Aadorf

Abfall verschwindet doch im Boden

Vor eineinhalb Jahren hat der Gemeinderat Aadorf das Projekt Unterflurbehälter vertagt – zu teuer war es. Nun sollen sie doch kommen: 60 unterirdische Sammelstellen sind geplant. Jemand anderes bezahlt.

In Winterthur längst Standard: Die Unterflurcontainer beim Kirchplatz.

In Winterthur längst Standard: Die Unterflurcontainer beim Kirchplatz. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weil manche Einwohner von Aadorf ihren Abfall zu früh an die Strasse stellen, müssen die Werkarbeiter auf ihren Touren oft zerrissene Abfallsäcke und verstreuten Kehricht einsammeln. Um dieses Problem zu beheben, gab der Gemeinderat eine Analyse in Auftrag, die potentielle Standorte für Unterflurbehälter erörtern sollte.

Doch im August 2015 teilte er mit, dass nur wenige private Grundeigentümer ihr Land zur Verfügung stellen wollten und dass die Kosten für die Umsetzung mit rund 340 000 Franken zu hoch seien. Doch dann beschloss die Delegiertenversammlung des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB), die Kosten vollumfänglich zu übernehmen. Damit änderte sich die Sichtweise in Aadorf.

Akzeptanz hat zugenommen

Der Beschluss des Zweckverbandes habe den Gemeinderat dazu bewogen, nun ebenfalls in das Projekt einzusteigen, heisst es in einer Mitteilung. Bisher habe der ZAB jeweils einfach einen Pauschalbeitrag an die Kosten gezahlt, erklärt Gemeindepräsident Matthias Küng, nun zahle er alles.

«Das Untergrundsystem hat Zukunft, die Rückmeldungen sind positiv.» Matthias Küng,
Gemeindepräsident

«Das Projekt hat nicht oberste Dringlichkeit, aber ich denke, jetzt ist der Zeitpunkt dafür da.» In den letzten eineinhalb Jahren hätten sich mehrere Gemeinden in der Umgebung für das Untergrundsystem entschieden und es scheine sich zu bewähren, sagt Küng: «Es hat Zukunft, die Rückmeldungen sind positiv.»

Eigene Erfahrungen fehlen zwar, aber dennoch scheint in Aadorf die Akzeptanz in der Zwischenzeit zugenommen zu haben. Einige Landbesitzer hätten sich bereits freiwillig mit Standortangeboten auf der Gemeinde gemeldet, sagt Küng. In der Mitteilung der Gemeinde heisst es: «Bauherrschaften und auch immer mehr Anwohner wünschen den Bau der Behälter.»

Das Grobkonzept sieht den Bau von rund 60 Sammelstellen vor, laut Küng könnte sich diese Zahl aber noch erhöhen. Der Grossteil der Container würde auf gemeindeigenem Land gebaut, das sei am einfachsten.

«Einige Landbesitzer haben sich bereits freiwillig mit Standortangeboten auf der Gemeinde gemeldet.»

Matthias Küng, Gemeindepräsident Aadorf

Aber auch bei neuen Überbauungen oder Strassensanierungen habe man das Projekt im Hinterkopf. Mehr Verkehr befürchte man durch die Sammelstellen nicht, sagt Küng. «Es wohnen immer noch gleich viele Leute in der Umgebung und diese werden ihre Abfallsäcke dann mitnehmen, wenn sie sowieso am Container vorbeikommen.»

«So rasch als möglich»

Lange soll es nicht mehr dauern, bis die erste Sammelstelle eröffnet wird. «Die Umsetzung ist so rasch als möglich vorgesehen», heisst es in der Mitteilung. Ein Termin mit den Verantwortlichen des Zweckverbands sei bereits fixiert. «Wir sind allerdings nicht die einzigen, die nach dem Beschluss des ZAB das neue System einführen wollen», sagt Küng. Der Zweckverband ist für 35 Gemeinden in St. Gallen und im Thurgau zuständig.

Abgeklärt hat Küng bereits, wie die Abfalltouren in der Übergangszeit aussehen werden. Der Zweckverband werde in dieser Zeit doppelspurig fahren. Auf der gleichen Tour können einzelne Säcke eingesammelt und Unterflurcontainer geleert werden – so lange, bis das System in der ganzen Gemeinde eingerichtet ist.

(Der Landbote)

Erstellt: 11.01.2017, 14:09 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!