Wiesendangen

Antenne vorerst abgelehnt

Das Baurekursgericht hat die Baubewilligung für eine 4G-Antenne in Gundetswil aufgehoben. Mobilfunkfirma Salt will das Urteil aber anfechten.

Das Baugespann für die Antenne stand bereits, gebaut soll nun doch nicht werden.

Das Baugespann für die Antenne stand bereits, gebaut soll nun doch nicht werden. Bild: mad

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Der Widerstand im Wiesendanger Dorf Gundetswil gegen eine geplante 25 Meter hohe Salt-Handyantenne im Gewerbegebiet ist gross: 52 Baurechtsentscheide wurden während der öffentlichen Auflage verlangt. Viele Anwohner stören sich am Standort (siehe Karte), der zwar innerhalb des Gewerbegebiets, aber nur 50 Meter vom Wohngebiet und 130 Meter von der Kernzone entfernt liegt. Trotzdem entschied der Gemeinderat anfangs Mai, das Gesuch zu bewilligen. Schreiber Martin Schindler sagte damals: «Das Gesuch erfüllt alle Bedingungen. Wir haben keinen Grund, die Bewilligung zu verwehren.» 40 Anwohner rekurrierten dagegen vor Baurekursgericht.

Erfolgreich, wie sich nun zeigt: Das Gericht urteilte, dass die Bewilligung aufzuheben sei. Dies, weil sich die 25 Meter hohe Antenne nicht «befriedigend» in die Landschaft einordne. Denn die Gundetswiler Gewerbezone sei «vergleichsweise klein». Darüber hinaus liege sie am Siedlungsrand. «Die umliegenden Gewerbeliegenschaften vermögen die Antenne nicht zu kaschieren». Auch Bäume in ähnlicher Höhe gebe es keine. Zwar befänden sich im Norden Hochspannungsleitungen und Anlagen der Autobahn, aber das dortige Terrain liege tiefer. «Die geplante Antenne wird mithin von weither sichtbar sein und sich erheblich negativ auf das ländlich geprägte Gebiet auswirken.»

Auch eine vom Gemeinderat vorgeschriebene Bemalung der Antenne ändere daran nichts. Die Antenne erscheine als «überdimensioniert».

«Nicht bewusst gewesen»

Das Urteil hatte sich abgezeichnet. Bereits bei einer Begehung Ende Oktober habe das Gericht mitgeteilt, dass der Rekurs gutgeheissen werde, sagt Gemeindeschreiber Schindler. Zur Überraschung der kommunalen Behörde: «Im Gemeinderat war man überzeugt, das Baugesuch korrekt und nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen beurteilt zu haben.» Den Spielraum bei der Einordnung in die Landschaft sei ihnen nicht bewusst gewesen.

Die Begründung der «ungenügenden Einordnung» ist für den Gemeinderat nicht nachvollziehbar. Gegenüber dem Gericht hatte er mit dem Standort einer 21 Meter hohen Antenne mitten im Wiesendanger Wohngebiet neben einem Kindergarten argumentiert. Diese Bewilligung war 2011 vom Bundesgericht gestützt worden. Das Baurekursgericht liess diese Argumentation aber nicht gelten, die Verhältnisse seien in jedem Fall gesondert zu beurteilen.

«Die Anlage ist für uns wichtig, um in dieser Gegend das Netz für unsere Kunden zu verbessern»Viola Lebel, Sprecherin Salt

Der Gemeinderat akzeptiert das Urteil aber. Anders Mobilfunkfirma Salt. Auf Anfrage heisst es, man wolle am Standort festhalten und den Entscheid anfechten. «Die Anlage ist für uns wichtig, um in dieser Gegend das Netz für unsere Kunden zu verbessern», sagt Sprecherin Viola Lebel. Tatsächlich ist der Empfang im Dorf aktuell schlecht. Salt kann die Begründung der ungenügenden Einordnung der Antenne ebenfalls nicht nachvollziehen: «Sie befindet sich in einer Gewerbezone, hinter dieser verlaufen eine Stromleitung und eine Bahnlinie auf vergleichbarer Höhe». Die Ästhetik zu beurteilen obliege zudem aufgrund der Gemeindeautonomie dem Gemeinderat.

Von den 6000 Franken Gerichtsgebühr müssen Salt und die Gemeinde je 2500 Franken übernehmen, die restlichen 1000 Franken teilt das Gericht auf jene fünf Rekurrenten auf, die zu weit weg von der Antenne wohnen, um rekursberechtigt zu sein. Den restlichen 35 Rekurrenten muss Salt insgesamt 2100 Franken Umtriebsentschädigung zahlen.

Erstellt: 10.12.2019, 18:02 Uhr

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