Wiesenmeisterschaften

Auszeichnung für die schönsten Naturwiesen

Die Preisverleihung für die attraktivsten und ökologisch wertvollsten Blumenwiesen fand am Sonntag in Dättlikon statt.

Andrea und Ralph Hablützel sowie Patrick Forster freuen sich über ihre Auszeichnung.

Andrea und Ralph Hablützel sowie Patrick Forster freuen sich über ihre Auszeichnung. Bild: Enzo Lopardo

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In der «Kulturschüür» des Landwirtschaftsbetriebes Bungerthof in Dättlikon wurde es am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr immer enger und enger: Rund 80 Personen fanden sich ein, um bei der Prämierung der schönsten und artenreichsten Wiesen der Region dabei zu sein. Die Wiesenmeisterschaften des Kantons Zürich werden über den Zeitraum von drei Jahre durchgeführt. In diesem Jahr konnten Bauernbetriebe aus dem Zürcher Unterland und dem Weinland teilnehmen.

Gemäss Projektleiter Roman von Sury, sollen mit dem Wettbewerb drei Botschaften vermittelt werden: Anerkennung für die Bauernschaft welche solche Wiesen bewirtschaftet, Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Biodiversität und unter den Landwirten Anreiz schaffen, um in der Kategorie Neuansaaten mitzumachen. Magerwiesen seien zwar weniger ertragsreich, aber schön anzusehen und Heimat für rund 40 Prozent aller Pflanzen in der Schweiz und zudem Nahrungstopf für unzählige Insekten, heisst es dazu im Prospekt der Wettbewerbs-Trägerschaft bestehend aus WWF Zürich, Pro Natura Zürich, BirdLife Zürich und Zürcherische Botanische Gesellschaft.

Von Hand bewirtschaftet

Die teilnehmenden Betriebe in den vier Kategorien Halbtrockenwiesen, Blumenwiesen, Feuchtwiesen und Ansaatwiesen wurden von einer Jury besucht und beurteilt. Gewertet wurde die Pflanzenvielfalt, die seltenen Arten, die Strukturen und die Grösse der Wiese. Unter grossem Applaus des Publikums, erhielten die Wettbewerbsgewinner ihre entsprechenden Diplome: Andrea und Ralph Hablützel aus Dättlikon für ihre Halbtrockenwiese, Patrik Forster aus Rheinau hatte die beste Blumenwiese, Heiri Haupt aus Boppelsen wurde für seine Feuchtwiese prämiert, Sabina Vogel aus Regensberg für ihre Ansaatwiese.

«Es war wohl die grosse Artenvielfalt, unter anderem verschiedene Orchideen, die den Ausschlag für die Auszeichnung gab.»Andrea Hablützel, Preisträgerin Zürcher Wiesenmeisterschaften

Seine Halbtrockenwiese befinde sich an steiler Hanglage und sei deshalb von jeher von Hand gemäht und heruntergerecht worden erklärt Ralph Hablützel. «Es war wohl die grosse Artenvielfalt, unter anderem verschiedene Orchideen, die den Ausschlag für die Auszeichnung gab», sagte Andrea Hablützel und verwies insbesondere auf die Schmetterlingsvielfalt die dort zu finden sei.

Blumenwiese beim Rhein

Patrik Forster als zweiter Preisträger aus der Region ist Betriebsleiter Ökoflächen im Gutsbetrieb der Stiftung Fintan in Rheinau. Zum Gewinn in der Kategorie Blumenwiesen habe wohl die Ufernähe zum Rhein beigetragen, vermutet Forster. Auch sei die knapp eine Hektare grosse Wiese strukturiert mit Obstbäumen und Hecken. Zudem seien darin die seltenen Knöllchen-Steinbrech zu finden.

Motivation zur Wettbewerbsteilnahme war bei beiden Preisträgern im Speziellen das öffentliche Bewusstmachen der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft. Auch in der Verwendung des Preisgeldes in der Höhe von 2000 Franken ist man sich einig: Dieses Geld wird auf irgendeine Art wieder in die Pflege und Erhaltung der Artenvielfalt investiert.

Erstellt: 22.09.2019, 17:53 Uhr

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