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Landwirte lernen den Auftritt mit Emotionen

Gegen 40 Landwirte und -wirtinnen aus der Region feilten an einem Workshop des Strickhofs an ihrer Auftrittskompetenz. Und lernten, dass sich Kunden Emotionen wünschen.

Wie wirken Farben? Christine Weilenmann, Farb-Stilberaterin erklärte es den teilnehmenden Landwirten an einer Fachtagung.
Wie wirken Farben? Christine Weilenmann, Farb-Stilberaterin erklärte es den teilnehmenden Landwirten an einer Fachtagung.
Ruth Bossert

Weshalb kennt jedes Kind die Geschichten vom Marlboro-Man, BMW oder Mc Donald’s? «Weil uns diese kurzen, prägnanten und bildhaften Geschichten emotional berühren und wir sie nicht mehr vergessen», sagte Alexander Blunschi, Produzent und Redaktor von SRF 3, diese Woche in seinem Referat am Strickhof in Winterthur.

Sein Vortrag war Teil einer Fachtagung für Agrotourismus, bei dem es unter anderem um die Auftrittskompetenz der Gastgeber ging.Dass ein kompetentes Auftreten im Agrotourismus unabdingbar ist, schien bei den rund 40 teilnehmenden Landwirten und Landwirtinnen selbstverständlich. Was hingegen hinter einem kompetenten Auftreten alles steht,kam an der Tagung vielfältig zum Ausdruck.

Mehr als Deko nötig

Brigitte Maag, die in Zweidlen eine Besenbeiz führt und Madeleine Bachmann, die in Flaach Übernachtungen auf dem Hof anbietet waren am Ende der Tagung überzeugt: «Eine ordentliche Hofeinfahrt, eine festliche Dekoration und ein freundliches Lächeln genügen schon lange nicht mehr.» Die Kundschaft sei anspruchsvoll, suche ein nachhaltiges Erlebnis. Auch deshalb seien regelmässige Weiterbildungen für sie unabdingbar.

«Guten Wein gibts überall»

Diese Meinung teilte auch Hans Ueli Sprenger vom Weingut zum Frohhof in Neftenbach. «Wir verkaufen Emotionen über unseren geschichtsträchtigen Hof und bieten den Interessierten kulturelle und kulinarische Leckerbissen an, die auch immer etwas über das Normale hinausgehen.» Einen guten Wein zu kaufen, sei heute in jedem Laden um die Ecke möglich, für das Erlebnis dahinter, sei aber alleine er verantwortlich. «Damit wir noch besser werden», war seine lakonische Antwort, auf die Frage, weshalb er die Tagung besuche.

Rund zwei Drittel der Aufmerksamkeit bei der Kommunikation entfallen auf Mimik, Gestik, Haltung und Outfit, mehr als ein Drittel auf Stimme, Lautstärke und Tonfall und lediglich sieben Prozent auf den Inhalt.

Peter Kirchgessner, unter anderem im Qualitätsmanagement für touristische Anbieter aus Stans tätig, sprach in seinem Referat, wie mögliche Hemmschwellen im Umgang mit Gästen und Kunden abgebaut werden können. Durch Studien wisse man, dass wir nicht «nicht kommunizieren» können und immer mehrere Faktoren auf das Gegenüber wirken. So kenne man den Ton, der die Musik macht, den begossenen Pudel und die graue Maus – Redewendungen, die nicht von ungefähr kämen.

Rund zwei Drittel der Aufmerksamkeit bei der Kommunikation entfallen auf Mimik, Gestik, Haltung und Outfit, mehr als ein Drittel auf Stimme, Lautstärke und Tonfall und lediglich sieben Prozent auf den Inhalt, erklärte auch Christine Weilenmann, Farb- und Stilberaterin aus Winterthur, die im Workshop die Wirkung von Farben und Formen in der Bekleidung erklärte.

«Ich bin so wie ich bin»

Für Christine Urech, Moderatorin Radio Zürichsee geht nichts über eine gute Vorbereitung beim Kundenkontakt. «Wer seine Kunden und ihre Bedürfnisse kennt, wird ihnen mehr zu bieten haben und ihnen schliesslich ein gelungeneres Gesamterlebnis vermitteln können. Und wer dann noch die Sprache seiner Kundschaft spricht, wird eine Atmosphäre schaffen, in der sich der Gast wohlfühlt», erklärt die Radiofrau und Bäuerin.

Zudem rät sie den Teilnehmern, das Lampenfieber zu lieben. Es setze eine ganze Reihe biologischer Prozesse im Körper in Gang, welche sich positiv auf ein gutes Auftreten auswirken.

Beim anschliessenden Apéro waren sich ein paar Teilnehmer, vorwiegend Männer, nicht ganz einig, was dieser Workshop nun gebracht habe. Einer meinte dazu: «Ich bin so wie ich bin und basta.»

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