Wiesendangen

Anwohner protestierten ohne Erfolg

Die geplante Salt-Handyantenne in Gundetswil ist vom Gemeinderat bewilligt worden.Ein von Anwohnern verlangter Alternativstandort ist laut dem Gemeindeschreiber nicht möglich.

Das 24 Meter hohe Bauprofil für die Antenne hinter der Gewerbehalle im letzten Juli. Foto: Marc Dahinden

Das 24 Meter hohe Bauprofil für die Antenne hinter der Gewerbehalle im letzten Juli. Foto: Marc Dahinden

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Es war ein dicker Stapel Couverts, den die Gemeindeverwaltung Wiesendangen diese Woche nach Gundetswil verschickt hat: 52 Baurechtsentscheide zur24 Meter hohen Salt-Handyantenne waren im Vorfeld angefordert worden.

Der Mobilfunkanbieter will sie mit 3G- und 4G-Technologie bestücken und damit den Empfang auf der nördlich verlaufenden Bahnlinie und im Dorf verbessern (siehe Karte). Das Grundstück, auf dem die Antenne gebaut werden soll, gehört dem Unternehmer Henry Theiler aus Bertschikon.

«Das Gesuch erfüllt alle Bedingungen. Wir haben keinen Grund, die Bewilligung zu verwehren.»Martin Schindler,
Gemeindeschreiber Wiesendangen

Der Kritikpunkt der Gundetswiler: Der Standort im Gewerbegebiet befindet sich vis-à-vis dem Wohngebiet. In Luftlinie ist das nächste Haus gerade einmal 50 Meter entfernt. Anwohner forderten deshalb einen Alternativstandort in der Landwirtschaftszone oder bei der Autobahn A7. Der Gemeinderat hatte mit Vertretern der Anwohner zwei Gespräche geführt. Gemäss Baugesuch zielen die drei Richtstrahlen zur Autobahn, zur Zuglinie und über den Bauernhof im Westen hinweg.

Am Montagabend fällte der Gemeinderat die Entscheidung: Die Antenne darf gebaut werden. «Das Gesuch erfüllt alle Bedingungen. Wir haben keinen Grund, die Bewilligung zu verwehren», sagt Gemeindeschreiber Martin Schindler. Es gebe keine Veränderungen gegenüber dem Baugesuch, das letzten Sommer aufgelegen sei.

Strahlenwerte eingehalten

Gemäss der Wiesendanger Bau- und Zonenordnung, die letzten Sommer in Kraft getreten ist, sollen Mobilfunkantennen in erster Linie in Industrie- und Gewerbezonen gebaut werden. Die Strahlungswerte sind laut Schindler vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft geprüft worden. «Von diesem haben wir einen positiven Bericht erhalten, dass die vom Bund festgelegten Normen eingehalten werden.»

Einen alternativen Standort hat die Gemeinde deshalb nicht tiefer geprüft. «Vom Kanton eine Ausnahmebewilligung für einen Standort in der Landwirtschaftszone oder bei der Autobahn zu erhalten, ist per se schwierig, aber es ist unmöglich, wenn an einem anderen Standort in der Gewerbe- oder der Wohnzone alle Auflagen erfüllt werden», sagt Schindler.

Den Standort der Antenne innerhalb der Gewerbezone zu verschieben, sei kein Thema gewesen. «Weiter nördlich wäre sie wohl zu nahe an der Bahnlinie und den Hochspannungsleitungen, weiter östlich wären andere Anwohner stärker betroffen gewesen.» Die Strahlungswerte für die angrenzenden Liegenschaften veränderten sich zudem nicht, wenn man die Antenne ein wenig verschiebe.

Die Rekursfrist, um die Bewilligung vor Baurekursgericht zu ziehen, läuft nun 30 Tage. Angesichts der vielen Baurechtsentscheide sagt Schindler: «Es ist mit Rekursen zu rechnen.» Die Anwohner wollen nun die Bewilligung genauer studieren, bevor sie sich öffentlich dazu äussern. Die dicken Couverts aus Wiesendangen waren gestern noch nicht eingetroffen.

Die Antenne soll das Funkloch stopfen

Erstellt: 10.05.2019, 00:06 Uhr

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