Seuzach

Anwohner mit Rekurs gegen Asylunterkunft abgeblitzt

In zweiter Instanz stützt das Verwaltungsgericht den Gemeinderat von Seuzach. Der Umbau des Schulgebäudes in Oberohringen in eine Asylunterkunft sei zulässig.

Das historische Schulhaus wird eine Asylunterkunft mit drei Meter hohem Holzanbau.

Das historische Schulhaus wird eine Asylunterkunft mit drei Meter hohem Holzanbau. Bild: Archiv / Heinz Diener

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Der Streit darüber, ob der alte Kindergarten in Oberohringen in eine Notunterkunft für Asylsuchende umgebaut werden kann, ist entschieden. Acht Anstösser haben gegen die Baubewilligung zur Umnutzung des Kindergartens Beschwerde eingelegt, zuerst beim Baurekursgericht und danach beim Verwaltungsgericht.

Der geplante Umbau vereitle die Schutzwürdigkeit und die ortsbildprägende Wirkung des 1864 erbauten Schulhauses. Die beiden Gerichtsinstanzen teilten diese Auffassung nicht.

Öffentliches Interesse

«Das Schutzobjekt wird durch das vorliegende Bauprojekt ausreichend geschont», heisst es im Urteil des Verwaltungsgerichts. Der Gemeinderat mache mit der Realisierung der Notunterkunft ein gewichtiges öffentliches Interesse geltend. Er führe überzeugend aus, dass er verpflichtet sei, 51 Asylsuchende unterzubringen und dafür dringend zusätzlichen Wohnraum benötige.

«Das Schutzobjekt wird durch das vorliegende Bauprojekt ausreichend geschont»Das Verwaltungsgericht in seinem Urteil

Die Beschwerde wurde abgewiesen. Die Rekurrenten haben die Gerichtskosten von 8000 Franken zu tragen.

Diese akzeptieren das Urteil. Es sei aber schade, dass das geschichtsträchtige erste Schulhaus von Ohringen, in dem einige von ihnen selbst in den Kindergarten gegangen seien, nun mit einem so überdimensionalem Anbau verändert werde, sagte ein Rekurrent auf Anfrage.

Das vom Streit betroffene Grundstück liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Gemäss Umnutzungsplänen des Gemeinderates sollen in der ehemaligen Lehrerwohnung im Obergeschoss sechs Personen Platz finden, während im Erdgeschosss des Gebäudes der Aufenthaltsbereich, Küche und sanitäre Einrichtungen vorgesehen sind. Auf der Westseite ist ein 30 Meter langer, 11 Meter breiter und 3 Meter hoher Holzanbau mit Flachdach vorgesehen, der durch eine Schleuse mit dem alten Schulhaus verbunden wird und weitere Zimmer enthält.

«Der Verwaltungsgerichtsentscheid bestätigt die Einschätzung des Gemeinderates und des Baurekursgerichtes», zeigte sich Gemeindepräsidentin Katharina Weibel gestern auf Anfrage zufrieden. (Der Landbote)

Erstellt: 16.11.2017, 18:27 Uhr

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