alles ist komplett ehrenamtlich und gratis. Nur Ersatzteile müssen bezahlt werden und wir haben eine Kollekte für Nebenkosten.

In Aadorf findet das Repair Café am Samstag, 21. September, von 10 bis 15 Uhr im Kultur- und Gemeindezentrum statt. Die Idee dafür stammt ursprünglich aus den Niederlanden. Die Gemeinde und der Konsumentenschutz unterstützen den Anlass.

Erstellt: 19.09.2019, 17:04 Uhr

Kurt Egger (Grüne) ist Initiant des Aadorfer Repair Cafés. (Bild: PD)

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