Zell

Bald bremst hier ein Schnägg

In einem Monat starten in Kollbrunn die Bauarbeiten für einen Kreisel. Die Strasse ins Tösstal wird während der Bauzeit nie ganz gesperrt. Danach ziert eine Schnecke den Verkehrsknotenpunkt.

Ein Kreisel mit einer Schneckenskulptur soll in Kollbrunn den Verkehrsfluss verbessern.

Ein Kreisel mit einer Schneckenskulptur soll in Kollbrunn den Verkehrsfluss verbessern. Bild: Johanna Bossart

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Das Zeller Wappen ist wohl einzigartig: Ein weisse Schnecke kriecht da auf grünem Grund. Bald wird das langsame Tierchen Tausende Autofahrer begrüssen, die durch das Tösstal fahren wollen. Denn am 3. April starten die Bauarbeiten für einen Kreisel auf der Tösstalstrasse in Kollbrunn. Und gegen Ende der Bauarbeiten soll eine Schneckenskulptur den neuen Kreisel mit den Abzweigern Richtung Weisslingen und Elgg zieren.

Es ist eine denkbar prominente Lage für das Zeller Wappentier. Die Stelle ist eine Art Eingangstor ins Tösstal.Der Kanton teilt die Bauarbeiten in drei Etappen auf. In der ersten Phase bis Mitte Mai wird die Dorfstrasse bis zur Einfahrt zum Coop gesperrt. Hinzu kommen Lichtsignalanlagen.

Auch in der zweiten Phase bis Ende Juli und in der letzten Bauetappe bis Oktober sind einzelne Einfahrten nicht befahrbar, und es werden Ampeln aufgestellt. Ganz ­gesperrt wird die Hauptstrasse allerdings nie. Umleitungen werden signalisiert.

Skizze der Schneckenskulptur. Bild: PD

Da der Kreisel teilweise den Fabrikkanal tangiert, muss zudem die bestehende Kanalbrücke verbreitert und saniert werden, wie der Kanton weiter mitteilt.

Die unübersichtliche und viel befahrene Kreuzung in Kollbrunn gilt als Unfallschwerpunkt. Zwischen 2010 und 2015 kam es zu rund 20 Unfällen. Mit dem Kreisel soll sich das ändern.

Von der Skizze zum Projekt

Die Gemeinde will die Gelegenheit aber auch nutzen, um sich ins Schaufenster zu stellen. Sie hat daher einen Wettbewerb für die Gestaltung des Kreisels lanciert, den Ursula Knecht Anfang Jahr mit ihrer Schneckenskulptur gewonnen hat. Die technische Zeichnerin wohnt schon seit rund 50 Jahren in der Gemeinde.

«Solche Sachen reizen mich.»Ursula Knecht, Zeichnerin der Kreiselskulptur

Als sie hörte, dass die Gemeinde einen Wettbewerb zur Kreiselgestaltung lanciert, habe sie sich gesagt: «Klemm dich dahinter, mach etwas!» Und so setzte sie sich hin und fertigte auf einem A4-Blatt erste Skizzen. Sie habe eine künstlerische Ader, sagt sie. «Solche Sachen reizen mich.» Auf das Sujet sei sie rasch gekommen. «Das Zeller Wappen gibt es sonst nirgendwo.» Bis zum fertigen Projekt steckt allerdings noch ­einiges mehr dahinter. Ursula Knecht recherchierte im Internet nach geeignetem Material und wurde in Graubünden fündig: Grün schimmernder Andeer-Granit soll den Rahmen für die Schnecke bilden. Die Farbe wird damit ähnlich wie jene des Wappens sein. Schliesslich fertigte sie eine grössere, massstabsgetreue Zeichnung der Skulptur an und prüfte, ob sie die Vorgaben des Kantons an die Verkehrssicherheit erfüllen kann.

So sollte die Skulptur laut Kanton etwa die Durchsicht auf das gegenüberliegende Verkehrs­geschehen verhindern oder mindestens einschränken. «Die Verkehrsteilnehmer ohne Vortritt können sich so auf das Einlenkmanöver in den Kreisel konzen­trieren», sagt Thomas Maag von der Baudirektion. Weiter müsse die Skulptur jeglichen Wettereinflüssen gewachsen sein und dürfe die Autofahrer nicht blenden.

Prompt setzte sich das Projekt von Ursula Knecht gegen 63 andere Eingaben durch. Obwohl die Bauarbeiten am Kreisel bald beginnen, ist die Skulptur in Graubünden aber noch nicht in Arbeit. «Wir sind in der Planungs- und Vorbereitungsphase», sagt Gemeinderat Bruno Vollmer. (Landbote)

Erstellt: 06.03.2018, 17:37 Uhr

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