Auf dem «Veloweg» nach Indien Pässe und Klippen gemeistert

hettlingen Nach knapp vier Monaten ist Matthias Trüb in Indien angekommen. Seine Spendenfahrt per Velo begann mit einem Unfall.

Sohn posiert und Vater knipst: Matthias und Thomas Trüb fuhren gemeinsam von der Türkei nach Indien.

Sohn posiert und Vater knipst: Matthias und Thomas Trüb fuhren gemeinsam von der Türkei nach Indien. Bild: pd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im April hatte er angekündigt: «Ich werde mit dem Velo rund 7000 Kilometer nach Indien fahren.» Jetzt ist Matthias Trüb mit seinem Vater unversehrt am Ziel angekommen. Der 24-Jährige wollte nach dem Studium den Kopf auslüften und per Rad Spendengeld für eine mobile Klinik nach Indien bringen, wo er das Jahr zuvor als Volontär an einer Schule gearbeitet hatte.

Mit dem Fahrrad und 40 Kilogramm Gepäck fuhr der engagierte Cevi-Leiter, der diesen Sommer seinen Bachelor als Maschinenbauingenieur abgeschlossen hat, am 20. Juni aus Hettlingen ab. Das Ziel der karitativen Velofahrt: Tiruvannamalai im Süden von Indien. Aus dieser Stadt der Grösse von Zürich hat sich Matthias Trüb nun per Mail gemeldet. «Ich bin unterdessen in Indien angekommen und habe viel erlebt.»

Er erzählt: Mit einem Kommilitonen habe er zunächst den Balkan durchquert. «Die Fahrt von Sofia bis weit in die Türkei war sehr abenteuerlich.» Doch dann habe ihn ein Zusammenstoss mit einem Auto kurzfristig zur Rückreise in die Schweiz gezwungen. «Dort rüstete ich mich mit einem neuen Fahrrad aus und flog sofort wieder in die Türkei.»

Pakistan ausgelassen

Ab da in Begleitung seines Vaters, wie das von Anfang an geplant war. Gemeinsam überquerten Vater und Sohn die bis zu 2450 Meter hohen Pässe Anatoliens und reisten am Fusse des heiligen Bergs Ararat, wo der Legende nach Noah mit seiner Arche gelandet ist, in den Iran ein. «In der Islamischen Republik durften wir viele wunderbare Begegnungen erleben», schwärmt der junge Velofahrer, der mehr davon in seinen Blog erzählt (www.crazycycler.com). Pakistan, das ihnen zu unsicher war, überflogen die beiden dann. Von Teheran nach Mumbai gelangten sie auf dem Luftweg.

«In der Grossstadt Mumbai war es hektisch und unübersichtlich.» Um die 100 Kilometer abzukürzen, liessen sie sich mit einer Fähre vom Gateway of India auf die andere Seite der Bucht bringen. «Dort begrüsste uns der Dschungel, heiss und feucht.» Die Strecke, die vor ihnen lag, verlangte den Velofahrern einiges ab. Sie schlängelte sich durch Klippen zur Hochebene hinauf. «Nur wenn wir Glück hatten, waren die Abfahrten dann asphaltiert.» So kamen die beiden zur Küste. «Die Landschaft erinnerte an Fjorde.» Brücken gab es keine, nur Flosse, für die es zunächst nach langen Wartezeiten aussah. Doch völlig unerwartet winkte man die beiden Schweizer auf eine Fähre. Nach dem obligaten Selfie konnten sie ihre Abenteuerfahrt dann zu Ende bringen.

Erstellt: 13.10.2015, 08:49 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles