Wiesendangen

«Ab vier Personen fangen wir an zu kochen»

Seit zehn Jahren treffen sich die Hobbyköche von «Les Gourmets» im Schulhaus Gässli zum geselligen Backen und Braten. An den Herden sind jedoch noch Plätze frei.

Das Einkaufen auf dem Markt gehört mit zur Vorbereitung des Kochabends. Peter Winter prüft die Zutaten für sein nächstes Menü.

Das Einkaufen auf dem Markt gehört mit zur Vorbereitung des Kochabends. Peter Winter prüft die Zutaten für sein nächstes Menü. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt», sagen Sie humorvoll über Ihren Kochklub. Aber Sie überlegen sich schon etwas Feines im Vorfeld?
Peter Winter: Auf jeden Fall! Bei der Organisation des monatlichen Kochabends wechseln sich die Mitglieder jeweils ab, und eine sinnvolle Zusammenstellung der vier bis fünf Gänge gehört auch dazu.

Wie ist Ihr Kochklub denn ­zusammengesetzt?
Da der Klub «Les Gourmets» seit 2005 existiert, sind wir auch schon etwas gealtert und inzwischen Mitte bis Ende Vierzig, Frauen und Männer. Wir hätten gerne auch Jüngere, aber für die ist der Freitag kein idealer Abend. Wir möchten aber daran festhalten, da wir am Morgen frisch auf dem Markt einkaufen.

Was ist das Budget pro Teilnehmer, was bekommt er dafür?
Pro Kopf kalkulieren wir mit 15 bis maximal 25 Franken am Abend. Wir kochen alles ausser Innereien, aber oft Fisch oder Crevetten, auch Poulet oder Lamm. Ein Hauptgang könnte gefüllte Entenbrust an Süsskartoffelpüree sein. Oft sind Suppen dabei, es ist interessant, was es alles für Suppen gibt, zum Beispiel Nusssuppe. Ganze Vegimenüs hat es auch schon gegeben. Wir kochen allerdings jeweils nur halbe Portionen zum Probieren. Wenn wir uns da verrechnet haben, sind wir schon mit Bauchschmerzen nach Hause gegangen.

Ist Ihnen denn einmal etwas misslungen?
Ja, das kommt natürlich auch vor. Wir experimentieren gerne und lassen uns von Kochbüchern, teilweise antiquierten, aber auch aus dem Internet inspirieren. Manchmal kochen wir nach, was Star­köche empfehlen. Wir kochen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, aber grundsätzlich soll jeder alles umsetzen können. Zuletzt ist uns ein Dessert miss­raten, eine Art Tiramisu, das aus so vielen verschiedenen Geschmäcken bestand, dass es gar nicht mehr schmeckte.

Dann gehört ein gutes Glas Wein oder ein Apéro wahrscheinlich auch dazu.
Nein, wir haben uns von Anfang an dafür entschieden, dass Alkohol ausgeblendet wird. Nicht zum Kochen, jedoch zum Trinken. Es könnte sonst ausarten, manche würden bei jedem Gang einen anderen Wein servieren, und dann noch einen Digestif. Am Ende müssen die meisten ja mit dem Auto nach Hause fahren.

Da der Kochklub bereits seit zehn Jahren besteht, haben Sie sicher schon verschiedene Kochtrends mitbekommen.
Vieles wird überbewertet; glutenfrei, Vegetarismus. Wir sind Allesesser bei geringem Fleischanteil. Dafür ist uns wichtig, dass die Zutaten jahreszeitengerecht sind und aus der Region stammen. Gerne verarbeiten wir auch Sachen aus dem eigenen Garten. Im Sommer hat man ja oft eh zu viel Kräuter und anderes.

Wie ist das jetzt bei Ihnen zu Hause. Haben Sie Ihrer Frau den Kochlöffel aus der Hand genommen?
Meine Frau kocht nicht so gerne, und wir sind beide berufstätig, da übernehme ich ganz gerne. Ich bin ein Schreibtischtäter, ich ar­beite in der IT. Da ist es schön, am Abend noch etwas zu sehen, was man selbst zubereitet hat. Am Wochenende gehört die Küche ganz mir. Ein positiver Effekt ist, dass unsere Kinder offener sind für alle Speisen. Sie essen fast alles, auch Gemüse und Salat. Kürzlich meinte meine Tochter zu einer Kürbissuppe sogar: «Die war jetzt gar nicht so schlecht.» Wenn andere Kinder bei uns sind, probieren sie auch mehr aus, als sie vielleicht daheim akzeptieren würden.

Was schmeckt Ihnen selbst denn am besten?
Ich habe die französische Küche kennen und lieben gelernt. Aber aus unserem Kochklub habe ich auch gerne marinierte Pouletspiesschen, mit Sojasauce, Olivenöl, Senf, Balsamico, Salz und Pfeffer, übernommen. Das geht im Alltag schnell, und auch die Kinder haben es gern.

Sie sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern für den Kochklub Wiesendangen. Ich habe auch mitbekommen, dass schon einige Abende ­ausfallen mussten.
Wir sind im Moment nur sieben Leute, ab vier fangen wir an zu kochen, aber rund um die Ferien sagt doch der eine oder andere ab. Wir haben vier Kochzeilen im Schulhaus Gässli, an denen jeweils zwei Personen kochen können. Das heisst, mit circa zehn Mitgliedern hätten wir eine gute Grösse.

Erstellt: 06.11.2015, 15:10 Uhr

Kochabende

Der nächste Kochabend ist am 27. 11. Peter Winter freut sich über Anfragen an: pwinter@sunrise.ch. Tel. 052 232 25 03 (ab 20 Uhr).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles