Dinhard

«Auf den Strohringen bleiben wir jeweils sitzen»

Am Samstag bastelt die Frauengruppe Dinhard fleissig Adventskränze. Präsidentin Flavia Sommer über die Trends bei der weihnachtlichen Deko.

Flavia Sommer, Präsidentin Frauengruppe Dinhard: «Die Art des Kranzens hat sich verändert.»

Flavia Sommer, Präsidentin Frauengruppe Dinhard: «Die Art des Kranzens hat sich verändert.» Bild: mas

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Sind Sie in den letzten Tagen durch die Dinerter Wälder gestreift, auf der steten Suche nach Tannenchries?
Flavia Sommer: (lacht) Zum Glück bekommen wir viel Schnittgut von den Leuten aus dem Dorf: Von der Föhre über Buche, Eibe oder Kirschlorbeer. Ausserdem bringt uns der Gemeindearbeiter noch zusätzliches Tannenchries aus dem Wald. Wichtig ist vor allem, dass die Zweige frisch sind und nicht schon beim Kranzen die Nadeln verlieren, weil sie trocken sind. Es würde also nichts bringen, das Chries zu früh zu sammeln.

Aber die Tannenzapfen kaufen Sie doch hoffentlich nicht ein!
Nein, die suche ich im Wald, auch verschiedene Baumrinden, Eicheln, Nüsse, Schneckenhäuschen, Hagenbutten oder Schwemmholz finde ich dort. Aus dem Garten nehme ich trockene Blütenstände. Diese werden für die Dekoration der Kränze verwendet. Die Weihnachtskugeln und Holzsterne kaufe ich aber ein, die wachsen nicht an den Bäumen.

Und wenn es ans Kranzen geht: Styropor- oder Strohring?
Weder noch. Mittlerweile sind Ringe aus Steckmoos sehr beliebt. Diese können ins Wasser getaucht und so befeuchtet werden. Dadurch bleiben die Zweige länger frisch. Das Chries kann so auch gesteckt werden und muss nicht mit Draht angebunden werden, das geht leichter.

Der Strohring ist out?
Tatsächlich bleiben wir auf den Strohringen jeweils sitzen. Sie eignen sich zwar gut fürs Kranzen sind aber auch mit den zunehmend trockenen Zweigen leichter entflammbar. Es ist also auch ein grösseres Sicherheitsrisiko. Styropor haben wir in den letzten Jahren nicht mehr verwendet.

Die Frauengruppe Dinhard organisiert das gemeinsame Kranzen schon ziemlich lange. Wieso?
Ja, es ist zu einer beliebten Tradition geworden. Letztes Jahr nahmen 35 Frauen teil, eine Fachfrau gab Tipps. Es gibt mehrere Vorteile am gemeinsamen Kranzen: Zum einen kann man sich bei den anderen inspirieren lassen und sich über die verschiedenen Materialien austauschen, zum anderen hat nicht jede ein riesiges Chaos bei sich zuhause. Man kommt mit einem fertigen Kranz nach Hause und muss nicht aufräumen.

Eine reine Zweckübung also?
Nein, natürlich nicht. Es geht uns als Frauengruppe um die Gemeinschaft. Es gibt Gebäck, Mandarinli und Tee. Es ist sehr schön zu beobachten, wie mehrere Generationen vertreten sind. Da sitzt die Grossmutter neben der Tochter und der Enkelin und gemeinsam arbeitet jede an einem Adventskranz.

Sehen die Kränze heute anders aus als früher?
Ja, ich bin zwar keine Expertin, aber die Art des Kranzens hat sich doch klar verändert. Nicht mehr alle nehmen einen Ring und bedecken diesen mit Tannenchries wie früher. Heute dekorieren einige zum Beispiel ein Gefäss weihnachtlich. Auch Teller, auf denen man die Kerzen mit Dekomaterialen anordnet sind sehr beliebt.

Etwas das gleich geblieben ist: Männer müssen beim Kranzen draussen bleiben.
Ja, wir sind per Definition eine Frauengruppe. Wir organisieren jedoch auch Anlässe, an denen Männer willkommen sind. Etwa Vorträge, das alle drei Jahre stattfindende Kerzenziehen oder den Bring- und Holmarkt im Frühjahr.

Was für eine Bedeutung hat für Sie der Adventskranz?
Für mich ist es ein Symbol der Zusammengehörigkeit. Es erinnert mich immer an ein Im-Kreis-Sitzen, genau wie man das beim Essen auch macht. Das grüne Chries duftet und es verleiht in dieser kalten und dunklen Jahreszeit einfach eine angenehme Atmosphäre. Als Kind war man pragmatischer: Der Kranz war ein schöner Countdown bis zum Weihnachtsabend.

Wie viele Kränze werden Sie heute basteln?
Ich dekoriere viel während der Adventszeit. Ich bastle sicher je einen Kranz für den Esstisch, die Stube und die Türe.

Ein letzter Tipp?
Für mich ist es wichtig, ohne Stress und Zeitdruck zu arbeiten. Angefangen beim Sammeln der Naturmaterialien und danach auch beim Kranzen selbst. So ist es eine befriedigende Arbeit, an deren Ende ich mich auch über den entstandenen Kranz freuen kann.

Erstellt: 01.12.2017, 15:14 Uhr

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